Der neue StarCut Tube Femto von Rofin-Sinar bietet als eines der ersten Systeme, den athermischen, „kalten“ Lasertrennprozess für die medizintechnische Fertigung an.

starnberg (hi). Da die Pulsdauern von Femtosekundenlasern unterhalb der meisten Wechselwirkungszeiten auf atomarer Ebene liegen kommt es zu praktisch keinem Wärmeeintrag. Nur das unmittelbar durch den Laserstrahl getroffene Material wird entfernt, Aufschmelzung und Gratbildung in den Randbereichen bleiben aus. Das in den StarCut Tube Femto integrierte, revolutionäre, kompakte Laserkonzept zeichnet sich durch hohe Verfügbarkeit und Prozessstabilität aus. Diese Eigenschaften, die von Laserquellen für industrielle Bearbeitungsaufgaben erwartet werden, waren bislang für Ultrakurzpulslaser nicht selbstverständlich.

Bei der Herstellung von medizintechnischen Implantaten aus rohrförmigem Halbzeug kommt bislang meist das Laserschmelzschneiden mit μs-Pulsdauern zum Einsatz. Auch bei bestmöglicher Konfiguration hinterlässt dieses Schneidverfahren Grate speziell im schlecht zugänglichen Rohrinneren. Diese müssen manuell durch Räumen entfernt werden, bevor ein chemischer Ätzvorgang die Oxidschichten entfernt und elektrochemische Politur die Schnittflächen verrundet. Das in diesem Bereich eingesetzte Nitinol Material, (Formgedächtnislegierung) lässt sich nur mit sehr hohem Ausschuss chemisch oder mechanisch nachbearbeiten. Der Femtosekundenlaser reduziert die Nachbearbeitung auf eine einfache Reinigung basierend auf Ultraschall. Dies spart Kosten und senkt den Ausschuss, insbesondere bei diesen empfindlichen Werkstoffen, dramatisch.
Bioresorbierbare Stents stehen im Zentrum zahlreicher Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen. Dafür in Frage kommende bioresorbierbare Kunststoffe, wie Polylactide oder Polyglykolide, können aufgrund ihrer niedrigen Schmelzpunkte und schlechter Absorption mit klassischen Schneidlasern nicht bearbeitet werden. Zu hoch sind der Wärmeeintrag ins Material und die daraus resultierenden Materialveränderungen. Mittels Femtosekundenlaser konnten dagegen bereits Stents mit perfekten Kanten und Präzision aus diesen Kunststoffen geschnitten werden.
Die mechanischen Handhabungskonzepte des StarCut Tube Femto wurden hinsichtlich der besonderen Anforderungen zur Bearbeitung von dünnwandigem oder mechanisch instabilem Halbzeug angepasst. Das neue System ergänzt die StarCut Tube-Produktline. Die bereits etablierten Laserquellen StarCut18 und StarFiber sind nach wie vor State-of-the-art zum Trennen von Edelstahl und Nitinol.