Dieses Speicher- und Beladesystem für Werkzeugmaschinen kann während des Rüst- und Spannprozesses

Dieses Speicher- und Beladesystem für Werkzeugmaschinen kann während des Rüst- und Spannprozesses die Produktion reibungslos fortsetzen. (Bild: Schuler Automation)

Drei neue Bearbeitungszentren verschiedener Hersteller wurden bei Voith Turbo am Standort Mergelstetten/Heidenheim mit dem Speicher- und Beladesystem LoadMaster von Schuler Automation ausgerüstet.
GÖPPINGEN (rm). Durch kürzere Rüstzeiten wird der Teiledurchlauf bei der Herstellung von Getriebebauteilen für Schienenfahrzeuge verkürzt, die Produktion insgesamt flexibler.

Voith Turbo produziert rund 40 unterschiedliche Bauteile in mehreren Varianten. Jedes von ihnen muss just in time an die Montagelinie geliefert werden. Bestückung und Einrichtung dieser Anlagen erfordert zum Teil viel Zeit. Daher strebt man an, die Fertigung weiter zu flexibilisieren und insgesamt effizienter zu gestalten.

Daher treibt Voith Turbo auch die automatische Beladung der Werkzeugmaschinen voran. Denn logistische Vorteile und Effizienzgewinne mit Hilfe der Automationstechnik machen sich gerade in einem komplexen und flexiblen Produktionsumfeld schnell bemerkbar.

Für die Stirnradproduktion wird daher zum Beispiel ein LoadMaster mit zwölf Maschinenpaletten eingesetzt, auf denen sich unterschiedliche Rad-Rohlinge befinden können. Für jede Palette werden dann unterschiedliche Optionen eingestellt – beispielsweise die Reihenfolge der Bearbeitung. Der Arbeitsvorrat im System ist jederzeit abrufbar, die Bearbeitungs-Reihenfolge manuell veränderbar.
Das Rad kommt als Rohling in die Maschine und verlässt die Anlage gefräst, gebohrt und entgratet, also vollständig fertig. Zugleich machen sich die wichtigen Pluspunkte des Speicher- und Beladesystems bemerkbar: Die Anlage läuft mannlos und mit kurzen Durchlaufzeiten – und das Tag und Nacht. Die Spindellaufzeit wurde deutlich erhöht.

Dabei sind auch etwaige Rüstzeiten gering, weil der LoadMaster während des Rüst- und Spannprozesses reibungslos die Produktion fortsetzen kann. Alleine durch die Zeiteinsparung bei der Rüstzeit soll sich die Investition innerhalb von zwei Jahren amortisiert haben. Zugleich bewirkt der verkürzte Teiledurchlauf, dass Voith Turbo schneller an seine Kunden liefern kann.

Unterschiedliche Maschinentypen von verschiedenen Herstellern, stellen dabei für die Automationslösung kein Problem dar. Denn Voith Turbo hat gemeinsam mit Schuler die Schnittstellen zwischen den Bearbeitungsmaschinen und dem LoadMaster im Vorfeld klar definiert. Dadurch gab es beim Anlauf keine Schwierigkeiten.

Außerdem ist der LoadMaster ein frei konfigurierbares System, das Variationsmöglichkeiten eröffnet und für die Verkettung von unterschiedlichen Werkzeugmaschinen eingesetzt werden kann. Auch der Schulungsaufwand hält sich in Grenzen. Ein Grund dafür ist die Leitsteuerung der Anlage: Die Visualisierung der Bedienoberfläche und verschiedene Anpassungsmöglichkeiten in der Software unterstützen eine intuitive und schnelle Bedienung.

Die Nachrüstung eines weiteren Bearbeitungszentrums mit dem LoadMaster ist bereits in Planung. Zudem steht der Kauf einer neuen Anlage an, die ebenso damit ausgestattet werden soll.