HALLE (ba). Ausgezeichnet wurde Prof. Dr. Weidisch für seine wissenschaftliche Forschungsarbeit auf dem Gebiet der superelastischen Polymere.Die Kunststoffe, die er am Fraunhofer IWM entwickelt, sind so elastisch, dass sie sich bis weit über das Zehnfache ihrer ursprünglichen Größe ausdehnen lassen. “Doch nicht nur das, nach einer Belastung bis 1000 Prozent nehmen diese Materialien ihre anfängliche Form wieder komplett an”, sagt Weidisch.

Das Geheimnis dieser superelastischen Polymere ist ihre definierte molekulare Struktur. Wie andere gängige Kunststoffe, beispielsweise Polystyrol, bestehen sie aus langen Ketten verknüpfter Einzelbausteine. “Doch im Gegensatz zu herkömmlichen Elastomeren weisen die superelastischen Materialien eine elastische Grundkette mit zusätzlichen komplexen glasartigen Verzweigungen auf”, sagt Weidisch. Diese gebe dem Material sowohl Festigkeit als auch eine hervorragende Elastizität.

Zukünftig finden diese Kunststoffe ihre Einsatzgebiete in der Industrie: Für medizinische Artikel, wie etwa hochelastische Membranen, sind diese Kunststoffe ebenso geeignet, wie für den Einsatz im Fahrzeugbau oder in der Akustik. So können die Membranen für ein besseres Klangergebnis in Kopfhörern verwendet werden. Erste Testphasen sind hier bereits erfolgreich verlaufen.

Weidisch ist seit 2010 Geschäftsfeldleiter Polymeranwen-dungen am Fraunhofer IWM in Halle. Zudem hält er den Lehrstuhl für Mikro- und Nanostrukturbasierte Polymerverbundwerkstoffe an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg inne.