Bosch sieht in elektrisch angetriebenen Schraubern die Zukunft. Ein neues Modell, das die

Bosch sieht in elektrisch angetriebenen Schraubern die Zukunft. Ein neues Modell, das die Fokussierung auf Elektro-Schrauber unterstreicht: der C-Exact 6-1.000 bzw. 6-6.000.

von Annika Mentgen

STUTTGART. “In letzter Zeit setzen die Unternehmen einen immer stärkeren Fokus auf eine energieeffiziente Produktion. Zu “Lean Manufacturing” kommt “Green Manufacturing”. Im Vordergrund steht die Reduzierung des CO2-Ausstoßes”, sagte Martin Doelfs, Leiter Produktbereich Industriewerkzeuge im Bereich Power Tools der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Pressekonferenz auf der Fachmesse Motek.

Dieses Vorgehen habe nicht nur den gebotenen Nachhaltigkeitseffekt auf die Umwelt, sondern spare auch Produktionskosten durch den wesentlich verminderten Energieeinsatz ein. Laut Doelfs geht die Bosch-Gruppe hier wie auch andere Unternehmen beispielgebend voran: Ziel von Bosch sei es, den CO2-Ausstoß der Standorte in aller Welt bis 2020 um mindestens 20 % gegenüber 2007 zu reduzieren.

Dieser Trend kommt nach Aussagen des Unternehmens elektrisch angetriebenen Schraubsystemen sehr entgegen. Mit dem Wechsel von vergleichbaren Druckluftwerkzeugen zu Elektro-Schraubern könnten bis zu 95 % CO2-Reduzierung und mehr erreicht werden. Dieser enorme Einspareffekt sei leicht über den Wirkungsgrad der Drucklufterzeugung, die Leckageverluste der Druckluft-Leitung und dem Wirkungsgrad des Druckluftmotors im Vergleich zu elektrisch angetriebenen Werkzeugen zu errechnen.

98 % Energieeinsparung pro Jahr und Schrauber

Wie groß der Beitrag der eingesparten circa 95 % CO2-Emissionen in der gesamten CO2-Bilanz einer Produktionsstätte ist, hängt natürlich von den örtlichen Gegebenheiten ab. Ein konkretes Beispiel zeigt die Relevanz dieses Themas:

Die Bosch-Gruppe hat in ihrem Werk in Murrhardt in einem groß angelegten Feldversuch messtechnisch nachgewiesen, dass durch die Umstellung von Druckluftwerkzeugen auf Bosch-Industrie-Elektroschrauber – hier auf die Modelle C-Exact – die Energieeinsparung 98 % pro Schrauber und Jahr beträgt. Dies seien 52 % der Kosten für die Elektroschrauber. Der vom gesamten Werk verursachte CO2-Ausstoß wurde durch diese Umstellung um rund zehn Prozent reduziert, so Bosch. “Das Beispiel Murrhardt ist wegweisend”, so Doelfs.

Aktuell liegt der Umsatzanteil der elektrisch angetriebenen Schrauber bei Bosch bei nahezu 50 %, die druckluftangetriebenen bilden 40 % des Umsatzes – noch. Denn Bosch will künftig den Fokus auf Elektro-Schrauber richten, das Thema “stark intensivieren”. “Der Anteil Druckluft wird kontinuierlich sinken”, prognostiziert Doelfs.

Dies gilt auch für die eigenen Fertigungsstätten. Denn laut Doelfs setzt Bosch, wo immer möglich, Elektro-Schrauber ein. Der Einkauf sei angehalten, ausschließlich elektrisch angetriebene Schrauber zu bestellen. Ob Bosch langfristig die Druckluftschrauber aus seinem Portfolio komplett streichen wolle? Das wollte Doelfs nicht bestätigen.