Streaming

Von Streaming-Anbietern können sich Industrieunternehmen einiges abschauen. - Bild: Foltolia/Adimas

Jeder Fünfte, so Bitkom, würde zugunsten von Streaming-Diensten wie Netflix oder Apple iTunes komplett aufs klassische Fernsehen verzichten. Gründe dafür: ein unschlagbares Nutzererlebnis – ohne Werbung oder Zeitvorgaben – und Inhalte, die den Nerv der Zuschauer treffen. Dank Daten und vorausschauender Analysen können Streaming-Anbieter Trends frühzeitig erkennen und unmittelbar in ihren Angeboten berücksichtigen. Genau da liegt auch für die Industrie großes Potenzial.

Unternehmen, die ihre Maschinen mit Hilfe von Sensortechnologie ins Internet der Dinge (IoT) befördern, wissen schneller, was die Maschine braucht. Sie können Anomalien im Betrieb erkennen und beheben, bevor größere Defekte die Produktion lahmlegen – Stichwort Predictive Maintenance. Führende Beratungsunternehmen schätzen, dass sich ungeplante Stillstände durch intelligente Vernetzung um bis zu 70 Prozent reduzieren lassen.

Nicht nur optimieren, sondern revolutionieren

Andererseits – und das ist das Spannende – meint Industrie 4.0 nicht nur die Vernetzung von Maschinen, sondern die der ganzen Produktionskette bis hin zum Kunden. Das IoT bringt Unternehmen so nah an ihre Kunden, dass darüber ganz neue Geschäftsmodelle entstehen.

Beispiel Aufzugsindustrie: Das Geschäft von Aufzugsbauern zielt bisher auf die Ausstattung von Gebäuden mit Aufzügen und eine regelmäßige Wartung. Kontakt zum Fahrgast haben nur Mechaniker. Wenn sich aber Aufzüge per App minutengenau bestellen lassen und ihre Nutzer während der Fahrt mit News versorgen, wird der Aufzug plötzlich zum Kundenkanal. Zeitgleich sind vernetzte Aufzüge wesentlich effizienter im Betrieb; gewartet wird nur noch, wenn sich der Aufzug meldet.

Blackbox Maschinenleben

Zurzeit aber sind Aufzüge, wie viele andere Maschinen, Blackboxes für ihre Betreiber. Und kostenintensiv dazu. Verändert sich beispielsweise die Kabinenkalibrierung, werden Tragseile plötzlich ungleich belastet, was zu deutlich schnellerem Verschleiß führt. Hunderte Meter Seil müssen dann mit viel Aufwand getauscht werden. Vorausschauende Analysen vermeiden das nicht nur, sondern geben auch wertvolle Betriebsinformationen, die in die Produktentwicklung einfließen können. Genau so ein Projekt setzt T-Systems gerade weltweit mit einem der führenden Aufzugsbauer um. 

Große Unternehmen haben einen klaren Vorsprung; nicht nur die Budgets sind größer, meist haben sie auch eigene Digitalisierungsabteilungen, die Projekte anstoßen. Mittelständlern hingegen mangelt es oft sowohl an finanziellen wie personellen Ressourcen. Hinzu kommen Bedenken in punkto Sicherheit. Analysten schätzen, dass erst fünf Prozent aller Unternehmen das volle Potential des IoT ausgeschöpft haben.

Den Nutzen erkennen

Für „IoT-Beginner“ ist es daher wichtig, den Nutzen des IoT zu kennen, bevor sie investieren. T-Systems hat dazu ein standardisiertes Starterkit für Predictive Maintenance entwickelt, bestehend aus einem streichholzschachtelgroßen IoT-Gateway mit integriertem GSM-Modul und Zugang zur Cloud. Das Gateway lässt sich leicht an jeder Maschine anbringen und per Bluetooth mit bis zu 200 Sensoren verbinden, um Gerätedaten wie Position, Beschleunigung, Umgebungstemperatur oder Neigung zu sammeln und an eine herstellerübergreifende IoT-Plattform zu übertragen.

Dort werden die Daten in Echtzeit ausgewertet und in einem Dashboard dargestellt. Binnen Minuten ist das System einsatzbereit und skalierbar.

"IoT-Lösungen sind schon bald die größte Chance für Unternehmen auf Wettbewerbsfähigkeit." - Dr. Ingo Hofacker, Senior Vice President IoT, T-Systems International

Die Spreu vom Weizen trennen

Laut Gartner sollen noch in 2017 rund 8,4 Milliarden Geräte im Netz sein. Hier zeigt sich, welche Herausforderung auf Unternehmen zukommen. Es geht längst nicht mehr nur um die Vernetzung einzelner Geräte, sondern um das Management vernetzter Dinge und der Datenmassen, die durch immer leistungsfähigere Netze fließen. Aber: Welche Daten sind wirklich relevant? Welche sollten von Maschinen und lokalen IT-Systemen gefiltert werden – Stichwort Fog Computing –, bevor sie in die Cloud gehen? Diese Fragen gilt es zu klären, denn der Datenheuhaufen wächst nahezu ins Unermessliche. 

Fazit: IoT-Lösungen sind schon bald die größte Chance für Unternehmen auf Wettbewerbsfähigkeit. Vor dem Vernetzen von Maschinen muss allerdings die Strategie stehen – mit einem Fokus auf die Kundenbedarfe und die bereichsübergreifende, sichere technische Umsetzung. Die Vorauswertung relevanter Daten spielt dabei eine ebenso große Rolle wie das Management der vernetzten Dinge. Schließlich sind Daten nur nützlich, wenn sie Erkenntnisse liefern.