59% der Betriebe geben in der Erhebung an, ihre Innovationsanstrengungen in den nächsten zwölf Monaten zu erhöhen, 39% planen keine Veränderung und nur 2% verringern ihre Innovationsaktivitäten oder streichen gar Projekte. “Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, als die Unternehmen bereits in der zurückliegenden Krise nicht an ihren Forschungsleistungen gespart hatten”, erklärt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Das Engagement zeuge von einer mittlerweile wieder vorherrschenden Geschäftszuversicht, aber auch von insgesamt als recht gut eingeschätzten Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung (F&E) am hiesigen Standort. Zudem sorge die starke internationale Ausrichtung der deutschen Unternehmen für zusätzliche Innovationsimpulse hierzulande.

Drei-Prozent-Ziel rückt in greifbare Nähe
Der Stifterverband für die Deutsche Wirtschaft schätzt, dass die Unternehmen 2010 insgesamt 58,4 Mrd Euro für F&E ausgaben. Das von der Bundesregierung propagierte Ziel, 2015 drei Prozent des BIP in F&E zu investieren, könnte somit schon im Jahr 2011 erreicht werden. Dabei unterstützen die 120 Innovationsberater der IHKs die Unternehmen mit knapp 60.000 Erstauskünften und über 9.500 Beratungsgesprächen jährlich, so der DIHK.

Mangel an Forschern und Spezialisten Innovationsbremse
Die Unternehmen sehen allerdings auch gravierende Defizite am Innovationsstandort Deutschland: Das mit Abstand größte Hemmnis ist die mangelnde Verfügbarkeit von Fachkräften: 61 % der Betriebe sehen dadurch ihre Innovationstätigkeit gefährdet – eine Steigerung um rund 20 Prozentpunkte im Vergleich zur Vorjahresumfrage. “Die Lücke stellt ein ernstes strukturelles Problem für Innovationen „Made in Germany“ dar”, konstatiert der DIHK. Nach DIHK-Berechnungen fehlen hierzulande schon jetzt rund 30.000 Forscher und Fachkräfte im Bereich F&E – Tendenz steigend. Dadurch unterbleiben geschätzte 4 Mrd Euro an Innovationsausgaben. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf: “Gefragt ist ein Gesamtkonzept seitens der Politik. Dazu gehören die Ausschöpfung hiesiger Potenziale und eine gezielte Zuwanderung qualifizierter Ausländer. Wir müssen daher auch stärker im Ausland für Deutschland als Arbeits-, Forschungs- und Studienort werben”, fordert der Verband.

ZIM innovationsfördernd
Die Unternehmen stellen der deutschen Innovationspolitik ein überwiegend positives Zeugnis aus. 30 % geben an, dass ihr Innovationsverhalten in den letzten Jahren durch die Bundespolitik positiv beeinflusst worden ist. Innovationsunterstützend für KMU wirkt insbesondere das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, so der DIHK.