Der Zubau mit Photovoltaik-Anlagen in Deutschland war 2010 laut einer Schätzung von GTM Research

Der Zubau mit Photovoltaik-Anlagen in Deutschland war 2010 laut einer Schätzung von GTM Research weltweit mit Abstand am weitesten fortgeschritten.

Sabine Spinnarke

LANDSBERG. Der aktuelle 5-Jahresplan zeigt klar, dass Chinas Regierung grüne Technologien als den Markt mit dem höchsten Wachstumspotenzial einschätzt. Bis zum Jahr 2015 will die ehrgeizige Führungsriege Chinas 10 GW an Solar Kapazität installieren und dieses Volumen im Verlauf der nächsten 10 Jahre auf 50 GW erhöhen; desweiteren sieht der Plan vor, 100 GW an Windenergie aufzubauen; im Vergleich: Ende 2010 verfügte China gerade einmal über 13,9 GW. Das bisherige Volumen von 210 GW an Wasserkraft soll im selben Zeitraum auf 290 GW ausgebaut werden. Zusätzlich werden Einzelheiten zu geplanten Biomasse-, Geothermie-, Gezeiten- und Ozeankraftwerken genannt. „Der 12. Fünfjahresplan ist der erste Fünfjahresplan, der die Frage der Umwelt betont. Von 47 Zielen sind 51 Prozent umweltfreundlich“, freut sich auf dem Naijing-Symposium Professor Hu Angang, Tsinghua-Universität.

China zu ehrgeizig?

Die angepeilten Steigerungsraten sind so ehrgeizig dass sie vielerorts auch Zweifel an der Seriosität der Ziele auslösen: die Solarkapazität müsste demnach innerhalb von 5 Jahren um das tausendfache gesteigert, die Windenergiekapazität verdoppelt werden.

Photovoltaik-Zubau Deutschland

In Bezug auf den Zubau lohnt sich ein Blick auf Deutschland, das mit seiner Nutzung alternativer Energiequellen immer noch absoluter Vorreiter ist: nach neuesten Zahlen des Bundesumweltministeriums erreichen Photovoltaik-Anlagen in Deutschland bereits heute eine Gesamtnennleistung von rund 17 GW und übertreffen damit erstmalig die Leistung deutscher Atomkraftwerke.

Der derzeit zweitgrößte Player am Markt ist derzeit die USA, die laut Center for American Progress aktuell über 2,6 GW an installierter Leistung verfügen. Das Marktforschungsinstitut Solarbuzz schätzt, dass der japanische Markt 2011 ein Volumen von 1,3 bis 1,5 Gigawatt (GW) erreichen wird.

Soweit zur Solarenergie. Der Anteil der Windenergie am Stromverbrauch ist im ersten Halbjahr 2011 in Deutschland auf 7,5 % angestiegen. Dies teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Montag in Berlin mit.

Deutsche Hersteller geraten ins Hintertreffen

Laut Bundesverband Windenergie waren Ende 2010 europaweit 86 GW an Windenergiekapazitäten installiert. Der weltweite Markt wächst rasant und bietet sowohl in den USA als auch in Europa und Asien enorme Chancen. Ob allerdings unter den Anbietern der Technologien Deutschland dominiert, ist eine andere Frage. In der Photovoltaik-Branche sind deutsche Hersteller bereits vor einigen Jahren ins Abseits geraten, unter den 10 größten Unternehmen befindet sich mittlerweile mit Q-Cells nur noch ein deutsches Unternehmen, unter den größten fünf hält China mit Suntech Power, Ya Solar, Yingli und Trina Solar die Nase deutlich vorn, drittgrößter Player weltweit ist das amerikanische Unternehmen First Solar.

 
 

Windenergie

Und wer macht den meisten Wind? Auch dieser Markt war einmal fest in deutscher Hand: Hersteller von Windturbinen mit den größten Marktanteilen (in der Reihenfolge ihrer Marktanteile) waren: Enercon (D), Vestas (DK), REpower (D), Fuhrländer (D), Nordex (D), GE Energy (USA) und Siemens (D). Laut einer Reuters-Meldung leidet Nordex wie seine Konkurrenten Vestas und Repower unter dem Preiskampf in der Branche und steht wegen anhaltender Verluste vor einem umfassenden Konzernumbau. Inzwischen hat sich das Bild auch hier verändert und China hat die Nase vorn – laut Schätzung des Marktforschungsinstitutes BTM Consult ist Enercon inzwischen das einzige deutsche Unternehmen unter den Top Ten.