Simultanbearbeitung per VL 1 TWIN

Die VL 1 TWIN verfügt über zwei Hauptspindeln, mit denen sich zwei gleiche Bauteile simultan bearbeiten lassen. - Bild: EMAG

Produktivität und Digitalisierung in der Automotive-Produktion – diese Themen prägen den diesjährigen Auftritt der EMAG Gruppe auf der AMB in Stuttgart. Dabei zeigen die Maschinenbauer in Halle 4, Stand 4B51, zum Beispiel ihre neue zweispindlige Pick-up-Drehmaschine VL 1 TWIN.

Und zwar in der VL 1 TWIN LINE Ausführung, also als kompaktes Produktionssystem inkl. Automation und Teilespeicher. Gleichzeitig zeigen die Experten auf ihrem Messestand, wie Anwender diese (und andere) Maschinen per Software überwachen können. Interessant ist auch eine neue Service-App. Sie erleichtert den Kontakt zum EMAG Service bei technischen Problemen oder Ersatzteilanfragen.

Großvolumige Prozesse prägen den Getriebebau: Bauteile wie Zahnräder, Nocken oder Hülsen entstehen in riesigen Stückzahlen – und das unter der (fast schon selbstverständlichen) Grundbedingung einer extremen Bearbeitungspräzision und unter hohem Kostendruck.

Wie der Maschinenbau diese Anforderungen technisch umsetzt, zeigt EMAG auf der AMB mit der Pick-up-Drehmaschine VL 1 TWIN, bzw. der VL1 TWIN Line, für Getriebekomponenten bis 75 Millimeter Durchmesser – in besonderem Maße standen bei EMAG die laufenden Stückkosten im Fokus, wie ein Mitarbeiter in diesem Video erklärt. Deshalb hat die VL 1 TWIN zwei Pick-up-Arbeitsspindeln (9,9 kW / 136 Nm bei 40% ED), mit denen zwei identische Werkstücke vom Förderband aufgenommen, in den Arbeitsraum transportiert und simultan bearbeitet werden.

Entscheidend ist dabei: Durchmesser und Länge (X-/ Z-Richtung) der beiden Bauteile lassen sich unabhängig voneinander korrigieren, weil die Spindelkästen autark verfahren können. Dazu kommt, dass EMAG diese Maschinen per TrackMotion-System verketten kann. In den daraus folgenden Multi-Technologie-Fertigungslinien entstehen komplette Nockenstücke, Planeten- oder Sonnenräder, Hülsen oder Wälzlagerringe.

Wie unerwünschte Nebenzeiten auf ein Minimum reduziert werden

Wie so etwas im Detail aussehen kann, ist ebenso ein Thema auf der AMB. Hierzu zeigt das Unternehmen verschiedene Maschinen für das Drehen, Verzahnen und Schleifen, die sich einfach verketten lassen. Entscheidend für den Gesamtablauf ist das synchronisierte Zusammenspiel von Pick-up-Spindel und TrackMotion-Automationssystem.

Unerwünschte Nebenzeiten sind auf ein Minimum reduziert – eine Qualität, die dieser Film sehr eindrücklich vermittelt. Die einzelnen Teilprozesse sowie die Übergabe der Bauteile zwischen Maschine und Automationssystem lassen sich hier im Detail beobachten.

emag. Die Software „MultiMachineMonitor“ bietet eine schnelle Übersicht über alle Maschinen in der Produktion.
Die Software „MultiMachineMonitor“ bietet eine schnelle Übersicht über alle Maschinen in der Produktion. - Bild: EMAG

Die „Smart Factory“ entsteht

Im Themenfeld „Digitalisierung“ hat EMAG in den letzten Jahren große Entwicklungsschritte vollzogen, wie ein Themenüberblick auf dieser Webseite verdeutlicht. Bereits auf der letztjährigen EMO erlebten die Besucher die Möglichkeiten von Softwarelösungen wie „MultiMachineMonitor“, mit deren Hilfe die Produktionsleiter eine schnelle Übersicht über alle Maschinen bekommen.

Das Programm „MachineStatus“ liefert dabei Kennzahlen, die Rückschlüsse auf ihre Produktivität ermöglichen. „Beide Programme wurden kontinuierlich weiterentwickelt – die Rückmeldungen der Kunden standen dabei im Zentrum“, sagt Rainer Seitz, Leiter Softwareentwicklung & IoT bei EMAG.

„Auf der AMB zeigen wir deshalb jetzt optimierte Versionen mit einfacherer Bedienung und einer übersichtlicheren Darstellung. Daten unterschiedlicher Maschinen können in einem Diagramm verglichen werden.“

„Service 4.0“ im Fokus

Von der Smart Factory zum Smart Service – für EMAG ein naheliegender Zusammenhang. Immerhin nutzen die Spezialisten in zunehmendem Maß die Möglichkeiten der Digitalisierung, um ihren Service zu optimieren, wie ein Mitarbeiter in diesem (englischsprachigen) Interview berichtet.

Ein herausragendes Beispiel ist in diesem Zusammenhang die EMAG ServicePlus-App für Smartphones und Tablets. Das Grundprinzip: Bei technischen Problemen startet der Maschinenbediener einfach das Programm und scannt einen QR-Code auf der Maschine. Dann stellt er mit Hilfe der App Kontakt zum EMAG-Service her oder startet eine Ersatzteilanfrage.

EMAG Service
EMAG ServicePlus-App: Nach einem Scan des QR-Codes kann sich der Bediener mit dem richtigen Ansprechpartner in Verbindung setzen. - Bild: EMAG

„Anschließend weiß der Techniker ganz genau, um welche Maschine es sich handelt und kann punktgenau unterstützen“, erklärt Peter Strohm, Projektmanager Global Service bei EMAG. „Außerdem ist von vornherein sichergestellt, dass der Anwender automatisch immer beim richtigen Ansprechpartner landet.  Der ganze Serviceprozess wird schneller und zielgerichteter.“

Der Gesamtauftritt von EMAG auf der diesjährigen AMB in Halle 4, Stand 4B51, hält übrigens noch deutlich mehr bereit. Die Besucher erleben die ganze Bandbreite der Gruppe mit ihrem großen Technologiespektrum.