Trumpf: Aufbruch in neue Wachstumsphase 1

DITZINGEN (hi). “Wir haben die Krise überstanden und sind in eine neue Wachstumsphase aufgebrochen. Dieser Aufschwung findet glücklicherweise auf höherem Niveau statt als vermutet. Das ganze Jahr 2010 hindurch haben sich Umsätze und Auftragseingänge Monat für Monat gesteigert. Im Moment geht es also so steil bergauf, wie es 2009 bergab ging. Wir erwarten, dass sich diese positive Tendenz weiter fortsetzt. Trumpf peilt für das laufende Geschäftsjahr bis Ende Juni 2011 ein Umsatzwachstum von deutlich über 20 Prozent an. Wenn uns das gelingt, hätten wir ein gutes Stück des Wegs zurück zu alten Bestmarken geschafft“, so Dr. Kammüller.

Welche Herausforderungen sieht man bei Trumpf für 2011? Dr. Kammüller: „Wir können vom Aufschwung auch deshalb so stark profitieren können, weil wir unsere erfahrenen Fachkräfte nach wie vor im Unternehmen haben. Es gab während der Krise keine betriebsbedingten Kündigungen, wir haben die Zahl unserer Ausbildungsplätze konstant gehalten und sogar Berufseinsteiger eingestellt. Nun gehen wir von der Krise direkt in die Hochkonjunktur über, für die wir weiteres qualifiziertes Fachpersonal brauchen.

Die Gefahr externer Schocks wie Währungs- oder Verschuldungskrisen ist noch nicht restlos gebannt – Stichwort Irland und andere europäische Märkte. Ansonsten könnte im Moment nur ein terroristischer Akt die Märkte verstören.

Im Moment erleben wir, wie sich als Folge der Krise Märkte verschieben und Asien immer stärker an Bedeutung gewinnt. Entsprechend wichtig sind China, Indien, Japan für uns. Wir bauen unsere dortigen Standorte und Aktivitäten weiter aus und haben ehrgeizige Ziele, was die Umsatzentwicklung auf dem asiatischen Markt betrifft. Europa bleibt jedoch unser Kernmarkt“, beschreibt der Werkzeugmaschinen-Fachmann.

Ein wichtiges Thema sind für das Ditzinger Unternehmen auch die technologischen Entwicklungen. „Ein Schwerpunkt liegt auf der steten Weiterentwicklung der Laserbearbeitung. Aktuelle Themen sind der CO2-Laser mit Spiegelfokussierung – eine extrem robuste, wartungsarme Optik – oder fasergebundene Festkörperlaser für das schnelle Schneiden von Dünnblech. Insgesamt braucht die Branche wirtschaftliche Lösungen mit hoher Ressourceneffizienz, um Energie und Material einzusparen. Als Beispiel sei hier die neue restgitterfreie Bearbeitung auf Trumpf Stanzmaschinen genannt, mit der unsere Kunden eine nie dagewesene Materialausbeute erreichen. Ein weiterer Schwerpunkt sind immer ausgefeiltere Automatisierungslösungen. Als Reaktion auf die Krise werden mehr und mehr Unternehmen auf flexible mannlose Bearbeitungsmöglichkeiten setzen – das hat nicht zuletzt das riesige Interesse an der automatisierten Biegezelle TruBend Cell 7000 auf der Weltleitmesse Euroblech bewiesen.

Auch hier ist die Laserbearbeitung mit dem Scheiben- oder Faserlaser zu nennen. Die Durchdringung des Marktes mit Festkörperlasermaschinen läuft gerade erst an, das Wissen in der Öffentlichkeit ist noch immer begrenzt. Es herrscht die Erwartung vor, dass der Festkörperlaser dasselbe kann wie ein CO2-Laser, nur mit weniger Energieverbrauch. Dass der geringere Energieverbrauch aber nur ein kleiner Teil der ganzen Thematik ist, ist vielen unbekannt. Die wesentlichen Vorteile einer Festkörperlasermaschine sind die hohe Produktivität im Dünnblech und die Möglichkeit Buntmetalle wie Kupfer oder Messing zu schneiden. In diesem Bereich gibt es noch viel Entwicklungsspielraum für uns und unsere Kunden, etwa Lasernetzwerke, in denen ein Festkörperlaser mehrere Anlagen speist und so ein günstiges Einsteigen in eine weitere Technologie wie das Laserschweißen ermöglicht“, schildert Dr. Kammüller.