Gasmotor Traktoren Uni Rostock Deutz

Der Gasmotor ist in der Werkstatt des Thünen-Instituts für Ökologischen Landbau in Trenthorst durch das Team von Torsten Cordts, unter der Leitung von Klaus-Peter Bark (Deutz), in einen Traktor eingebaut worden. Anfang Oktober 2015 wurde er dort den beteiligten Partnern des Forschungsprojektes vorgestellt. Bild: Uni Rostock

Die Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock und Motorenhersteller Deutz haben gemeinsam einen Gasmotor für Traktoren entwickelt. Dabei wurde aus einem Serien-Dieselmotor auf dem Prüfstand der Uni Rostock ein erdgasbetriebener Motor, der nach dem Otto-Prinzip läuft. Der Gasmotor laufe wie am Schnürchen. „Gleiche Leistung, wie die eines Dieselmotors, aber niedrigere Schadstoffemissionen, weniger CO2-Ausstoß, mehr Traktor“, berichtet Diplom-Ingenieur Sascha Prehn von der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock. Prehn habe maßgeblich dem Erdgasmotor für Traktoren ‚das Leben mit eingehaucht’.

Der Gasmotor ist in der Werkstatt des Thünen-Instituts für Ökologischen Landbau in Trenthorst durch das Team von Torsten Cordts unter der Leitung von Klaus-Peter Bark (Deutz) in einen Traktor eingebaut worden. Anfang Oktober 2015 wurde er dort den beteiligten Partnern des Forschungsprojektes vorgestellt. Dazu gehören die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Deutz aus Köln, der Traktorhersteller Same-Deutz-Fahr sowie weitere am Projekt beteiligte Partner. „Der auf den Erdgasbetrieb umgerüstete Motor hat auf dem Prüfstand alle Anforderungen bestanden“, sagt Sascha Prehn. Die Rostocker Uni-Forscher um Professor Horst Harndorf vom Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren haben erreicht, dass der Treibhausgas-Ausstoß mit dem Gasmotor erheblich reduziert werden konnte, die Methanemission (23-fache Treibhausgaswirkung wie CO2) sich bei der Neuentwicklung nahe null bewegt und der Motor in der Leistung dem Dieselmotor um nichts nachsteht.

Der Motor für den Traktor läuft zu 100 % mit Erdgas- und Biomethankraftstoff. Im Mittelpunkt steht hier moderne Motorentechnologie mit interessanten Detailverbesserungen. „Ich hatte ein System vor mir, das so noch nicht gelaufen ist“, so Prehn. Beispielsweise musste der Dieselinjektor, der den Kraftstoff in den Brennraum spritzt, gegen eine Zündkerze ausgetauscht und ein Erdgasdosiersystem installiert werden. Zudem mussten verschiedene Motorkomponenten an die veränderten Bedingungen angepasst werden. Entscheidend allerdings waren die Analyse und das Beherrschen des Verbrennungsprozesses im Gasmotor.