Computerspiel-Technik hilft, Maschinen zu entwickeln 1

MÜNCHEN (ba). Je nach Aufgabenstellung können Unternehmen laut Siemens mit dem neuen ‚Mecha-tronics Concept Designer‘ laut Siemens bis zu 20 % der Entwicklungszeit einsparen. Der ‚Mecha­tronics Concept Designer‘ ist das erste Entwicklungstool dieser Art, das der Konzeption einer komplexen Maschine dient. Er wurde im Geschäftsgebiet PLM Software (Product Lifecylce Management) von Siemens Industry entwickelt und verfügt über offene Schnittstellen zur Interaktion mit Werkzeugen von Industry Automation und Drive Technologies.

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Das Konzept einer neuen Maschine wird auch heute noch meist mit Bleistift und Papier skizziert. Darauf basierend entsteht ein mechanisches Modell. Erst mit diesem liegen die Informationen für das elektrische Design vor – zum Beispiel Angaben darüber, wie viele Sensoren, Aktoren oder Elektromotoren nötig sind.

Mit dem neuen Designtool können dagegen die einzelnen Arbeitsschritte der Entwicklung miteinander verknüpft werden. Alle Spezialisten, die eine Werkzeugmaschine entwickeln, entwerfen somit gemeinsam eine virtuelle Maschine – inklusive aller Motoren, Sensoren oder Aktoren – und erstellen dabei Datenstrukturen, mit denen jede Disziplin direkt weiterarbeiten kann.

Das Programm basiert laut Siemens auf interaktiver Spielesoftware und simuliert das Maschinenverhalten in Echtzeit im dreidimensionalen Modell. Wie in einem Computerspiel können die Entwickler dabei auch in eine laufende Simulation eingreifen.

Einmal erstellte Objekte lassen sich mitsamt ihren mechatronischen Daten – beispielsweise ein Greifer mit Geometrie, Bewegungsabläufen, Sensoren und Motoren – in einer Bibliothek ablegen. Das Verfahren spart nicht nur Entwicklungszeit, sondern erhöht zusätzlich die Qualität der Anlage, da bereits validierte Komponenten verwendet werden. Auch spätere Umbauten sind leichter und schneller möglich