Schweißzentrierstifte aus dem speziellen Siliziumnitrid SL200B fixieren das Blech in der

Schweißzentrierstifte aus dem speziellen Siliziumnitrid SL200B fixieren das Blech in der vorgesehenen Position. (Bild: CeramTec GmbH)

Der Automobilzulieferer Stadco setzt keramische Schweißzentrierstifte der CeramTec GmbH ein und konnte so die Wechselintervalle deutlich verlängern.

PLOCHINGEN (rm). Als den Schweißern bei Stadco mitgeteilt wurde, dass ihre bisherigen Schweißzentrierstifte aus Stahl durch keramische ersetzt werden sollten, waren sie zunächst skeptisch. Immerhin werden beim Buckelschweißen im Karosseriebau Temperaturen bis 800 °C erreicht und auch die mechanischen Anforderungen sind hoch. Die Schweißzentrierstifte sorgen dabei für die Passgenauigkeit von Blechen und Muttern, die zusammengeschweißt werden.

Die Umstellung von Stahlstiften auf Keramikstifte erforderte keinen großen Aufwand. Lediglich der Strom, der durch das Kupfer fließt, musste reduziert werden. Den vorher gängigen 30 bis 40 kA sind die üblichen Zentrierstifte aus Zirkonoxid nicht gewachsen. Spätestens dann, wenn die erforderlichen 800 °C erreicht sind, kommt es zum Verschleiß dieser Keramik. Nur die CeramTec-Zentrierstifte aus dem für dieses Anwendungsfeld entwickelten Werkstoff Siliziumnitrid SL200B können solchen Arbeitsbedingungen trotzen und mit ihrer hohen Beständigkeit überzeugen.

Allein die Standzeit der Keramikstifte ist um ein Vielfaches höher als bei Stahl. Stadco spart den häufigen Austausch und somit auch Kosten. Die vorher verwendeten Stahlstifte mussten mehrmals pro Tag gewechselt werden, weil Verschleiß und anhaftende Schlacke sie unbrauchbar gemacht hatten.

Die Keramikstifte hingegen werden, wenn überhaupt, einmal im Monat ausgetauscht. Und dieser Wechsel ist auch nur dann notwendig, wenn der Stift durch mechanischen Einfluss abgebrochen ist. Damit ist der gesamte Fertigungsprozess stabiler und kostengünstiger geworden.

Anfangs wurden die Stifte mittels Gewinde an der Maschine befestigt. Im täglichen Arbeitsprozess hat sich jedoch gezeigt, dass ein einfacher Steckmechanismus ebenso gut funktioniert und zusätzlich noch die Produktionskosten der Schweißzentrierstifte reduziert.

Bei Stadco verarbeiten 350 Mitarbeiter in drei Schichten rund um die Uhr die vorgeformten Blechteile. Wenn man bedenkt, dass täglich 120 000 einzelne Karosserieteile für 2 000 Autos eines amerikanischen Herstellers die Fabrikhalle verlassen, zeigt sich, wie hoch die Qualität der Schweißzentrierstifte ist.