Strahlsystem: Große Stahlkonstruktionen lackierfertig gemacht 1

Von Barbara Müller

Untermerzbach (rm). Die Erzeugnisse gehen in den Industrie- und Lagerhallenbau, werden für Sportstätten und Einkaufszentren sowie für Kraftwerke und die petrochemische Industrie eingesetzt. Neben konventionellen Konstruktionen umfasst das Programm Stahl-Leichtbauelemente wie Wellstegträger.

Um die Oberflächen der Stahlkonstruktionen auf die Lackierung beziehungsweise Pulverbeschichtung vorzubereiten, werden sie nach dem Schweißen gestrahlt. Dafür integrierten die Polen den Konstruktionsstrahler von Rösler in die Fertigung. Das maßgeschneiderte Strahlsystem ist für die Bearbeitung von bis zu 16 x 2,5 x 2,1 m (LxBxH) großen Schweißkonstruktionen mit einem Gewicht bis 24 t ausgelegt.

Die Anlage beinhaltet zwölf Strahlturbinen Hurricane H 42 mit je 15 kW Antriebsleistung, die in zwei Ringen an der Strahlkammer angebracht sind. Die Platzierung der Turbinen führt dazu, dass Rost und Zunder sowie Schweißrückstände von allen Bereichen der  Konstruktionen zuverlässig entfernt werden.

Die Anpassung der Durchlaufgeschwindigkeit, Strahlintensität und Anzahl der strahlenden Turbinen erfolgt über die Auswahl des jeweiligen, in der Anlagensteuerung hinterlegten, teilespezifischen Strahlprogramms. In die vollständig untermuldete Auslaufkammer ist eine Abblasstation integriert, die sich mittels Werkstückerkennung automatisch auf die Höhe der Teile einstellt. Dadurch wird auf den Teilen befindliches Strahlmittel entfernt.

Die Abmessungen der Bauteile, insbesondere deren Höhe, machten große Öffnungen an der Ein- und Auslaufkammer sowie der Strahlkammer erforderlich. Hier verhindern Schutzvorhänge aus Spezialgummi sowie ein Schiebesystem aus Stahlplatten den Austritt von Strahlmittel in die Halle.

Der polnische Stahlverarbeiter nutzt die Anlage auch zum Strahlen einzelner Bleche, die zum Teil nur 3 mm hoch sind. Damit diese nicht verbiegen oder unter der Rollenbahn geraten, wurde der Abstand der Rollen entsprechend verkürzt.

Die Beschickung der Anlage erfolgt mit dem Hallenkran. Damit Mitarbeiter die Befestigungen der Werkstücke schnell und einfach lösen können, wurde das Strahlsystem einerseits in das Fundament abgesenkt. Andererseits sind sowohl die Ein- und Auslaufrollenbahn als auch die Strahlkammer begehbar. Dies vereinfacht in Verbindung mit großen Wartungsöffnungen die Wartungs- und Reparaturarbeiten.