Bionische Lochbleche haben weniger Gewicht und eine natürliche Formensprache. Foto: Graepel

Bionische Lochbleche haben weniger Gewicht und eine natürliche Formensprache. Foto: Graepel

LÖNINGEN (hi). Mit fast 100 Produktionsexperten aus Metall verarbeitenden Unternehmen war die Veranstaltung beim Gastgeber Friedrich Graepel AG gut besucht. Auf dem betriebsübergreifenden Informationsforum wurden insbesondere neue Entwicklungen bei der Herstellung von Komponenten und Baugruppen aus Blech diskutiert.

Umformen mittels Luftdruck: Dieses neuartige Produktionsverfahren der Dr. Mirtsch GmbH soll den Materialeinsatz und damit Kosten und Gewicht verringern. Die Natur diente dabei als Vorbild: Durch Druckbeaufschlagung entstehen quasi von selbst natürliche Idealformen mit sehr effizienten Eigenschaften. Eine Anwendung sind Lüftungskonstruktionen, die formstabil aus einem Stück hergestellt werden – statt wie üblich aus mehreren Einzelteilen. Würden dabei Lochbleche mit RAL-Gütezeichen, also mit Qualitäten jenseits der DIN 24041, verwandt, so sei das technisch Maximale erreicht, hieß es seitens Graepels. Typische Einsatzfelder der „bionischen Bleche“ ergeben sich im Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeugbau sowie im Objektbau.

Deutlich wurde allerdings auch, dass sich bereits heute durch das Re-Design bestehender Produkte und moderne Folgeverbund-Werkzeuge zahlreiche Ansätze zur Effizienzsteigerung ergeben. Was Gestaltung zu leisten vermag, machte Professor Hatto Grosse von der Köln International School of Design anschaulich deutlich. „Wer etwas erleben will, muss spielen“, sei dabei ein wichtiger Grundsatz. Auch die TU Dresden, vertreten durch Andreas Porsche, steuerte hilfreiche Ansätze zur Produktionsoptimierung bei.

Damit die Teilnehmer praktischen Nutzen in die Betriebe mitnehmen konnten, hatten die Veranstalter drei Workshops integriert. Darin wurden beispielsweise Fragen der Farbgebung und Korrosionsvorsorge am konkreten Objekt behandelt. Auch die Möglichkeiten der Umformung gelochter Bleche – Stichwort Materialeffizienz – waren ebenso Thema wie die wirtschaftliche Produktion in Kleinserien. Mit Professor Hans-Dieter Hermann hatte man zudem den Psychologen der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft verpflichtet. Seine Tipps, wie Konstrukteure frei für neues Denken werden, wurden dankend aufgenommen. Die nächsten Blechinnovationstage „Graepel-InForm“ sind für 2013 geplant.