Die Getriebe werden durch das neue Lackierzentrum transportiert.

Die Getriebe werden durch das neue Lackierzentrum transportiert.

LEINFELDEN-ECHTERDINGEN (ba). Durch eine komplette Umstellung der Produktionsprozesse im Werk Penig bei Chemnitz trennte Flender die Fertigung von Getrieben für Schienenfahrzeuge von der Herstellung der Getriebe für den Maschinenbau und Windenergie mit den Ziel, den Fertigungsprozess durch einen klaren Materialfluss zu zentralisieren und die Fertigungszeit zu verkürzen. Das Unternehmen liefert komplette Antriebslösungen für nahezu alle Schienenfahrzeugtypen, wie Straßen- und Regionalbahnen, Lokomotiven sowie Metro- und U-Bahnen. Zum Programm gehören Getriebe, ausgelegt für Achslasten bis zu 32 t.

Im Rahmen der Zentralisierung der Fertigung für Schienenfahrzeuge sollte ein neues Lackierzentrum als Komplettlösung aus einer Hand entstehen. Die LUTRO Luft- und Trockentechnik überzeugte durch eine individuell auf die Kundenanforderungen zugeschnittene Gesamtlösung. Das neue Lackierzentrum in Penig besteht aus zwei kombinierten Lackierkabinen, in denen lackiert und getrocknet werden kann, einer kombinierten Reinigungs- und Trockenkabine mit Hochdruckreinigungssystem und einer integrierten Fördertechnik, mit der Werkstücke von bis zu 2 t Gewicht transportiert werden können.

Die kombinierte Reinigungs- und Trockenkabine ist innen korrosionsgeschützt in Edelstahl ausgeführt. Die Werkstückreinigung in ihr erfolgt mit einem Hochdruckreinigungssystem. Die beim Reinigungsvorgang entstehenden Schwaden werden durch die Entlüftung der Kabine erfasst und abgesaugt. Das Reinigungswasser läuft in eine Ablaufrinne, wird in einen Vorrats- und Zwischenbehälter geleitet und periodisch durch die hauseigene Wasseraufbereitungsanlage gereinigt. Der Vorteil dieses abwasserarmen Kreislaufs ist eine verlängerte Standzeit des Mediums und der Entfall hoher Abwasserkosten.

Die beiden Farbspritzkabinen mit 5 m Länge, 4 m Breite und knapp 5 m Höhe, in denen die Achsgetriebe lackiert und getrocknet werden, sind mit einer Hub- und Senkstation ausgestattet. Mit dieser ist es möglich, die bis zu 2 t schweren Werkstücke zu heben und zu senken, um sie von allen Seiten in einem Arbeitsgang zu lackieren. Die Kabinen werden energiesparend mit höchst effizienten Gasflächenbrennern beheizt. Umweltfreundliche Gasflächenbrenner bieten sich für die Direktbeheizung und die Zu- und Umluftströme dann an, wenn Gas als Heizmedium gegeben ist. Geringer Energieverbrauch, schnelle Aufheizzeiten, eine sehr genaue Temperaturregelung, geringe Wartungsaufwendungen und emissionsfreie und umweltfreundliche Technologie sind klare Vorteile, die für den Einsatz von Gasflächenbrennern sprechen. Im Vergleich zu herkömmlichen Systemen werden rund 20 % an Energie eingespart.

Vervollständigt wird die Energiespartechnik durch die installierte Wärmerückgewinnung. Der Wirkungsgrad der Kreuzstromwärmetauscher liegt bei über 50 %. Die Kreuzstromwärmetauscher sind mit leicht zu reinigenden Einzelmodulen bestückt.

Die kompletten Lüftungsaggregate der Lackierkabinen werden bedarfsgerecht durch Frequenzsteuerung energiesparend geregelt. Ein Farbversorgungsraum der sich zwischen den Lackierkabinen befindet ist von jeder der beiden Kabinen seitlich zugänglich und mit entsprechender Be- und Entlüftung ausgestattet. Alle Aggregate wurden auf einem Traggerüst oberhalb der Kabine auf minimaler Fläche untergebracht. In der integrierten Förderanlage werden die Getriebe an den Warenträger gehängt und dann mit einem elektrisch angetriebenen Querverschub entweder in die Lackieranlage oder zum entsprechenden Prozess befördert.