Elon Musk beim Besuch der Tesla-Großbaustelle in Brandenburg

Elon Musk ist Chef unterschiedlicher Unternehmen. Das Bild zeigt ihm beim Besuch der Tesla-Großbaustelle in Brandenburg. - Bild: ZDF/Frank Vieltorf

Elon Musk ist nicht nur Tesla. Er hat noch viele andere Unternehmen gegründet. Der US-Amerikaner hat vielfältige unternehmerische Interessen. Zuletzt war er auch öfter in Deutschland. Denn derzeit wird in Brandenburg eine Tesla-Gigafactory gebaut, die laut Unternehmen die fortschrittlichste Serienproduktionsstätte für Elektrofahrzeuge der Welt sein soll. Mehr zum Tesla-Werk in Deutschland lesen Sie hier.

Das Vermögen von Musk wird auf rund 131 Milliarden Euro geschätzt. Gerade zu Beginn seiner unternehmerischen Karriere hat Musk seine Einnahmen immer wieder genutzt, um neue Firmen zu gründen. Und die Bandbreite ist groß: Der US-Amerikaner mit südafrikanischen Wurzeln investiert vor allem in Zukunftsthemen, aber auch in andere Bereiche, zum Beispiel Comedy. Und er animiert Studenten, sich in Wettbewerben mit der Technologie von morgen auseinanderzusetzen.

Welche Unternehmen Musk im Laufe der Jahre gegründet hat - ein Überblick:

Zip2 (1995)

Person, die am Computer arbeitet. Man sieht verschiedene Symbole
Zip2 bot ein durchsuchbares Firmenverzeichnis an. - Symbolbild: greenbutterfly - stock.adobe.com

Zusammen mit seinem Bruder Kimbal gründete Elon Musk Zip2 im Jahr 1995. Das Unternehmen baute ein durchsuchbares Firmenverzeichnis auf und band die Einträge in Online-Karten ein. Große Zeitungsverlage schlossen mit dem Start-up Verträge ab. 1999 übernahm der Computerhersteller Compaq die Firma für gut 300 Millionen Dollar, Musk erhielt rund 22 Millionen Dollar.

X.Com und Paypal (1999/2000)

Paypal Logo vor einem Firmensitz
X.Com schloss sich mit dem Start-up Confinity zusammen, das Paypal entwickelt hatte. - Bild: Paypal

Das Geld vom Zip2-Verkauf reinvestierte Musk 1999 in sein Start-up X.Com. Ziel war es, eine Online-Bank aufzubauen.  Dafür entwickelte das Unternehmen ein Onlinebezahlsystem, bei dem man per E-Mail bezahlten konnte.  

2000 schlossen sich dann X-Com und der Start-up-Konkurrent Confinity zusammen, welches Paypal entwickelt hatte. Die Firmen agierten fortan nur noch unter dem Namen Paypal. 

Ebay hat den Bezahldienst 2002 für 1,5 Milliarden Dollar übernommen - 180 Millionen Dollar davon gingen an Musk. Auch dieses Geld reinvestierte er wieder: 100 Millionen Dollar steckte er in SpaceX, 70 in Tesla und 30 in Solar City. Mehr über die Unternehmen lesen Sie im weiteren Text.

SpaceX (2002)

SpaceX Gebäude daneben wird Rakete in die Luft geschossen
Beim Raumfahrtunternehmen SpaceX ist Elon Musk CEO und Raketen-Chefdesigner. - Bild: SpaceX (unter der Lizenz https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/deed.de)

Mit SpaceX (eigentlich Space Exploration Technologies Corporation) verfolgt Musk ein ehrgeiziges Ziel: Die Besiedlung des Planeten Mars. Um das zu erreichen, braucht man günstige Raketen, um Menschen transportieren zu können. Und genau die will Musk mit SpaceX herstellen. Wurde er zu Beginn noch für seine Weltraum-Aktivitäten belächelt, hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren gezeigt, dass es durchaus ernst zu nehmen ist.

Denn sechs Jahre nach der Gründung gelang der erste Erfolg: Der erfolgreiche Start einer Rakete in die Erdumlaufbahn. Kurze Zeit später ergatterte SpaceX einen großen Nasa-Auftrag für zwölf Versorgungstransporte zur Internationalen Raumstation ISS.

Schlagzeilen machte Musks Unternehmen im September, als erstmals Touristen mit der "Falcon9"-Rakete ohne einen professionellen Astronauten ins All gestartet sind. Die Mission "Inspiration4" ist damit die erste ihrer Art. Experten schätzen, dass der Weltraum-Ausflug rund 200 Millionen Dollar gekostet hat. Bezahlt hat Unternehmer und Milliardär Jared Isaacman, einer der vier Touristen.

Start der Mission "Inspiration4"

Die Entwicklung der Raketen ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass Musk dieses Jahr auf Twitter verkündete: SpaceX-Raketen sollen schon vor 2030 auf dem Mars landen.

Bereits 2022 sollen die SpaceX-Raketen von zwei umgebauten Erdölplattformen abheben. Der Grund: weniger Lärmbelästigung. "Der Meeres-Weltraumbahnhof Deimos befindet sich im Bau und soll nächstes Jahr gestartet werden", twitterte Musk im Mai. 

Auch in Deutschland ist ein Weltraumbahnhof geplant - und zwar in der Nordsee. Alle Hintergründe erfahren Sie hier.

Eine weitere Mission von SpaceX: Ein Satellitennetzwerk, das weltweiten Internetzugang bieten soll. Der Betatest dafür läuft seit 2020.

SpaceX: Testflug

Neben SpaceX investierte Musk seine Millionen aber auch noch in Tesla, seine wohl bekannteste Firma:

Tesla (2004)

Roter Tesla Roadster fährt eine Straße entlang.
Ab 2004 hat Elon Musk in Tesla investiert. Das Bild zeigt den Tesla Roadster. - Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Tesla, Inc.

In Tesla investiert Musk seit 2004. Ziel des Unternehmens ist "die Umstellung der Welt auf nachhaltige Energie zu beschleunigen". Das erste E-Auto von Tesla - der Roadster - kam 2008 auf den Markt. Inzwischen hat der Konzern mehrere Modelle im Angebot.

Schlagzeilen machte das Unternehmen auch mit seinem Börsenwert. Dieser ist mehr wert als Volkswagen, Daimler und BMW zusammen. Im Juni 2020 betrug der Marktwert mehr als 180 Milliarden Dollar.

Tesla kommt dieses Jahr nun - wie oben beschrieben - auch nach Deutschland und will in Brandenburg Elektroautos herstellen. Das ZDF-Format 'Frontal21' hat den Bau des neuen Tesla Werks in Berlin über Monate mit der Kamera begleitet und dokumentiert, wie Politik und Behörden an ihre Grenzen kommen. Alles, was sonst Jahre dauert, muss nun in wenigen Monaten genehmigt werden. Den Beitrag gibt es hier.

Daneben stellt Tesla auch Stromspeicherprodukte her.

Solar City (2006)

Haus mit Solarpanels auf dem Dach und Tesla vor der Garage.
SolarCity wurde 2016 von Tesla übernommen - Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Tesla, Inc.

Nach seinem Bruder mit Zip2 arbeitete Musk auch mit seinen Cousins Lyndon und Peter Rive zusammen. Die beiden gründeten 2006 Solar City, einen Anbieter von Solarzellen. Musk beteiligte sich als Investor. Das Unternehmen stieg zum größten Solarzellen-Anbieter in den USA auf und wurde 2016 von Tesla übernommen.

Hyperloop (2013)

 Ultrahochgeschwindigkeits-Transportsystem in den Alpen
TUM Hyperloop hat vier Jahre in Folge den SpaceX Hyperloop-Pod-Wettbewerb von Elon Musk gewonnen.- Bild: TUM Hyperloop

Hyperloop war kein eigenständiges Unternehmen, sondern vielmehr ein Projekt von Elon Musk, mit dem er den Massentransport revolutionieren will. Die Idee: Mit 1.200 km/h sollen abgeschlossene Kapseln durch Doppelröhren sausen. 600 Kilometer können so in nur 35 Minuten zurückgelegt werden. 

Um das Projekt voranzubringen, hat Musk einen Design-Wettbewerb ins Leben gerufen, an dem Teams aus aller Welt teilgenommen haben. Sieger bei jedem der vier Wettbewerbe: TUM Hyperloop, eine Studentengruppe der Technischen Universität München. Im Juli 2019 stellte das Team beim abschließenden SpaceX-Wettbewerb mit 482 km/h den aktuellen Weltrekord auf. 

OpenAI (2015)

Menschliche und Roboterhand berühren sich am Finger
OpenAI beschäftigt sich mit der Erforschung von künstlicher Intelligenz. - Symbolbild: ipopba- stock.adobe.com

OpenAI ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die künstliche Intelligenz erforscht. Der Hintergrund: Musk hat Angst, dass KI von den großen Konzernen geprägt wird. Deshalb die Gründung von OpenAI. "Unsere Mission ist es, sicherzustellen, dass künstliche  Intelligenz der gesamten Menschheit zugute kommt", heißt es auf der Website.

Zu den Investoren zählen unter anderem Microsoft, die gemeinnützige Stiftung von LinkedIn-Mitgründer Reid Hoffman und die Risikokapitalgesellschaft Khosla Ventures.

2018 hat Musk OpenAI verlassen, um einen potenziellen Interessenkonflikt mit Tesla zu verhindern. Der Autokonzern forscht ebenfalls im Bereich KI. Musk bleibt der Gesellschaft aber als Spender und Berater erhalten.

Neuralink (2016)

Wortwolke zu Brain-Computer-Interface
Mit Neuralink wollen Elon Musk und seine Mitstreiter ein Gerät zur Kommunikation zwischen dem menschlichen Gehirn und Computern, also ein Brain-Computer-Interface, entwickeln. - Symbolbild: XtravaganT - stock.adobe.com

Das Ziel von Neuralink ist die Entwicklung von Gehirn-Maschinen-Schnittstellen mit ultra-hoher Bandbreite, um das menschliche Gehirn mit Computern zu verbinden. Im August 2020 stellte Musk einen Chip vor, der das Gehirn auslesen und neu beschreiben soll. 

Die genaue Technologie erklärt Musk bei der Präsentation des Chips: 

Ein Jahr später gründete Musk schon seine nächste Firma:

The Boring Company (2017)

Prototyp der Tunnelmaschine von TUM Boring
Einer der Teilnehmer beim diesjährigen Wettbewerb der Boring Company: TUM Boring. - Bild: TUM Boring

Weil er sich über Staus ärgerte, gründete Musk "The Boring Company". Damit will er Tunnelbohrmaschinen bauen, um den Verkehr unter die Erde zu verlagern. Das Unternehmen hat inzwischen in Kalifornien einen 1,15 Meilen langen Forschungs- und Entwicklungstunnel gebaut und arbeitet momentan am "Vegas Loop", einem öffentlichen Transportsystem im Las Vegas Convention Center. Auch bei diesem Unternehmen spielen - genau wie bei SpaceX - die Kosten eine wichtige Rolle: Durch neue Technologien sollen diese so weit wie möglich gedrückt werden.

Daneben hat Musk wieder einen Wettbewerb ausgerufen - die Not-a-boring-Competition. In dieser versuchen Teams aus aller Welt, die schnellste Tunnelbohrmaschine der Welt zu bauen. Ein Teilnehmer: TUM Boring, eine Studentengruppe aus München. PRODUKTION hat mit zwei Teilnehmern über ihre Ziele und den Wettbewerb gesprochen. Das Interview lesen Sie hier. 

Die Münchner haben nicht nur teilgenommen, sondern den Wettbewerb 2021 auch gewonnen. Alles dazu erfahren Sie hier.

Thud (2018)

Das Wort Comedy in grellen Lettern
Das Medienunternehmen Thud sollte im Bereich Comedy aktiv werden. - Symbolbild: lchumpitaz - stock.adobe.com

Völlig aus dem Raster fällt Thud. Denn es dreht sich weder um neue Technologien, noch um Mobilität. "Thud! Das ist der Name meines neuen intergalaktischen Medienimperiums, Ausrufezeichen optional", twitterte Musk im März 2018. Ein Jahr später startete das Unternehmen eine Website, um sich über DNA-Tests lustig zu machen. 

Laut 'The Atlantic' verkaufte der Tesla-CEO Thud Anfang 2019 an die ehemaligen Redakteure von 'Onion', Ben Berkley und Cole Bolto.

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