Die Anforderungen an die Reinigung steigen aufgrund von wachsenden Qualitätsanforderungen stetig. Welche typischen Kundenwünsche müssen Sie in letzter Zeit häufiger erfüllen?

Wir beobachten, dass einerseits mehr Wert auf Badpflegemassnahmen gelegt wird. Dazu zählen beispielsweise die Partikelentfernung durch Filtertechnik, Hydrozyklonabscheider u. ä.. Andererseits kommt mehr Sensorik wie pH-Wert-Messung oder Leitwertmessung zum Einsatz. Dadurch können nicht nur Badzustände und Badbelastung geprüft und dokumentiert, sondern auch der Automatisierungsgrad erhöht werden. Das Ergebnis sind gleichmäßigere Badzustände und eine gleichbleibend hohe Reinigungsqualität.

In letzter Zeit besteht ein weiterer häufiger Kundenwunsch darin, mehrere Reinigungsstufen hintereinander zu schalten. In Tauchanlagen werden dann häufig Spritz- und Tauchprozesse kombiniert. So kann in Summe eine höhere Reinigungswirkung erzielt werden, weil die Vorteile beider Reinigungsverfahren genutzt werden können.

Woran können Sie die Entwicklung der Reinigung hin zum wertschöpfenden Prozess festmachen?

Als Basis für eine gute Beschichtungsqualität ist eine hervorragende Reinigung zwingend erforderlich. Falls dieser unabdingbare Prozessschritt nicht hundertprozentig stimmt, kann durch die nachfolgenden Behandlungen keine nachweisbare Beschichtungsqualität mehr erreicht werden.

Wo spart der Kunde, wenn die Reinigung stimmt?

Vorrangig wird an der Nacharbeit gespart. Dies gilt insbesondere für Reinigungsverfahren vor einer Lackierung. Auch die Funktionalität des Endprodukts ist durch eine effiziente Reinigung gewährleistet.

Sie bieten verschiedene Reinigungsverfahren an. Welchen Stellenwert hat die Ultraschallreinigung und wann eignet sich diese besonders gut?

Die Ultraschallreinigung hat in den für uns typischen Anwendungen einen sehr untergeordneten Stellenwert. Aufgrund der Behältergrößen wären relativ hohe Ultraschall-Leistungen erforderlich. Sowohl im Hinblick auf die Investitionskosten als auch auf die Betriebskosten ist dies nur selten rentabel.

Ultraschallreinigung eignet sich aufgrund ihrer verstärkenden Reinigungswirkung insbesondere für Bauteile, an denen die Partikel durch leicht magnetische und statische Effekte anhaften. Weiterhin können bestimmte Teile wegen ihrer Beschaffenheit (Hinterschneidungen, Sacklöcher, Gewindebohrungen) mithilfe von Ultraschall besser gereinigt werden als mit Spritz-, Flut- oder Anströmungsverfahren.

Welche Probleme entstehen, wenn die Reinigungsqualität nachgewiesen werden muss?

In der Regel muss die Reinigungsqualität anhand bestimmter Werksnormen des Kunden nachgewiesen werden. Diese geben eine festgelegte zulässige Restverschmutzung vor, da eine hundertprozentige Reinheit mit vertretbarem Aufwand nicht erzielbar ist.

Die Definition des Reinheitsgrades gestaltet sich jedoch meist schwierig. Es wird eine zulässige Partikelanzahl pro Fläche festgelegt, die je nach Partikelgröße, Partikelform oder Partikeltyp unterschiedlich hoch sein darf. Ähnlich schwierig ist die Definition zulässiger filmischer Verschmutzung.

Auch der Nachweis der Restverschmutzung ist oft problematisch, da die Analyse abhängig von der Geometrie der zu reinigenden Bauteile in der Regel nicht online durchgeführt werden kann. Die Prüfung wird daher meist offline an Stichproben und an bestimmten Bauteilstellen durchgeführt. Möglich sind auch indirekte Messungen z. B. über die Belastung der Spülbäder. Die Ergebnisse sind deshalb bestenfalls repräsentativ und stets interpretierbar.