Ingenieur im Maschinenraum

Ein Bild vergangener Tage? Ein Ingenieur im Maschinenraum. Die Arbeitsaufgaben haben sich verändert. - Bild: Pixabay

"Zusammenarbeitsformen, Teamstrukturen, Prozesse und Methoden stehen auf dem Prüfstand, um mit den technologischen und marktseitigen Veränderungen Schritt halten zu können", kommentiert Simon Schnurrer, Partner Automobilhersteller und -zulieferer bei der Strategieberatung Oliver Wyman.

Auf der Ebene einzelner Entwicklungsprogramme erwarten laut Schnurrer CEOs und Shareholder deutliche Effizienzsteigerungen und schnellere Gesamtlaufzeiten der Entwicklungsprogramme –teilweise sollen bis zu 50 Prozent Zeit und Kosten gegenüber den Vorgängern eingespart werden. 

Automatisierungsquote: Wo arbeiten die meisten Roboter?

Global betrachtet arbeiten im Schnitt 74 Roboter pro 10.000 Mitarbeiter in der Fertigungsindustrie. Das gab die International Federation of Robotics (IFR) in der jüngsten Statistik bekannt. Klicken Sie sich durch und sehen Sie, wie die Roboterdichte laut IFR weltweit verteilt ist.

Sechs Trends zeigen auf, wie sich das Ingenieurwesen der Zukunft verändert:

  1. Offene Ökosysteme – Bei der Produktentwicklung werden externe Partner zum integralen Bestandteil von Projektteams. Denn intern mangelt es häufig an den notwendigen Ressourcen und Fähigkeiten, etwa in den Bereichen Software, künstliche Intelligenz und Cybersecurity. Aktuelles Beispiel sind die Entwicklungsprogramme für autonomes Fahren bei mehreren europäischen Automobilherstellern, die in externen „Campus“-artigen Projektflächen gemeinsam mit Startups und Softwareunternehmen vorangetrieben werden.
  2. Neue Produktentwicklungssysteme – Viele Unternehmen investieren bereits heute massiv in IT-Systeme zur Prozessunterstützung. Bisher setzen jedoch wenige Organisationen die Potenziale vollständig um. Zentraler Erfolgsfaktor ist die durchgängige Versorgung der Entwicklungsprozesse mit einem einheitlichen, vollständigen Produktdatenmodell („digital twin“). Dieses wird permanent von allen Beteiligten aktualisiert und enthält sämtliche für die einzelnen Funktionsbereiche relevanten Produktdaten wie technische Input- und Outputgrößen, Abmessungen, Zuliefererdaten, Reifegrade und Lebenszyklusinformationen.
  3. Neue Entwicklungsverfahren und Arbeitsmodelle – Zur Effizienzsteigerung werden lineare Entwicklungsverfahren durch parallel laufende Projekte ersetzt. Während Software-Unternehmen schon seit Jahrzehnten auf agile Arbeitsmethoden setzen, fällt vielen Hardware-Betrieben die Umsetzung schwer. Doch auch in traditionellen Tech-Branchen können agile Arbeitsmethoden zu mehr Kundenorientierung, schnelleren Entwicklungszyklen und mehr Mitarbeiterzufriedenheit führen.
  4. Produktoptimierung mit Hilfe von „Smart Data“ – Fast jedes technische Produkt liefert mittlerweile verwertbare Daten darüber, wie es in der Praxis eingesetzt wird. US-Technologiegiganten wie Apple nutzen solche Daten deutlich intensiver als europäische Entwicklungsorganisationen. Dabei sind zahlreiche Kunden grundsätzlich einverstanden, dass ihre Fehlermeldungen direkt an die Entwickler weitergeleitet werden, damit sie Fehler beheben und Produktverbesserungen vorantreiben können.
  5. Design für den Kunden – Ingenieure arbeiten künftig nicht mehr nur auf technische Perfektion hin, sondern passen das Produkt möglichst früh an Kundenbedürfnisse an. Wird der Konsument von Beginn an in die Produktentwicklung einbezogen, können starre Qualitäts- und Erprobungsstandards aufgelockert werden. So wird auch eine hohe Kosten verursachende Überspezifikation vermieden.
  6. Veränderte Anforderungen an Ingenieure – Einerseits sind Ingenieure gefragt, die interdisziplinär arbeiten und so die Produktarchitektur entwerfen können. Andererseits sind weiterhin Spezialisten unabdingbar, die sich auf einem eng gesteckten Gebiet hervorragend auskennen. Gleichzeitig werden bis zu 25 Prozent der Routinetätigkeiten durch Automatisierung wegfallen. 

Organisationen, die diese sechs Trends vorantreiben, können ihre Projekte nicht nur rechtzeitig und innerhalb des Budgets abwickeln. Sie können sich auch deutlich flexibler auf die neuen Kunden- und Technologieanforderungen einstellen und sich für die Zukunft des Ingenieurwesens rüsten.

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