Einen Blick in die Zukunft gewährte das Symposium Produktionstechnik der Hochschule Zwickau.

Einen Blick in die Zukunft gewährte das Symposium Produktionstechnik der Hochschule Zwickau.

Beim Symposium  Produktionstechnik, das am 6. April 2011 an der Westsächsischen Hochschule Zwickau stattfand,  standen Fertigungsprozesse, Messtechnik und Qualitätssicherung, Arbeitsgestaltung und Lebensqualität sowie die Chancen der Digitalen Fabrik auf der Agenda.

ZWICKAU (CH). In einem einleitenden Plenarvortrag berichtete Norbert Breumann, Arbeitswissenschaftler und Angehöriger der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, von der zunehmenden Diskrepanz zwischen der künftigen Arbeitswelt und den individuellen Wünschen und Zielen der Menschen. Beides in Einklang zu bringen erfordere insbesondere mit Blick auf den demografischen Wandel von den Unternehmen erhebliche Anstrengungen, ein hochbrisantes und aktuelles Thema, das sicher in den nächsten Jahren in vielen Unternehmen weiter diskutiert werden muss.

Die anschließenden Workshops waren als Referate mit Diskussionen in kleinerem Rahmen angelegt. Im Themenbereich Fertigungsprozesse stellten Fachleute aus Hochschule und Industrie Leistungspotentiale neuer Gradientenhartmetalle für zerspanende Werkzeuge, aktuelle Werkzeug- und Maschinenkonzepte zur Kegelradbearbeitung, das sachgerechte Entgraten empfindlicher, polierter Bauteile mit Bürsten, einen aus Drahtstrukturen räumlich aufgebauten Leichtbauwerkstoff, einen mit Wasserstrahl geführten Laser zum Bearbeiten kleinster Mikrostrukturen, ein flexibles Umformwerkzeug zum Stanzen und Prägen für Blechteile in kleinen Serien sowie hochverschleißfeste Schichten für den Werkzeug- und Formenbau vor.

Unter dem Gesichtspunkt der Messtechnik und Qualitätssicherung zeigten Referenten die Vorteile moderner optischer Digitalisier-Systeme zum Generieren von CAD-Daten, ein Verfahren für Verschleißuntersuchungen an Zylinderlaufbahnen, die Weiterentwicklung  numerischer Rechenalgorithmen zum schnellen Generieren von CAD-Modellen, die Optimierung industrieller, automatisierter Bildverarbeitung zum Messen und Prüfen von Werkstücken sowie den Nutzen der Computertomographie für die Qualitätssicherung.

Mit Bezug auf den einführenden Plenarvortrag befasste sich ein weiterer Workshop mit den Einflüssen kultureller Differenzen auf  Geschäftsbeziehungen in Osteuropa, mit der Bewertung der Produkt- und Produktionsqualität bei der selbstbestimmten CE-Kennzeichnung, mit der ergonomischen, auf die persönlichen Merkmale des Mitarbeiters abgestimmten Gestaltung von Montagearbeitsplätzen sowie mit den Vorteilen einer intensiven strategischen Zusammenarbeit kleinerer und mittelständischer Unternehmen.

Einen Ausblick in die Zukunft der Produktionstechnik, zumindest für überwiegend mittelständische Unternehmen, ermöglichten die Beiträge zur Digitalen Fabrik. Hier informierten Spezialisten über die Vorteile des digitalen Prototyping mit leistungsfähigen CAD-Systemen, über die höhere Prozessicherheit in der Produktentwicklung durch virtuelle Realität sowie über den Nutzen virtueller Verfahren bei der Entwicklung und Konzeption von Werkzeugen und kompletten Montagelinien. Das breit gefächerte Spektrum an Themen bot den Teilnehmern ausreichend Gelegenheit,  entsprechend individueller Interessenschwerpunkte die jeweils passenden Referate und Diskussionsrunden zu wählen.

Eine Besichtigung der Werkstätten und Labors der Hochschule zeigte eindrucksvoll die Möglichkeiten, Werkzeuge und Verfahren der spanenden und umformenden Fertigung wissenschaftlich systematisch zu optimieren und Verfahrensgrenzen zu erweitern. Lohnend für Betriebsleiter und leitende Mitarbeiter war zudem, dass sich am 7. April der VDI-Kunststofftag anschloss. Mit einem Blick über den Tellerrand konnte man sich über die wirtschaftliche Nutzung vor allem umweltgerechter, mit Naturfasern oder anderweitig biologisch verträglichen Füllmaterialien verstärkter Kunststoffe informieren.