Gegen teuren Ausschuss: Ein spezielles Verfahren macht es möglich, aus Blechplatinen in optimaler

Gegen teuren Ausschuss: Ein spezielles Verfahren macht es möglich, aus Blechplatinen in optimaler Anordnung Geometrien zu schneiden und damit die Materialverschwendung zu minimieren (Bild: Trumpf).

LANDSBERG (hi). „Das Thema Energie-Effizienz spielt in der Umformtechnik eine immer wichtigere Rolle. Das Ziel unserer Kunden ist es, die CO2-Emissionen durch die Reduzierung des Energiebedarfs im gesamten Presswerk deutlich zu senken“, heißt es bei der Schuler AG in Göppingen.

Verbesserungen lassen sich nach Angaben des Weltmarktführers in der Pressentechnologie durch effiziente Servopressen realisieren. „Durch den Einsatz von hochdynamischen Torque-Motoren und durch den Verzicht auf mechanische Komponenten wie Kupplungs-/Bremskombination, Schwungrad oder Antriebsriemen werden Verlustleistungen deutlich reduziert und die Anlagenverfügbarkeit wesentlich erhöht.“

Das Unternehmen hat bei zahlreichen Kunden mit verschiedensten Anwendungen und bei unterschiedlichsten Presskräften Energiemessungen durchgeführt. „Diese Messungen zeigten eine signifikante Reduzierung des Energiebedarfs pro umgeformten Bauteil auf, je nach Ausgangssituation konnten Reduzierungen von bis zu 40 Prozent im Vergleich zu konventionell mechanisch angetriebenen Pressenanlagen nachgewiesen werden.“

Steigende Rohstoffpreise zwingen die Umformtechnik auch in anderer Hinsicht zum Handeln: Die Vermeidung von teurem Ausschuss etwa beim Stanzen ist Gebot der Stunde. Die Trumpf-Gruppe in Ditzingen entwickelte eine Stanz-Technologie, die Restgitter und damit teuren Abfall vermeidet. Kern der Innovation ist eine leistungsfähige Software voller passender Schachtelalgorithmen, kombiniert mit der Möglichkeit, Teile und Reststücke mit innovativer Werkzeugtechnik zu drehen. Das System errechnet die optimale Schneidweise der Teile und minimiert dadurch den zwischen den Geometrien entstehenden Ausschuss. „Die Entwicklung, den Material- und Energieverbrauch zu reduzieren, wird weitergehen“, sagt Wolfgang Laib, Leiter Konstruktion Stanzmodule bei Trumpf.

Auch in der Verbindungstechnik spielt die Ressourceneffizienz eine immer wichtigere Rolle. Fast alle Blechverbindungsverfahren setzen auf sortenfremde Zusatzwerkstoffe wie Schweißdrähte, Hartlote oder Schrauben. „Hinzu kommt noch ein oftmals sehr hoher Energieeinsatz in Form von Strom, Gas und Kühlwasser“, sagt Wolfgang Laux von Tox Pressotechnik in Weingarten. Das Unternehmen entwickelte ein spezielles Clinch-Verfahren, bei dem eine einem Druckknopf ähnliche Verbindung ohne Einsatz von weiteren Werkstoffen entsteht.