BU: Dieses MIG/MAG-Mulitverfahrens-Schweißgerät stellt mit coldArc, forceArc, pipeSolution und

BU: Dieses MIG/MAG-Mulitverfahrens-Schweißgerät stellt mit coldArc, forceArc, pipeSolution und Impuls für jede Schweißaufgabe den geeigneten Fügeprozess bereit. (Bild: EWM)

Zwei Schweißverfahren der EWM GmbH haben der Meiser-Gruppe, Hersteller von Gitterrosten und Treppenanlagen, Fortschritte bei Qualität und Effizienz gebracht.


Dieter Schnee

Mündersbach (rm). Bis vor Kurzem wurden im Werk Oelsnitz/Vogtland Baustähle S235 und S355 mit herkömmlichen Schweißstromquellen gefügt, die wegen ihrer Verfahrenscharakteristiken nicht bei allen Fügeaufgaben perfekte Arbeit leisten konnten. Der hohe Qualitätsanspruch war daher nur mit aufwändigem Finishing sicherzustellen.

Besonderes Augenmerk musste man auf eine Problemzone bei Spindeltreppen legen: Jeder umlaufende Stufenrahmen aus Flachstahl wird an eine Stufenhülse geschweißt. Die Geometrie der Konstruktion ließ bisher nur das Fügen von einer Seite zu; die Nahtrückseite war für alle Schweißbrenner unerreichbar. So bildeten sich immer wieder Hohlräume, die nur schwer zu verzinken waren.

2009 wurden die Vorzüge des MIG/MAG-Verfahrens forceArc von EWM bekannt und eine Inverter-Schweißstromquelle Phoenix erstmals getestet. Probestücke wiesen bisher unbekannte Nahtgeometrien auf. Denn durch den druckvollen wie zielgerichteten Lichtbogen, der einen tiefen Einbrand erzielt, war es nun möglich, die Spindelstufen als Vollanschluss zu fertigen. Dies ging mit Materialersparnis einher.

Darüber hinaus entstand im gleichen Arbeitsgang auf der Gegenseite, im Innern der Einfassung, eine Naht mit dem a-Maß 2. Und dies ohne Badsicherung und ohne eine Gegenlage zu schweißen. Dies bedeutete für Meiser einen Qualitätssprung an dieser für einen Schweißbrenner unzugänglichen und selbst für den Korrosionsschutz nur schwer erreichbaren Stelle. Die neue Lösung ließ eine rundum homogene Zinkschicht zu. Eine Verfahrensprüfung durch den TÜV-Süd qualifizierte das Verfahren.

Mit Hilfe der nun eingesetzten Phoenix-Geräte 521, 333 und 301 concept puls konnten weitere Schweißaufgaben effektiver erledigt werden. Bei einer Treppenanlage des Towers am Flughafen Frankfurt wurde vorher jede der einigen hundert Stufen an beiden Treppenwangen als Vollanschluss geschweißt. Die Bauvorschrift forderte eine umlaufende Schweißung. Das wären 2 400 mm Schweißnaht pro Stufe gewesen. Zeitersparnis war dringend gefordert. Mit der Entscheidung, auch dafür das druckvolle forcArc-Verfahren zu nutzen, konnte die Schweißzeit mehr als halbiert werden.

Damit schweißt man nun nur noch von einer Seite die 3er-Stufe aus Lochblech an die 15er-Treppenwange und erhält in einem Arbeitsgang auf der Vorderseite ein a-Maß von 4 und auf der Rückseite von 3. Neben Schutzgas, Energie und Zusatzwerkstoff spart Meiser so etwa jeweils 50 % bei der Schweißzeit und bei der Nahtvorbereitung ein. Bei zehn Stufen ergibt das eine volle Stunde. Weniger Einbringung von Schweißgut bedeutet gleichzeitig geringeres Schrumpfen und damit weniger Verzug, also ein weiterer Qualitätsaspekt.

Die etwa 30 Meiser-Schweißer arbeiten inzwischen bevorzugt mit den Phoenix-Stromquellen. Denn durch die komfortable Umschaltung der Lichtbogencharakteristik lassen sich alle Anwendungen mit nur einer Maschine abdecken.

Ein weiterer Vorzug sind die voreingestellten Schweißaufgaben (Jobs) mit optimierten Kennlinien. Lediglich Werkstoff, Durchmesser des Zusatzdrahtes und Art des Schutzgases sind in der Job-Liste abzulesen und die dazugehörige Job-Nummer anzuwählen. Der passende Arbeitspunkt lässt sich über die Synergic-Einknopfbedienung als Drahtgeschwindigkeit oder Blechdicke einstellen. Darüber hinaus kann der Schweißer pro Job bis zu 16 Schweißabläufe am Drahtvorschub einstellen oder auf Knopfdruck direkt am Brenner abrufen.

Bei der Vormontage der komplizierten Treppenkonstruktionen kommt es vor, dass auch größere Spaltmaße überbrückt werden müssen. Hier spielen die EWM-Schweißgeräte alpha Q bei Meiser einen weiteren Vorzug aus, nämlich das wärmereduzierte Fügen mit dem Verfahren coldArc. Damit kann der Schweißer zum Beispiel in PG-Position Spaltbreiten bis 10 mm an 5 mm-Blech sauber überbrücken. Das MIG/MAG-Mulitverfahrens-Schweißgerät stellt mit coldArc, forceArc, pipesolution und Impuls für jede Schweißaufgabe den passenden Prozess bereit.