Das Projekt “Amrumbank West” sei das nächste in der Planung, sagte Sven Utermöhlen, der bei Eon für erneuerbare Energien in Mitteleuropa verantwortlich ist. Im kommenden Jahr soll über die Investition von über 1 Mrd Euro entschieden werden.
BERLIN (Dow Jones/gk). Laut Utermöhlen will die Düsseldorfer Eon AG dort 80 Anlagen errichten, die eine Leistung zwischen 300 und 400 Megawatt haben sollen. Die Investitionssumme liege im Milliardenbereich, erklärte der Manager. Momentan befinde man sich in der detaillierten Planungsphase, in der auch die Entscheidung über die eingesetzten Turbinen getroffen werde, weshalb die exakte Größe des Parks noch nicht sicher sei.

Mitte nächsten Jahres soll dann Utermöhlen zufolge die endgültige Bauentscheidung fallen, so dass der Park bis spätestens 2014 in Betrieb gehen könne. Utermöhlen verwies auf die Erfahrungen, die Eon beim Bau des gemeinsam mit Vattenfall und EWE gebauten Windparks “Alpha Ventus” gemacht habe. Dort haben die drei Unternehmen erstmals 12 Anlagen weit vor der Küste installiert. Das Projekt wurde nach Verzögerungen im Frühjahr 2010 in Betrieb genommen.

Utermöhlen konzentriert sich mit der von ihm geführten Einheit Eon Climate & Renewables Central Europe auf Windkraftprojekte in Deutschland, Polen und Frankreich. Dabei gibt es speziell in Deutschland seiner Ansicht nach trotz der politischen Unterstützung noch vereinzelte Hemmnisse, die den Ausbau der Windenergie bremsen.

Ein Punkt sei die Frage des Netzanschlusses, erklärte Utermöhlen am Rande einer vom “Handelsblatt” veranstalteten Konferenz zu erneuerbaren Energien. Das komplizierte Genehmigungsverfahren unter Aufsicht der Bundesnetzagentur beschränke die Netzbetreiber zu sehr, sagte der Manager. Hätten diese größere Handlungsfreiheit, könnten mehr Windparks schneller entstehen.

Zudem wünscht sich Utermöhlen politische Maßnahmen, die die finanziellen Rahmenbedingungen für Windenergieprojekte verbessern. Viele Investoren scheuten bei der momentan erzielbaren Rendite das hohe Risiko im Offshore-Bereich, sagte er. Mittels Bürgschaften oder einer zeitlichen Verlagerung der Einspeisevergütungen in Richtung Projektstart könnten Bauvorhaben angeschoben werden, argumentierte Utermöhlen.