Die neue Einarbeitungspresse soll bei Audi die Durchlaufzeiten minimieren und die Qualität der

Die neue Einarbeitungspresse soll bei Audi die Durchlaufzeiten minimieren und die Qualität der Werkzeuge und der Umformprozesse frühzeitig absichern. Das Bild zeigt die Oberflächenkontrolle eines Ziehwerkzeugs für den Seitenwandrahmen eines Audi A7. (Bild: Audi AG).

INGOLSTADT (ks). „Damit vollziehen wir einen weiteren wichtigen Schritt zur Optimierung unseres synchronisierten Produktionssystems“, erklärt Frank Dreves, Vorstand Produktion der Audi AG, und setzt ein klares Ziel: „Wir wollen den besten Werkzeugbau der Welt.“

Audi hat in die Anlage insgesamt rund 9 Mio investiert. Auf der neuen mechanischen Einarbeitungspresse werden die Werkzeuge auf ihre Genauigkeit und Präzision im Umformprozess getestet. Später produzieren sie unter anderem die Außenhautteile der Fahrzeuge. Die Einarbeitung der Werkzeuge erfolgte bislang auf hydraulisch angetriebenen Anlagen. Diese können aufgrund ihrer Konstruktion jedoch nicht so schnell und kraftvoll arbeiten. Audi setzt deshalb auf die mechanische Einarbeitungspresse, da diese auch in der Serienfertigung zum Einsatz kommt. Die Praxiserprobung und die Feinabstimmung der Werkzeuge laufen somit unter nahezu identischen Bedingungen ab. Das spart nicht nur Zeit und Aufwand, sondern gewährleistet auch höchstes Qualitätsniveau bei der Übergabe der Werkzeuge an das Presswerk.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Peter Mosch betont: „Die mechanische Einarbeitungspresse ist ein wichtiger Investitions-Meilenstein für die langfristige Sicherung des Vorsprungs durch Technik. Das Können und die Klasse des Werkzeugbaus spielen bei Audi eine zentrale Rolle für die Premium-Qualität unserer Autos. Das wiederum dient unmittelbar der nachhaltigen Festigung des Standorts und der damit verbundenen Arbeitsplätze.“

„Wir steigern damit unsere Kapazitäten und können so im Werkzeugbau mehr Fahrzeugprojekte mit eigenen Mitteln realisieren“, erklärt Michael Breme, Leiter der Sparte Werkzeugbau, und verweist auf das synchrone Produktionssystem bei Audi. Dieses baue auf dem Prinzip der kurzen Wege und einem schnellen und effizienten Materialfluss auf.

Um die neue Einarbeitungspresse in das Gebäude des bestehenden Werkzeugbaus integrieren zu können, wurde das Untergeschoss um 300 Quadratmeter erweitert. Der hohe Grundwasserspiegel erforderte den Bau einer wasserundurchlässigen Betonwanne, die auf insgesamt 111 Bohrpfähle von jeweils 14,5 Metern Länge errichtet wurde. Insgesamt 15 Monate dauerte das Projekt von der Planung bis zur Montage der Maschine.