Mehr Produktivität bei Gussteil-Produktion 1

Eine Wasserstrahlschneidanlage von Flow Europe zeigt ihre Stärken bei der Nachbearbeitung von Aluminium-Gussteilen. Die Produktivität bei einem mittelständischen Unternehmen konnte deutlich gesteigert werden.

berlin (hi). Die 1939 gegründete Leichtmetallgießerei Walter Koch & Sohn GmbH & Co KG (Leimeko), Berlin ist ein Familienbetrieb, in dem 150 Mitarbeiter unter modernsten Produktionsbedingungen rund 400000 Aluminiumgussteile pro Jahr fertigen. Das Leistungsspektrum der Berliner umfasst neben Einzelstücken und Prototypen auch Nullserien sowie Klein- und Großserien. Hergestellt werden unter anderem Produkte für den Maschinenbau, die Automobilindustrie, für Industrieanlagen oder Hochspannungsanlagen im Sandguss- oder Kokillengussverfahren. Auch modernste Methoden zur CNC-Fräsbearbeitung sind im Einsatz. Seit Januar 2007 setzt das Unternehmen beim Abtrennen des Angusses, der beim Niederdruck-Kokillengießverfahren zwangsläufig entsteht, auf eine moderne Wasserstrahlschneidanlage. Um diese auch zu 100 % auszulasten, bietet das Unternehmen zudem Wasserstrahlschneiden als Dienstleistung an.
„Die Technologie des Wasserstrahlschneidens war mir grundsätzlich aus der Luft- und Raumfahrttechnik bekannt“ berichtet Dipl. Ing. (FH) Peter Puhlmann, Geschäftsführer bei Leimeko. „Weil wir vermuteten, dass wir mit dieser Technologie unseren Fertigungsprozess deutlich optimieren könnten, machten wir uns auf die Suche nach einer für uns geeigneten Anlage.“ Fündig wurden die Berliner bei den Wasserstrahl-Experten der Flow Europe GmbH, Bretten. Überzeugt hat sie vor allem die einfache Bedienung der Anlage. Seit Mitte Januar 2007 ist bei Leimeko eine Integrated Flying Bridge Anlage des Typs IFB 2412 mit einem Schneidkopf im Einsatz. „Ursprünglich wollten wir eine kleinere Anlage anschaffen“ erinnert sich Puhlmann. „Dann wurde uns bei den Gesprächen mit Flow aber klar, welchen Reiz die Lohnfertigung haben kann. Heute fertigen wir Bauteile, die wir mit der kleineren Anlage niemals hätten herstellen können.“
Die eingesetzte IFB-Anlage ist nicht nur äußerst robust, sondern dank ihres Aufbaus auch von drei Seiten frei zugänglich. Zusätzlich kann der Ausleger zur Seite gefahren werden, was beim Be- und Entladen mit großen zu bearbeitenden Platten von Vorteil ist. Der Auslegerarm ist äußerst steif gebaut, somit können beim Schnitt höchste Genauigkeiten erzielt werden. Bei Bedarf kann ein zweiter Schneidkopf eingesetzt werden. Steuerung, Hochdruckpumpe und Wasserstrahlkomponenten sind bei diesem Modell Platz sparend in einem einzigen Maschinenrahmen integriert. Die direkt angetriebene Hochdruckpumpe HyPlex 30 liefert einen Arbeitsdruck von 3.800 bar. Im konkreten Fall wurde die Maschine zusätzlich mit der Anbohrhilfe UltraPierce ausgerüstet. Mit diesem patentierten Verfahren lassen sich auch spröde Werkstoffe anbohren, ohne dass ein mechanisches Vorbohren notwendig ist. Die automatische WaterVeyor-Selbstentschlammung saugt per „Venturi-Effekt” kontinuierlich den gebrauchten Abrasivschlamm aus dem Strahlfangbecken. Außerdem erleichtert ein Laserpointer als Einrichthilfe das Bestücken der Anlage.
Um sich das Bestücken der Anlage weiter zu vereinfachen, haben sich die Berliner etwas einfallen lassen: Für ihre Gussteile wurden Werkstückträger entwickelt, die auf der Wasserstrahlschneidanlage befestigt werden und in die sich nun die zu bearbeitenden Werkstücke einfach einlegen lassen. „Als die Mitarbeiter von Flow hierher kamen, um uns zu schulen, staunten sie über diese Idee, die sie so bislang noch nicht gesehen hatten.“ erinnert sich Puhlmann. „Gleichzeitig waren sie überrascht, dass wir bereits vor der Schulung schon einzelne Teile gefertigt hatten, was dank der einfach bedienbaren Software aber kein Problem war.“
Grundsätzlich ergänzt nach Erfahrung der Berliner die Technologie des Wasserstrahlschneidens die Herstellung von Gussteilen sehr gut. „Mit der Wasserstrahlanlage konnten wir unsere Produktivität deutlich steigern,“ meint Puhlmann. „Denn bisher wurde der Anguss durch CNC-Fräsen entfernt, was wesentlich zeitaufwändiger war. Aber auch bei der Herstellung von Prototypen sind die Einsparungen immens. Gleichzeitig können wir jetzt Formen schneiden, die mit den CNC-Fräsen bislang nicht realisierbar waren. Insgesamt ist die Wasserstrahlanlage für uns inzwischen zu einem Alltagswerkzeug geworden, etwa wie ein Dosenöffner im Haushalt. Wenn wir etwas Neues schneiden wollen, machen wir das einfach schnell auf der Wasserstrahlanlage.“ Mit eigenen Projekten lastet Leimeko die Wasserstrahlanlage derzeit zu ca. 60 % aus, die restlichen 40 % werden durch Dienstleistungen als Lohnfertiger abgedeckt. Die Projekte hierfür sucht sich das Unternehmen sehr genau aus. „Je komplexer ein Projekt ist, desto lieber manchen wir es“ sagt Puhlmann. „Zum einen weil wir die Herausforderung lieben, zum anderen aber weil diese Projekte natürlich auch deutlich repräsentativer sind und für uns eine gute Werbung bedeuten.“
Der Einsatz der Wasserstrahlanlage hat bei den Gussteilexperten also längst die Kreativität geweckt. Inzwischen gibt es bereits Pläne, wie man in Zukunft mit Hilfe der Anlage Prozesse weiter optimieren kann. So wäre eine Vollautomatisierung mit Hilfe eines Roboters denkbar, der die mit Bauteilen bestückten Werkstückträger automatisch auf der Anlage positioniert.
In der Software FlowPATH können alle Standard-Zeichenformate wie z.B. „dfx“ oder „iges“ eingelesen oder eigene Zeichnungen erstellt werden. Die Steuerung des eigentlichen Schneidprozesses übernimmt die Software FlowCUT, die Teil des Softwarepaketes FlowMaster ist. Nach Eingabe der verwendeten Materialart und -dicke sowie der gewünschten Schnittqualität ermittelt die Steuerungssoftware automatisch das Profil der Schneidgeschwindigkeit. Mit den benutzerdefinierten Parametern kann FlowCUT zudem Kosten und Schneidezeit pro Teil sowie Schnittweg und Gesamtverfahrweg ermitteln.
„Auch die Beschaffung von Ersatzteilen funktioniert schnell und reibungslos“ weiß Puhlmann aus Erfahrung. „Das ist bei einer Anlage, die im Drei-Schicht-Betrieb läuft, ebenfalls wichtig.“ Verschleißteile lassen sich nicht nur unkompliziert ausbauen und wechseln, auch die Bestellung ist äußerst einfach: Über das Online-Bestellsystem können Anwender unter www.FlowEuropeParts.com Ersatz- und Verschleißteile für Wasserstrahl-Schneidanlagen und Ultrahochdruckpumpen 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche bestellen. Dank Online-Sonderrabatt ist die Online-Bestellung sogar noch preiswerter.
Insgesamt sind die Berliner nicht nur mit ihrer Wasserstrahlanlage so zufrieden, dass sie inzwischen über die Anschaffung einer weiteren nachdenken. Auch vom Service der Brettener ist Puhlmann begeistert: „Die Zusammenarbeit hat wirklich sehr gut geklappt. Besonders beeindruckt hat uns auch, wie gut man immer wieder auf unsere Verbesserungsvorschläge eingegangen ist. Wir sind insgesamt also sehr froh, dass wir uns für eine Flow-Anlage entschieden haben.“eingelegt.

Bilder: Homburg