Innerhalb von 135 s kann Fuel-Tec mit einem 16-fach-Schrauber Tensor-DL (oben) Schwallschutzplatten

Innerhalb von 135 s kann Fuel-Tec mit einem 16-fach-Schrauber Tensor-DL (oben) Schwallschutzplatten in der Tankschale prozesssicher verschrauben. (Bild: Atlas Copco Tools Central Europe)

Essen (rm) Die Matten lassen sich damit laut Fuel-Tec prozesssicher innerhalb von 135 s von einer Person montieren. Schwappgeräusche des Kraftstoffs beim Beschleunigen und Bremsen werden auf diese Weise unterdrückt.

Fuel-Tec, eine Zweigniederlassung der Magna Steyr Fuel Systems GesmbH im österreichischen Sinabelkirchen nahe Graz, verschraubt die Schwallschutzplatten mit Kunststoffmuttern auf Bolzen in der Tankschale. Die Muttern müssen ein Autoleben lang fest sitzen und dürfen sich nicht lösen.

Um sicherzustellen, dass alle Muttern korrekt angezogen sind, schied deswegen eine manuelle Montage aus – nicht zuletzt auch wegen der mit 135 s vorgegebenen kurzen Taktzeit. In dieser Zeit müssen zudem Tankschale und Schwallschutzplatte positioniert, mit pneumatischen Spannern fixiert und nach der Montage das Bauteil entnommen werden.

Der 16-fach-Schrauber montiert 16 von insgesamt 18 Kunststoffmuttern prozesssicher in einem Schritt. Drehmomentgesteuert und drehwinkelüberwacht kann Fuel-Tec auf diese Weise dokumentieren, dass wirklich alle Muttern korrekt angezogen sind. Für die restlichen beiden Muttern verwendet man ebenfalls einen Schrauber Tensor DL, der mit einem Pistolengriff ausgestattet und griffgünstig in der Station positioniert ist. Denn wegen der geometrischen Anordnung ließ sich kein 18-fach-Schrauber einsetzen.

Der Mehrfachschrauber war zwingend notwendig, denn zur manuellen Montage hätte Fuel-Tec bei der geforderten Taktzeit einen zweiten Werker einsetzen und zusätzlich noch nach einer Lösung für die Prozessüberwachung suchen müssen. Die Station mit dem Atlas Copco-System lässt sich dagegen von einer Person bedienen und liefert den Prozessstatus gleich mit.

Um das Gewinde des Bolzens sicher zu finden, wurde zudem ein zweistufiges Vorgehen programmiert. Vor dem Anzug wird die Mutter zunächst in einem eigenen Parametersatz (Findeprogramm) ein Stück nach links gedreht und rastet dabei sinngemäß ein, bevor der Endanzug auf 1,2 Nm Drehmoment mit dem tatsächlichen Anzugprogramm prozessüberwacht erfolgt.

Bei der Auslegung des Mehrfachschraubers mussten sich die Konstrukteure einer schwierigen Aufgabe stellen. Denn wegen der besonderen Tankform haben nicht alle Stehbolzen die gleiche axiale Ausrichtung. Jeder der 16 Schrauber lässt sich daher über eine kugelige Aufhängung in allen Richtungen justieren.

Gesteuert wird die komplette Station von einer eigenen SPS-Steuerung. Sie überwacht den Ablauf vom Einlegen der Komponenten bis zu ihrer Entnahme. Sobald die Montage beginnen kann, erhalten die 16 Einzelsteuerungen der Schrauber das Startsignal und beginnen mit dem Findeprogramm. Nach dem Endanzug melden sie der SPS, ob die Muttern korrekt verschraubt wurden.

Fehlt ein In-Ordnung-Signal (i. O.), schaltet die SPS nicht weiter und verlangt zunächst eine Nacharbeit. Der Werker kann sowohl auf der SPS-Anzeige als auch an den Schraubern anhand eines grünen oder roten Signals erkennen, an welcher Stelle ein Problem auftrat und per Handschrauber eine neue Mutter montieren. Auf diese Weise verlassen nur korrekt montierte Bauteile die Station.

Einmal im Jahr werden alle Schrauber durch Atlas Copco gewartet und mittels Maschinenfähigkeitsuntersuchung überprüft und abgestimmt. In regelmäßigen Abständen kontrollieren Fuel-Tec-Techniker zudem, ob alle Tensoren korrekt anziehen, so dass sich das Unternehmen jederzeit auf korrekt verschraubte Schwallschutzplatten verlassen kann. Sollte doch einmal ein Fehler auftauchen, ist der Servicetechniker von Atlas Copco schnell vor Ort.