Gut besucht: Das Technikforum Fräsen und Erodieren von GFAC.

Gut besucht: Das Technikforum Fräsen und Erodieren von GFAC. (Bild: GF AgieCharmilles)

Schorndorf (sm). Eigentlich erstaunlich: Gerade beim Thema Automation wird deutlich, wie wichtig qualifizierte Fachleute sind. Sie müssen dafür sorgen, dass bedienerlos weitergearbeitet wird, wenn ihre  tägliche Arbeitszeit endet und der Betrieb prozesssicher „weiterlaufen“ soll. Das ist bei der Funkenerosion etwas einfacher als beim Fräsen, weil das Fräswerkzeug, vor allem bei kleinen Durchmessern, das schwächste Glied in der Kette bleibt, trotz intensiver Werkzeugentwicklungen bei den Herstellern. Nach Aussage eines namhaften Werkzeugherstellers arbeiten kleine Fräser bis zu 7xD wirklich zuverlässig, und ein Fräser von 0,5 mm Durchmesser könne bis 3,5 mm Tiefe auch in gehärtetem Stahl arbeiten. Kleine und zu kleine Werkzeugdurchmesser und die Hartbearbeitung sind wichtige Gesichtspunkte bei der Kombination Fräsen/Erodieren. Der Einsatz neuer Technologien kombiniert mit innovativen Bearbeitungsstrategien und automatischen Fertigungsabläufen kann atemberaubende Ergebnisse erzielen und die Wettbewerbsfähigkeit erheblich steigern.

Die Basis für den Erfolg bleibt die richtige Maschinenauswahl. Bei den Fräsmaschinen oder Bearbeitungszentren werden vom Hersteller die leistungsstarken volumenorientierten Maschinen der Baureihe HPM und die für die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung ausgelegten HSM-Maschinen einander angenähert. So findet der Anwender eine Maschine wie die Mikron HPM 800U HD, die sowohl die Stabilität zum Hochleistungsschruppen wie auch die Dynamik für die Fünf-Achs-Simultan-Bearbeitung hat. Oberflächen, die wie poliert sind (Ra = 0,025 µm) werden der Hochgeschwindigkeitsbearbeitung auf Maschinen HSM vorbehalten bleiben. Sie gründen auf stabilde O-förmige Polymerbeton-Maschinenständer, Wärmeausgleich, leichte bewegte Massen, Linearantriebe, StepTec-Spindeln mit 42.000 min-1, auf Rekalibrierung und haben ihren Preis.

Forschung und Entwicklung erweitern immer wieder die Einsatzmöglichkeiten. Ein Beispiel ist die „weiße Schicht“ auf der Oberfläche funkenerosiv bearbeiteter Teile. Sie galt über Jahrzehnte als Ursache für mögliche Mikrorisse und war „der“ Hemmschuh für die Anwendung an Turbinenschaufeln sowie in der Luft- und Raumfahrt. Die Verfahrensentwicklung hat dazu geführt, dass weiße Schichten gegen Null gehen. Schon heute werden Tannenbaumprofile am Fuß von Turbinenschaufeln mit Vorteilen drahterodiert. Das Drahterodieren im Ölbad ist eine noch junge fertigungstechnische Möglichkeit, die besonders beim Schneiden von Hartmetall Vorteile bringt. Öl als Dielektrikum schützt die Oberflächen von Hartmetall und anderen gesinterten Werkstoffen vor Korrosion. Die beim Drahtschneiden erzeugte perfekte Oberflächenqualität bleibt erhalten, auch wenn die Werkstücke längere Zeit im Dielektrikum verbleiben.

Die wachsenden Märkte Medizin- und Dentaltechnik (Dental-Prozesskette), Luft- und Raumfahrt (Geschäftsflugzeuge), Kommunikation und Beleuchtung (LED) fordern zu intelligenten Systemlösungen heraus, die Anbieter und Anwender mehr als früher beschäftigen. Das Technikforum der GF AgieCharmilles in Schorndorf schafft eine Begegnung von Entwicklung und Werkstatt, die effektiv ist und zur Wettbewerbsstärke der Fertigungstechnik in Deutschland beiträgt. 

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