MÜNCHEN (ba). „Die Entwicklung der Elektromobilität ist miteinscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie“, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil bei der Übergabe des Preises an die unter 113 Einreichungen gekürten Firmen. Der eCarTec-Award war in diesem Jahr erstmals auch Bayerischer Staatspreis.

Die Gewinner der Kategorie „Elektrofahrzeug: Auto“ sind der i-MiEV von Mitsubishi und der Peugeot iOn. Die Reichweite des mit Lithium-Ionen-Batterien gespeisten Viersitzers beträgt 150 km, die Höchstgeschwindigkeit 130 km/h. Die Ladezeit an einem Haushalts-Elektroanschluss bei vollständig entladener Batterie beträgt sechs Stunden. Als erstes Elektrofahrzeug der Welt hat der i-MiEV inzwischen eine europaweit gültige allgemeine Betriebserlaubnis vom Kraftfahrtbundesamt erhalten. Er wird in 14 europäischen Ländern angeboten.

Die Reichweite des Peugeot i0n mit vier Türen, vier Sitzplätzen und geräumigem Kofferraum beträgt 150 km, und er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Er ist leise und mit dem Batteriepack im Unterboden sicher. Die Nutzung des Telematikdienstes Peugeot Connect ist beim i0n serienmäßig.

Das Elektro-Motorrad Elmoto HR-2 EV II wiegt nur 45 kg und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Durch die Nähe zum Fahrrad erschließt sich seine Bedienung schnell, und auch kleine Personen fühlen sich aufgrund des geringen Gewichts sehr wohl.

Das Elektro-Nutzfahrzeug Goupil G3 ist nur 1,10 m breit, sehr leise, wendig, komfortabel und stabil. Im Stop-and-Go-Betrieb kann es mit verschiedenen Aufbauten (Pritsche, Wassertank, Müllfahrzeug…) bis 700 kg tragen und hat genug Reichweite für einen ganzen Arbeitstag. Die Kabine besteht aus einem stabilen Stahlrohrrahmen. Drei verschiedene Batteriestärken sind erhältlich und können zentral nachgefüllt werden. Das Hochfrequenz-Ladegerät ist im Fahrzeug verbaut und ermöglicht das Laden über Nacht an jeder Steckdose mit 230 V.

Die 8-bit-Mikrocontroller-Familie XC800 für Fahrräder mit Elektroantrieb von Infineon ist Sieger der Kategorie Antriebstechnik. Mit der XC800 hält Infineon nach drei Jahren bereits einen Marktanteil in diesem Segment von etwa einem Drittel. Infineon bietet außerdem eine breite Palette von Mikrocontrollern, intelligenten Sensoren und speziellen Leistungshalbleitern für alle kleineren Elektrofahrzeuge.

Für ein zuverlässiges und serientaugliches Batteriemodul setzten die Entwickler von Akasol Enginnering auf kompakten Leichtbau und integrierte Flüssigkühlung. Die Basis der Batteriesystems ist ein hochintegriertes Lithium-Ionen-Batteriemodul, das sich in wenigen Schritten zu einem kompletten Batteriesystem verbinden lässt. Eine Energiedichte von bis zu 140 Wh/kg und hohe Leistungswerte bis zu 18 kW setzen Maßstäbe hinsichtlich Fahrfreude und dynamischer Beschleunigungswerte. Tests stellen eine dauerhafte Zuverlässigkeit über mindestens 10 Jahre sicher.

Das Moduldesign ermöglicht eine wirtschaftliche Serienfertigung sowie kundenspezifische Lösungen für unterschiedliche Fahrzeugtypen. Besonders innovativ sind die integrierte Flüssigkühlung und ein ebenfalls im Modul integriertes Batteriemanagementsystem, das präzise Werte wie Spannung und Temperatur misst und so für Langlebigkeit und Sicherheit sorgt.

Gewinner der Kategorie Energie, Infrastruktur, Anschlusstechnik ist die SEW Eurodrive GmbH, die unter anderem ein kontaktloses, induktives Energieübertragungssystem entwickelt hat. Mit ihm können Elektrofahrzeuge sicher und komfortabel auch bei Kurzstopps ohne Kabel oder Stecker geladen werden.

‚E-Flinkster & E-Call a Bike‘, Gewinner des Sonderpreises „Nachhaltige Mobilitätskonzepte“, ermöglichen die intelligente Vernetzung von Elektromobilität mit dem öffentlichen Personenverkehr und somit eine komfortable, lokal emissionsfreie Mobilitätskette über lange Strecken. Die erfolgreiche Integration von Elektroautos und Pedelecs in die bestehenden öffentlich zugänglichen Mietsysteme ‚Flink-ster‘ und ‚Call a Bike‘ bietet jedem die Möglichkeit, Elektromobilität preiswert selbst zu erfahren. Aus dem Nutzungsverhalten und den Forschungsergebnissen aus den Modellregionen lassen sich neue Erkenntnisse über Kundenanforderungen an integrierte Lösungen gewinnen, die auch dazu beitragen können, die Akzeptanz der Technologie nachhaltig zu steigern.