WIESBADEN/ELTVILLE (ilk). Gute Nachrichten für die Krautzberger GmbH: Der Insolvenzplan, dem die Gläubiger am 16. Juni 2010 zugestimmt haben, ist seit gestern rechtskräftig. Beim Insolvenzgericht gingen keine Beschwerden gegen das vom Insolvenzverwalter Dr. Jürgen Blersch ausgearbeitete Sanierungskonzept ein. Damit ist das Unternehmen, das sich schon seit über einem Jahr auf Sanierungskurs befindet, endgültig gerettet. Da die Krautzberger GmbH im operativen Geschäft bereits wieder Gewinne erwirtschaftet, arbeitet sie nun auf sicherer finanzieller Grundlage. Eine Zerschlagung oder gar Liquidation des Eltviller Traditionsunternehmens ist endgültig vom Tisch. Auch die 58 Mitarbeiter der Krautzberger können endlich aufatmen. Alle Arbeitsplätze am Standort bleiben dauerhaft erhalten. „Die Sanierung ist vor allem ein Verdienst der Beschäftigten der Krautzberger GmbH“, betont der Insolvenzverwalter Dr. Jürgen Blersch von BGP Insolvenzverwaltungen. „Nur durch ihr großes Engagement und ihre Bereitschaft zum Verzicht auf erhebliche tarifliche Leistungen war es überhaupt möglich, der Krautzberger GmbH den Weg in eine erfolgreiche Zukunft zu ebnen“, so der Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter. Aber auch den übrigen Gläubigern, die dem Insolvenzplan mit großer Mehrheit zugestimmt haben, gebührt der ausdrückliche Dank des Insolvenzverwalters: „Die Kooperationsbereitschaft war auf allen Seiten von Anfang an sehr groß.“

Bereits am 25. Februar 2009 hatte die Geschäftsführung der Krautzberger GmbH den Insolvenzantrag gestellt, nachdem binnen weniger Monate der Umsatz im Automotive-Sektor, einem Kernbereich des Unternehmens, um 50 Prozent eingebrochen war. Dr. Blersch, vom Amtsgericht als Insolvenzverwalter bestellt, sah dennoch eine Perspektive für die auf Oberflächenveredelung spezialisierte Firma.

„Das Unternehmen, speziell seine Belegschaft, verfügt über ein umfassendes Know-how und stellt Nischenprodukte her, die in vielen Bereichen als das Nonplusultra gelten. Das war eine gute Basis, um für einen Fortbestand der Krautzberger zu kämpfen und die Sanierung anzustreben.“

Nach intensiven Verhandlungen mit den Banken, Lieferanten und Arbeitnehmern der zahlungsunfähigen Firma, wurde einvernehmlich ein harter Sanierungskurs eingeschlagen, um die Überlebensfähigkeit des Unternehmens wieder herzustellen. Wegen des dramatischen Umsatzeinbruchs war dabei ein Personalabbau unvermeidlich. 21 von zuletzt 79 Arbeitnehmern mussten gekündigt werden. Für sie wurde ein Sozialplan aufgestellt. Die verbliebenen Arbeitnehmer machten erhebliche Zugeständnisse: Im Rahmen einer Betriebsvereinbarung erklärten sie sich bereit, bis Ende 2011 auf 10 Prozent ihres Bruttogehalts sowie auf Sonderzuwendungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld zu verzichten. Dieses Paket an Sanierungsmaßnahmen trug bereits nach wenigen Monaten Früchte. Lieferanten und Mitarbeiter hielten dem Unternehmen die Stange. Auch der Absatz der Produkte konnte aufgrund intensiver internationaler Vertriebsaktivitäten, darunter auch die Präsenz bei wichtigen Fachmessen, wieder stabilisiert werden.