Fraunhofer IPT Leistungszentrum Aachen

Das Fraunhofer-Leistungszentrum "Vernetzte, adaptive Produktion" kommt nach Aachen. - Bild: IPT

Die Entscheidung wurde von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft während der Fraunhofer-Jahrestagung in Essen verkündet. Das Vorhaben entspreche in besonderer Weise den Zielen der Digitalen Agenda der nordrhein-westfälischen Landesregierung, die insgesamt drei der Fraunhofer-Zentren in NRW fördert.

Die Fraunhofer-Leistungszentren sollen als Kooperationen außeruniversitärer und universitärer Forschung mit Industrieunternehmen eine Alleinstellung auf nationaler und europäischer Ebene schaffen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken. Die drei Aachener Fraunhofer-Institute für Produktionstechnologie IPT, für Lasertechnik ILT sowie für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME wollen damit gemeinsam mit der RWTH Aachen und namhaften Industriepartnern Produktionssysteme und Wertschöpfungsketten im Sinne der Industrie 4.0 entwickeln und anhand praxisnaher Pilotlinien validieren.

Die gezielte Vernetzung der Produktionstechnik soll anpassungsfähige Systeme schaffen, die bei nahezu gleicher Kostenstruktur eine individualisierte Produktion kleiner Stückzahlen unterschiedlicher Bauteile vom Design bis zum Recycling ermöglichen

Der Leitgedanke besteht in einer sogenannten "Smart Manufacturing Platform", auf deren Basis in einem gemeinsamen Netzwerk alle beteiligten Maschinen, Produktionssysteme, Datenbanken und Simulationssysteme miteinander kommunizieren. Der Mensch ist über mobile Geräte wie Tablets oder Datenbrillen verbunden und kann direkt und in Echtzeit mit allen Subsystemen interagieren, diese steuern oder Produktionsdaten abfragen.

Fertigungsprozesse und Prozessketten lassen sich mit solchen dezentralen und dynamischen Systemen schnell und kostengünstig planen, ausführen und immer wieder neu konfigurieren.

Durch die Arbeiten im Fraunhofer-Leistungszentrum "Vernetzte, adaptive Produktion" soll es gelingen, anspruchsvolle Wertschöpfungsketten zur Herstellung technischer und auch biologischer Produkte deutlich flexibler und effizienter zu gestalten. Das bereits vorhandene, umfassende Technologieverständnis der drei Institute zu den untersuchten Einzelprozessen und Prozessketten bildet die Voraussetzung dafür, ein nahezu vollständiges, virtuelles Abbild der jeweiligen Prozess- und Bearbeitungszustände entlang der Herstellungskette zu erzeugen.

Dieses Abbild wollen die Institute durch geeignete Datenarchitekturen, "BigData"-Werkzeuge und Cloud-Dienste im Sinne von Industrie 4.0 in konkrete technologische Anwendungen überführen. Leistungsstarke Partner aus dem Umfeld von IT-Systemanbietern, Anlagenherstellern und produzierenden Unternehmen haben bereits ihre Mitarbeit am Fraunhofer-Leistungszentrum "Vernetzte, adaptive Produktion" zugesagt.

Das Finanzvolumen des Aachener Leistungszentrums liegt bei rund 6,5 Mio. Euro und wird zu je 40 Prozent durch das Land und die Industriepartner sowie zu 20 Prozent durch die Fraunhofer-Gesellschaft getragen. Darüber hinaus besteht für interessierte Unternehmen mit konkreten Fragestellungen jederzeit die Möglichkeit, sich an dieser Plattform auch später noch zu beteiligen.

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