Nach mehreren Jahren Einsatz war diese Baggerschaufel verschlissen. Mit einer

Nach mehreren Jahren Einsatz war diese Baggerschaufel verschlissen. Mit einer Turbinenschleifmaschine GTG 40 erhält sie eine Verjüngungskur. (Bild: Atlas Copco Tools)

Von Heiko Wenke

Essen (rm). Rund 100 Mio. t Braunkohle jährlich liefern die drei Tagebaue der Kölner Bucht an die Energiewirtschaft. Angesichts solcher Fördermengen bleibt ein Verschleiß an den Großaggregaten nicht aus, weswegen eine Zentralwerkstatt Überholungs- und Reparaturarbeiten ausführt. So auch an Baggerschaufeln. Dafür kommen unter anderem 4,5 kW starke Turbinenschleifer GTG  40 von Atlas Copco Tools zum Einsatz, um Schweißnähte vorzubereiten und beizuschleifen.

In jeder der 5,6 t schweren Schaufeln hätte ein Mittelklasseauto Platz. Achtzehn von ihnen werden wieder zu einem Schaufelrad zusammengesetzt, doch zuvor müssen Verstärkungen aufgetragen und beigeschliffen werden.

Für das Schruppen dieser Aufpanzerungen sind die Turboschleifer gegenüber konventionellen Schleifmaschinen durch ihren höheren Materialabtrag nach Meinung von RWE Power besonders geeignet. Denn der integrierte Drehzahlregler hält die Schnittgeschwindigkeit laut Atlas Copco selbst bei starkem Andruck auf das Bauteil konstant hoch. Das Gewicht von 3,8 kg erleichtert die Handhabung zusätzlich, so zum Beispiel bei Arbeiten über Kopf.

Das fertig überholte Baggergebiss wiegt komplett rund 155 t und kann mit seinen 21 m Durchmesser bis zu 240 000 t Abraum oder Kohle pro Tag baggern. Doch bis dieser Schaufelradbagger seine Reißzähne erneut ins Kohlenflöz graben kann, sind einige Überholungsschritte nötig.

Das Fahrwerk von Bagger 287 beispielsweise hat schon fast ein halbes Jahrhundert Dienst getan. Die Substanz ist trotz des harten Einsatzes und Alters gut. Deshalb ist laut RWE Power eine Verjüngungskur deutlich kostengünstiger als ein teurer Neubau. Am Fahrwerksträger sind neben einem frischen Anstrich lediglich neue Lagerbuchsen erforderlich. Deren Sitz wird mit Stabschleifmaschinen LSF ausgeschliffen. Im Gegensatz zu ihren großen GTG-Geschwistern mit Turbinenherz treibt hier ein Lamellenmotor den Schleifeinsatz an. Doch auch die LSF-Modelle haben bei Motorleistungen bis 1,35 kW einen Drehzahlkonstantregler.

Durch die gleichbleibende Drehzahl wird ein gutes, ebenmäßiges Schliffbild erzielt. Neben der konstant hohen Leistung ist die eingebaute Pendellagerung des Werkzeugs eine zweite Besonderheit. Ihre Dämpfungselemente koppeln den Handgriff vom Motorblock ab, was die Vibrationsbelastungen beim Schleifen nach Angabe von Atlas Copco senkt. Unschädliche Werte von unter 2,5 m/s² werden so erreicht, und die Vorgaben der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung somit unterschritten. Ein willkommener Effekt über die gute Werkzeugergonomie hinaus: Die Standzeit der Schleifstifte, Fräser oder Schmirgeleinsätze verlängert sich durch den ruhigeren Lauf um bis zu 30 %.

RWE Power setzt ausschließlich Druckluftwerkzeuge ein. Denn im Stahlbau gibt es immer Grate und scharfe Kanten an den Werkstücken, die die Isolier-Ummantelung von Stromkabeln beschädigen könnten. Daraus würde vor allem die Gefahr eines Stromschlags für den Mitarbeiter resultieren, was Druckluftschleifer ausschließen. Nach den Erfahrungen des Anwenders sind sie zudem leistungsstärker und langlebiger.