Der Einsatz der Ultraschallreinigung kann dazu beitragen, die Partikelfracht in der

Der Einsatz der Ultraschallreinigung kann dazu beitragen, die Partikelfracht in der Reinigungslösung zu senken (Bild: Weber Ultrasonics).

von Susanne Bader
LANDSBERG (ks). „Reinigen etabliert sich mehr und mehr zum industriellen Prozessschritt“, sagt Christoph Matheis, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Oberflächentechnik (ZVO). Die Bedeutung der industriellen Teilereinigung offenbare sich dennoch vielen Herstellern erst dann, wenn partikuläre Verunreinigungen den Ausfall von Bauteilen zur Folge haben. Im schlimmsten Fall könne dies zu Rückrufaktionen führen. „Daher ist die frühe Einbeziehung der industriellen Bauteilreinigung als wertschöpfender Prozessschritt wichtig“, so Matheis.

Roland Barwien, Abteilungsleiter Konstruktion General Finishing bei Eisenmann, bestätigt dies: „Als Basis für eine gute Beschichtungsqualität ist eine hervorragende Reinigung zwingend erforderlich. Stimmt dieser Prozessschritt nicht 100prozentig, kann keine nachweisbare Beschichtungsqualität mehr erreicht werden.“ Der Kunde spare so vorrangig an der Nacharbeit. Zudem treten weniger Reklamationen auf, wenn die Produkte gut auf die Beschichtung vorbereitet sind. „Kleinste Partikel können zum Ausfall führen. Daher wird bereits bei der Entwicklung von Bauteilen die erreichte Sauberkeit und die Art der Reinigung erwogen“, sagt Walter Mück, Pero. Inzwischen würden viel mehr Teile als bisher üblich einer Restschmutzanalyse unterzogen. Beim Strahlen „legen die Kunden vermehrt Wert auf die Strahlmittelfreiheit der Oberfläche nach dem Strahlprozess. Bei sehr sensiblen Oberflächen kommt die Forderung nach Staubfreiheit hinzu“, sagt Ulf Kapitza, Agtos. Doch kann die Restverschmutzung so genau nachgewiesen werden, wie es die Kunden wünschen? Nein, sagt Dr. Uwe Vohrer, stellvertretender Abteilungsleiter Grenzflächentechnologie und Materialwissenschaft beim Fraunhofer-Institut für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik IGB: „Es werden Normen verlangt, aber meist ist es technisch nicht möglich, diese auch nachzuweisen.“

„Der Nachweis der Restverschmutzung ist oft problematisch, da die Analyse abhängig von der Geometrie der Bauteile in der Regel nicht online durchgeführt werden kann“, sagt Barwien. Stichprobenmessungen und die Analyse der Spülbad-Belastung seien stets interpretierbar. Eine andere Anforderung an den Reinigungsprozess ist besser gelöst: Moderne Reinigungssyssteme kommen laut Mück mit deutlich weniger Energie aus und schonen die Umwelt. Die Strahltechnik ersetzt laut Kapitza chemische Vorbehandlungsverfahren. Damit kann eine wichtige Anforderung an die Teilereinigung voll erfüllt werden: „Der geforderte Reinheitsgrad ist möglichst wirtschaftlich herzustellen“ sagt Martin Riester, VDMA-Fachverband Oberflächentechnik. Ein Vergleich der in Frage kommende Systeme anhand einer Lebenskosten-Analyse könne bei der Auswahl des wirtschaftlichsten Verfahren helfen.

aus Produktion Nr. 27, 2011