Wenn bis zu 400 verschiedene Stahlqualitäten bearbeitet werden müssen, ist nur noch eine

Wenn bis zu 400 verschiedene Stahlqualitäten bearbeitet werden müssen, ist nur noch eine Kühlschmierstoff-Sorte ein wichtiger Kostenvorteil. (Bild: Rhenus Lub GmbH)

Mönchengladbach (rm). Durch dessen Formulierung werden lange Standzeiten der Emulsion erreicht und zugleich die Bearbeitung vereinfacht. Zusätzlich wurde mit dem rhenus lubrineering, einer ganzheitlichen Systemlösung rund um den Einsatz von Fluiden, der gesamte Bearbeitungsprozess straffer, sicherer und wirtschaftlicher gestaltet.

Besondere Stärke des Krefelder Edelstahlspezialisten ist die Fertigbearbeitung von Maschinen- und Anlagenteilen, die dann montagebereit vorliegen. Dabei werden alle Leistungen aus einer Hand erbracht: vom Rohguss bis zur einbaufertigen Edelstahlkomponente – inklusive Konstruktionsschweißen, Polieren und Oberflächenbeschichtung.

Hergestellt werden beispielsweise Ringbrennkammern für Turbinen mit Stückgewichten im Rohzustand von rund 14 t. Nach der Bearbeitung, die hohe Anforderungen an die Werkzeuge und die eingesetzten Kühlschmierstoffe stellt, bringen die einbaufertigen Großteile noch 5,8 t auf die Waage.

Im Herstellungsprozess zählt die zerspanende Bearbeitung von Stählen, die teilweise Härtegrade von über 60 HRC erreichen, zu den anspruchsvollen Aufgaben. An den Rohlingen sind vielfältige Bearbeitungsoperationen auszuführen: Bohren, Polieren, Schneiden, Richten und Anfasen sowie Feinschliff.

Mit der Umstellung auf den Kühlschmierstoff von Rhenus Lub wollte Schmolz + Bickenbach nicht nur eine bessere Bearbeitungsqualität erreichen, sondern mit nur einem Schmierstoff auch alle Bearbeitungsoperationen abdecken.

Bei der Umstellung auf das neue Produkt trafen die Schmierstoff-Experten von Rhenus Lub auf schwierige Bedingungen. Insbesondere der Härtegrad (> 17 ° dH) des Ansetzwassers für die Kühlschmierstoff-Emulsion hatte in der Vergangenheit ständig zu Problemen geführt. Durch die vergleichsweise schnelle Aufhärtung traten beim Vorgängerprodukt umfassende Verschmutzungen an den Oberflächen der zu bearbeitenden Objekte auf. Rückstände aus dem Konzentrat bildeten einen filmartigen Belag, der die Qualität des Werkstücks beeinträchtigte und vor der Weiterbearbeitung kostenintensiv entfernt werden musste.

Mit der Umstellung auf r.rhenus TU 34 konnten diese Verschmutzungen der Werkstücke beseitigt werden. Denn wegen einer speziellen Formulierung lässt sich dieser Kühlschmierstoff auch bei hohen Härtegraden des Ansetzwassers zuverlässig verwenden. Zudem ist er nahezu universell einsetzbar.

Für Schmolz + Bickenbach, die bis zu 400 verschiedene Stahlqualitäten bearbeiten, bedeutet es einen wichtigen Vorteil, die Sortenvielfalt deutlich reduzieren zu können. Denn mit der Verwendung nur eines Produktes erzielt man in Administration, Bevorratung und im Einsatz Kostenvorteile. Zugleich wird die Bearbeitung sicherer, weil die Verwechslungsgefahr mit anderen Kühlschmierstoffen entfällt.

Der Kühlschmierstoff eignet sich sowohl für die Bearbeitung von Aluminium- sowie Stahllegierungen und Guss wie auch für das Zerspanen von NE-Metallen. Dabei zeichnet sich der mineralölhaltige Schmierstoff durch eine hohe Langzeitstabilität und geringes Schaumverhalten sowie durch eine effektive Spülwirkung aus. Weitere positive Eigenschaft sind ein günstiges Spülverhalten und die geringe Schaumneigung. Dadurch ist stets eine gute Sichtbarkeit des zu bearbeitenden Werkstücks gegeben.

Zudem ist das Fluid frei von chlororganischen Substanzen, Nitrit und sekundären Aminen. Es enthält vielmehr natürliche Rohstoffe und erfüllt so auch hohe Anforderungen an die Humanverträglichkeit. Dabei hat der Kühlschmierstoff eine gute Hautverträglichkeit und einen angenehmen Geruch.

Unter dem Strich hat Schmolz + Bickenbach das Ziel erreicht, die Kosten für den Kühlschmierstoff zu senken. Bisher musste das Fluid noch nicht ausgetauscht werden.

Gerade bei Kühlschmierstoffen kann der Austausch eines Fluids zu temporären Maschinenstillständen führen. Manchmal ist auch nicht gewiss, wie sich das sensible Zusammenspiel von Ansetzwasser, Kühlschmierstoff, Werkstück, Maschinen und Werkzeugen in der Praxis auswirkt.

Mit Hilfe des Systems rhenus lubrineering, einer Kombination aus Fluiden (lubricants) und spezialisiertem Prozesswissen (engineering) bewirkt jedoch die ganzheitliche Betrachtung von Bearbeitungsprozessen in Verbindung mit der Erfahrung aus vergleichbaren Projekten, dass die Umstellung einwandfrei vonstatten geht. Denn Servicemitarbeiter von Rhenus Lub analysieren alle bestehenden Prozesse und optimieren darauf aufbauend den Einsatz aller Kühlschmierstoffe im Unternehmen, von der Beschaffung bis zur Entsorgung.

Merkmal des rhenus lubrineering ist die kontinuierliche Betreuung des Anwenders auch nach der Produktumstellung. Regelmäßig werden die Erfüllung der Zielvorgaben und der Fortschritt bei der Prozessoptimierung kontrolliert. Die gezielte Auswahl von Technik und Wartung, Labor- und Qualitätskontrolle der Fluide, die Optimierung von Be- und Nachfüllung sowie die Reinigung von Produktionsmaschinen verlängern die Standzeit der Kühlschmierstoffe, verringern den Werkzeug- und Maschinenverschleiß und steigern die Oberflächenqualität der Werkstücke.

Zusätzlich kontrollieren die Spezialisten von Rhenus Lub regelmäßig den Schmierstoff, stellen mögliche Verunreinigungen fest und bereinigen diese wenn nötig. Durch diese Qualitätsüberprüfungen werden Bearbeitungskosten, wie für die Filterung und die Entsorgung gespart und die Standzeit des Kühlschmierstoffes weiter verlängert. Zusätzlich muss auf diese Weise kein Mitarbeiter als Verantwortlicher für das Fluid-Management abgestellt werden, was wiederum fixe Kosten unter anderem beim Personal oder bei der Schulung von Mitarbeitern einspart.