SolidCAM bietet leistungsfähige Simulationsmöglichkeiten. Ungünstige oder fehlerhafte

SolidCAM bietet leistungsfähige Simulationsmöglichkeiten. Ungünstige oder fehlerhafte Bearbeitungen lassen sich so im Vorfeld und vor allem prozessparallel zuverlässig ermitteln und korrigieren. Bild: Klaus Hennecke

STERNENFELS (buc). Die KF Industrieanlagen GmbH projektiert, konstruiert, fertigt und montiert am Standort Sternenfels kundenindividuelle Einzelteile, Apparate und schlüsselfertige Komplettanlagen für Galvanisierung und Leiterplattenfertigung, Abwasserreinigung und Wasseraufbereitung inklusive selektivem Recycling von Wertstoffen, Lüftungstechnik und Dosierung. Ergänzt um Dienstleistungen wie Montage, Reparatur, De- und Remontage, sowie Service und Wartung positioniert sich das Unternehmen in Deutschland erfolgreich als einer der wenigen Alles-aus-einer-Hand-Anbieter.

Als Weichenstellung für künftiges Wachstum wurde vor knapp zwei Jahren von der 2D-CAD-Konstruktion auf SolidWorks umgestellt. Ein triftiger Entscheidungsgrund für dieses 3D System war das nahtlos integrierte SolidCAM, das auf Basis der CAD-Daten NC-Programme für das vorhandene Bearbeitungszentrum Homag Optimat BOF311 erzeugt. Geschäftsführer Jörg Binder: „Die Investition in SolidWorks und SolidCAM hat unser Geschäft in mehrfacher Hinsicht beflügelt.“ So profitiert der Vertrieb von den Visualisierungsmöglichkeiten bis ins kleinste Detail.

Binder: „Unsere Anlagen sind teilweise sehr komplex. Die fotorealistischen CAD-Ansichten vermitteln allen Projektbeteiligten und zuvorderst natürlich unseren Kunden bereits in der Konzeptphase ein konkretes und verbindliches Bild davon, wie unsere Lösung aussehen wird und wie sich die Anlage am Aufstellort in das räumliche Umfeld einfügt. Der konsequente Einsatz von SolidWorks spart uns da viel Zeit, minimiert Verständnisprobleme, reduziert Fehlerquellen und beschleunigt die konstruktive Umsetzung von Änderungen und Optimierungen am Anlagenentwurf.“

Dies jedoch ist bei anderen 3D-CAD-Systemen nicht wesentlich anders. Und so gibt es noch einige andere Gründe, warum sich KF Industrieanlagen für SolidWorks entschied. Binder: „Wir haben hier ab 2006 verschiedene 3D-CAD-Systeme zum Teil sehr ausführlich getestet. Ausschlaggebend war letztlich die sehr engagierte und stets qualifizierte Unterstützung während der Testphase durch Frank Schlupp und seinem Team von Solidpro. Ebenso wichtig war uns die Zusage, dass wir mit dem vollständig integrierten SolidCAM künftig die NC-Programme für das vorhandene Bearbeitungszentrum direkt aus der Konstruktion heraus erstellen können.“

Klingt einfach. War es im Detail dann aber doch nicht. SolidCAM fokussiert seit über 25 Jahren auf die Metallzerspanung und kann hier heute durch den hochentwickelten, flexibel programmier- und anpassbaren Postprozessor für alle marktgängigen Werkzeugmaschinen, respektive CNC-Steuerungen laufzeitoptimierte NC-Programme erzeugen und simulieren – bis hin zum 5-achsigen Simultanfräsen, komplexes Dreh-Fräsen sowie auch Erodieren. Der Knackpunkt: Die Homag Optimat BOF311 ist maschinenbaulich, steuerungstechnisch und hinsichtlich ihrer Programmiersoftware für die anspruchsvolle Holzbearbeitung optimiert. Und das ist eine etwas andere Welt als die Metallzerspanung.

Frank Schlupp: „In der Metallbearbeitung ist die DIN 66025 so etwas wie ein gemeinsamer Nenner für die NC-Programmierung. Die Holzbearbeitung stellt teilweise ganz andere Anforderungen an die Bearbeitungsstrategien und weicht von der ISO-Programmierung ab. Zudem hat HOMAG ganz spezielle, sehr benutzerfreundliche Zyklen sowie Makroprogramme in die eigene Windows PC-Steuerungssoftware WoodWOP integriert.

Um die notwendigen Anpassungen des Postprozessors kümmerte sich letztlich der technische Leiter von SolidCAM Harald Schumacher persönlich: „Wir fokussieren mit SolidCAM seit Jahren sehr erfolgreich auf die Metallbearbei-tung. In der Holz- und Kunststoffindustrie gibt es offensicht-lich ebenfalls Bedarf an geschlossenen CAD-CAM-Prozessketten. Insofern war und ist das Projekt bei KF Industrieanlagen für uns eine gute Chance, die Vorteile unse-res Systems auch für diese Anwendungen zu belegen. Hinzu kommt, dass HOMAG als Global Player viele Bearbei-tungszentren im Markt hat und somit eine hervorragende Referenz für uns sein kann.“

Das gilt umso mehr das Maschinenkonzept der HOMAG eben nicht nur für Holz sondern auch für die Zerspanung von Kunststoffen 1. Wahl ist und somit Anwender in beiden Werkstoffwelten anspricht. Das Bearbeitungszentrum bietet große Verfahrwege, einen voluminösen, gut zugänglichen Arbeitsraum mit viel Aufspannfläche und erzielt bei einer imposanten Achsdynamik hinreichend genaue Positionier- und Wiederholgenauigkeiten zu einem deutlich günstigeren Preis, als Werkzeugmaschinen für die Metallzerspanung mit vergleichbarer Tischgröße. Jörg Binder: „Das Homag-Baz passt preislich und technologisch sehr gut zu unseren Anforderungen. Durch die CAD-CAM-Anbindung ist die Maschine sehr gut mit Fräsaufträgen ausgelastet. Das beschleunigt unsere Durchlaufzeiten, vermindert die Abhängigkeit von Zulieferern und hält Wert-schöpfung im eigenen Haus. Außerdem haben wir die volle Kontrolle über die Qualität der benötigten Kunststoffteile.“