Durch die Dimensionen dieser Senkerodieranlage lassen sich große Werkzeugformen beispielsweise für

Durch die Dimensionen dieser Senkerodieranlage lassen sich große Werkzeugformen beispielsweise für Getränkekisten rationell bearbeiten. (Bild: OPS-Ingersoll Funkenerosion GmbH)

Die Senkerodiermaschine Gantry 1200 der OPS-Ingersoll Funkenerosion GmbH kann beim Werkzeugbauer Haidlmair im oberösterreichischen Nussbach mit Hilfe einer  entsprechenden Steuerung und eines speziellen Generatormoduls die Elektrode in jede Position bringen, um das Werkstück zu bearbeiten.

BURBACH (rm). Da die Österreicher für komplexe Werkstücke entsprechende Großformen erstellen, spielten bei der Investition in eine neue Senkerodiermaschine die möglichen Hauptabmessungen zunächst die dominierende Rolle. Verfahrwege von 900 x 1 500 mm sollte die Maschine deshalb mindestens haben.

Allerdings kommen zusätzlich bei zahlreichen Werkzeugen für zum Beispiel Getränkekisten, klappbare Großcontainer oder auch in der Lohnfertigung teilweise exotische Werkstoffe zum Einsatz. Diese Sonderwerkstoffe, unter anderem mit Bronzeanteilen, stellen wegen ihrer hohen Wärmeleitfähigkeit besondere Anforderungen an die Entformung. Für das Senkerodieren mussten daher entsprechende spezielle Techniken entwickelt werden. Diese sowie die geforderten Abmessungen hat OPS-Ingersoll umgesetzt.

Vor allem durch die möglichen großen Abmessungen und den geringen Elektrodenverschleiß der Senkerodiermaschine entstehen Vorteile. Wegen der möglichen Abmessungen ist Haidlmair besonders flexibel: Man kann nicht nur große Werkstücke bearbeiten sondern auch mehrere aufspannen, ohne ein bereits vorhandenes Werkstück vom Arbeitstisch holen zu müssen. Die Österreicher haben sogar schon Werkstück auf Werkstück gespannt und erodiert.

Der geringe Elektrodenverschleiß ist vor allem auf die spezielle Generatortechnik zurückzuführen. Durch die adaptive Stromform erhält jeder Entladeimpuls die für die Entladebedingung am Entladeort geeignete Stromform. So erreicht man einerseits den genannten geringen Elektrodenverschleiß und erhöht gleichzeitig die Prozessqualität und Abtragleistung bei kleineren Spaltmaßen.

Die hohe Prozesssicherheit geht mit einer großen Produktivität einher. So hat man mit der Maschine auch schon über zwei Wochen 24 Stunden am Tag ohne Unterbrechung erodiert. Dementsprechend ist der Elektrodenhalter mit 50 Plätzen mit einem möglichen Gesamtgewicht von 120 kg dimensioniert.

Bei Getränkekisten geht es teilweise um bis zu Drei-Komponenten-Werkzeuge, mit In-Mould Labeling bis hin zu Gas- oder Wasserinjektionstechnik, die zeitaufwändig optimiert und nachgearbeitet werden müssen. Neben dem erforderlichen Know-how sind deshalb Präzision und eine Wiederholgenauigkeit zwischen 0,01 und 0,02 mm notwendig. Diese wird im Arbeitsbereich von 500 x 500 mm mit der Senkerodiermaschine erreicht.

Nicht zuletzt durch die hohe Abtragleistung und den geringe Elektrodenverschleiß erzielt Haidlmair mittlerweile Einsparungen zwischen 8 bis 15 %. Da ist allerdings die Elektrodenherstellung noch nicht mit inbegriffen. Zudem ist die Senkerodiermaschine erst seit November 2009 im Betrieb.

Daher gibt es noch weitere Rationalisierungspotenziale. Beispielsweise könnte durch die große Prozesssicherheit und die höhere Leistung der Intervallspülung die Abtragsleistung bei der Schruppbearbeitung mit Graphit nahezu verdoppelt werden. Bei einem Anteil von 90 % Graphit und 10 % Kupfer würde sich das für den Werkzeugbau Haidlmair entsprechend zusätzlich positiv auswirken.

Nicht nur bei der Herstellung von Großformen, sondern auch bei manchen Lohnfertigungen, wie zum Beispiel dem Senkerodieren von Impellern.