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Mit "RIO", einer cloud-basierten Plattform, will MAN die Transportbranche revolutionieren. - Bild: MAN

Die VW-Tochter hat "RIO" federführend für die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns entwickelt und verantwortet. Wie MAN arbeiten viele Lkw-Hersteller, wie beispielsweise Daimler oder Volvo, an solchen Systemen zur Vernetzung, um neben dem Verkauf von Lastwagen weiteres Geschäft zu generieren.

In der Transportbranche zählt für Spediteure weniger der Anschaffungspreis eines Lastwagens als vielmehr die laufenden Kosten. "Da die Gesamtbetriebskosten zunehmend in den Fokus rücken, müssen die Hersteller ihre Angebote zu einem effizienten Komplettpaket über die Lkw-Betriebszeit bündeln, das neben dem Truck auch Dienstleistungen und Services enthält", sagt Branchenexperte Jörg Gnamm von der Unternehmensberatung Bain & Company.

"Digitale Dienstleistungen werden dabei immer wichtiger und haben großes Differenzierungspotenzial für den Lkw-Hersteller", sagt er. Denn die Fahrzeugmarke an sich habe bei der Kaufentscheidung weiter an Relevanz verloren, urteilt er. Die Entwicklung solcher Services sei deshalb eine Chance, "die sich kein Hersteller entgehen lassen wird", die Mehrheit der Kunden wolle diese Dienstleistungen aus einer Hand.

Rio soll Leerfahrten reduzieren

Darauf setzt offenbar auch MAN. "Nach wie vor werden in der Logistik extrem niedrige Margen erzielt, teilweise von unter 1 Prozent", sagte MAN-Chef Joachim Drees auf einer Vorab-Präsentation der neuen Plattform in Berlin. Rund ein Drittel der Betriebskosten entfalle auf den Treibstoff, ein weiteres Drittel auf den Fahrer. Die Technik im Lastwagen lasse sich nur schwerlich weiter optimieren, um Kosten in einer merklichen Größenordnung zu senken.

"Auch das autonome Fahren wird man in den nächsten 10 bis 15 Jahren nicht auf der Straße sehen", sagte Drees mit Blick auf die Kosten durch den Fahrer, die dann womöglich entfallen würden.

Bei gleichbleibenden Kosten müsse dementsprechend mehr Umsatz generiert werden, um höhere Gewinne zu erzielen. "Es muss eine Verbesserung der Auslastung geben", sagte Drees. Statistisch gesehen sei jede fünfte Fahrt eine Leerfahrt. Mit der Plattform Rio erhoffe man sich, diese Zahl innerhalb von 5 Jahren zu halbieren. Deshalb brauche es in der Branche die Vernetzung und Digitalisierung. "Logistik muss integraler Bestandteil der Gesamtwertschöpfung werden", sagte er.

Die Plattform Rio verbindet dabei alle Akteure einer Lieferkette, vom Versender, über den Spediteur, Verlader, Disponenten, Fahrer bis hin zum Empfänger. Verschiedenste Daten werden gesammelt und ausgewertet. Ist die Ladefläche beispielsweise nicht ganz gefüllt, könnte der Fahrer die Route mit wenig mehr Zeitaufwand ändern, weitere Aufträge entgegennehmen und dadurch mehr Umsatz generieren.

Ist es doch mehr Ware als ursprünglich gedacht, kann der Disponent frühzeitig einen weiteren Lkw schicken oder die Ladung bei einem anderen Spediteur unterbringen. Auch Wetter-, Verkehrs- und Navigationsdaten werden einbezogen, um die Lieferkette zu optimieren, Zeit und Leerfahrten zu reduzieren.

Technologische Partner

Ähnlich wie bei einem Betriebssystem lassen sich bei Rio verschiedene Programme oder Services nutzen, je nach Bedarf frei zusammenstellbar. Der Fahrer kann sich seine eigene Plattform kreieren, ebenso der Disponent. Dabei gibt es fahrzeugspezifische Apps, etwa von MAN oder Scania, aber auch eine Art Marktplatz für Services von Drittanbietern. "Rio" geht mit einer Reihe von technologischen Partnern an den Start, darunter beispielsweise Continental, TomTom und die Trailerhersteller Schmitz-Cargobull und Krone.

"Es geht hier nicht darum, noch ein Telematiksystem auf den Markt zu bringen. Vielmehr haben wir Rio bewusst als offene Plattform konzipiert, die die zahlreichen Insellösungen zusammenführt", sagte der für Rio verantwortliche Manager Markus Lipinsky. Das könne kein Unternehmen alleine schaffen. "Daher suchen wir den Kontakt zu möglichst vielen Partnern mit derselben Zielsetzung", den Transport zu optimieren und dadurch Kosten zu sparen, sagte er weiter.

Rio soll in wenigen Monaten verfügbar sein, kündigte VW-Nutzfahrzeugchef Andreas Renschler an. Ab dem Frühjahr nächsten Jahres werden MAN-Lkw serienmäßig mit dem System ausgestattet, auch Scania-Kunden können sich über ihre Konnektivitätsbox mit der Plattform verbinden. Außerdem ist das System nachrüstbar und offen gestaltet, sodass Flotten mit unterschiedlichen Fahrzeugmarken den Service nutzen können. "Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist das eine Chance zur Digitalisierung", sagte Lipinsky.

Die 10 größten LKW-Hersteller der Welt

  • Platz 10: Shaanxi Heavy-duty Automobile Group aus China (105.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). Zum Unternehmen gehört unter anderem die Marke Shacman. - Quelle: Statista/Bild: Andshel/Wikipedia)

    Platz 10: Shaanxi Heavy-duty Automobile Group aus China (105.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). Zum Unternehmen gehört unter anderem die Marke Shacman. - Quelle: Statista/Bild: Andshel/Wikipedia)

  • Platz 9: Tata aus Indien (130.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). - Quelle: Statista/Bild: Tata

    Platz 9: Tata aus Indien (130.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). - Quelle: Statista/Bild: Tata

  • Platz 8: Beiqi Foton Motor aus China (139.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). - Quelle: Statista/Bild: Charles01/Wikipedia

    Platz 8: Beiqi Foton Motor aus China (139.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). - Quelle: Statista/Bild: Charles01/Wikipedia

  • Platz 7: Paccar aus den USA (14.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). Zur Gruppe gehören unter anderem die Marken DAF, Kenworth und Peterbilt. - Quelle: Statista/Bild: DAF

    Platz 7: Paccar aus den USA (14.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). Zur Gruppe gehören unter anderem die Marken DAF, Kenworth und Peterbilt. - Quelle: Statista/Bild: DAF

  • Platz 6: CNHTC aus China (159.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). Zum Unternehmen gehört unter anderem die Marke Sinotruk. - Quelle: Statista/Bild: Meysam/Wikipedia

    Platz 6: CNHTC aus China (159.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). Zum Unternehmen gehört unter anderem die Marke Sinotruk. - Quelle: Statista/Bild: Meysam/Wikipedia

  • Platz 5: VW Group aus Deutschland (165.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). Zum Unternehmen gehören unter anderem die Marken MAN und Scania. - Quelle: Statista/Bild: VW

    Platz 5: VW Group aus Deutschland (165.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). Zum Unternehmen gehören unter anderem die Marken MAN und Scania. - Quelle: Statista/Bild: VW

  • Platz 4: First Automotive Works (FAW) aus China (167.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). Zum Unternehmen gehört auch die Marke Jiefang. - Quelle: Statista/Bild: FAW

    Platz 4: First Automotive Works (FAW) aus China (167.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). Zum Unternehmen gehört auch die Marke Jiefang. - Quelle: Statista/Bild: FAW

  • Platz 3: Volvo aus Schweden (174.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). Zum Unternehmen gehört unter anderem auch Renault Trucks. - Quelle: Statista/Bild: Volvo

    Platz 3: Volvo aus Schweden (174.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). Zum Unternehmen gehört unter anderem auch Renault Trucks. - Quelle: Statista/Bild: Volvo

  • Platz 2: Dongfeng aus China (220.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). Zum Unternehmen gehört auch die Marke fengshen. - Quelle: Statista/Bild: DMC

    Platz 2: Dongfeng aus China (220.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). Zum Unternehmen gehört auch die Marke fengshen. - Quelle: Statista/Bild: DMC

  • Platz 1: Daimler aus Deutschland (371.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). Zum Unternehmen gehören unter anderem die Marken Mercedes Trucks, Freightliner, Western Star, Blamat Benz und Mitsubishi Fuso. - Quelle: Statista/Bild: Daimler

    Platz 1: Daimler aus Deutschland (371.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2015). Zum Unternehmen gehören unter anderem die Marken Mercedes Trucks, Freightliner, Western Star, Blamat Benz und Mitsubishi Fuso. - Quelle: Statista/Bild: Daimler