| von Gunnar Knüpffer
Aktualisiert am: 27. Sep. 2016
Wachstum, interne Hürden, Bain & Company, Unzureichende Ressourcen
Nur 15 % der Führungskräfte bezeichnen externe Faktoren als Hauptbarrieren für Wachstum. - Bild: Produktion
  • Richtungskrise

Die Richtungskrise trifft zwei Drittel aller erfolgreichen Branchenplayer. Typisch für diese Krise ist ein schneller Rückgang des Wachstums binnen weniger Jahre. Die betroffenen Unternehmen geraten in eine Stagnation, von der sie sich selten vollständig erholen.

94  Prozent der befragten Führungskräfte machen interne Probleme für die Richtungskrise verantwortlich. Dazu zählt das Ausufern der Organisation, um die große, oft multinationale Kundenbasis bewältigen zu können. Es gibt für alles Experten, das Unternehmen hat sich professionalisiert. Das Top-Management ist viele Hierarchieebenen von der Kundenfront entfernt. Statt über konkrete Geschäftsvorfälle diskutiert es über Durchschnittsmargen. Jenseits des Jahresbudgets fehlen klare Ziele. Unkonventionelle Menschen zieht dieses Unternehmen kaum noch an.

  • Komplexitätskrise

Die Komplexitätskrise ist existenzbedrohend und betrifft typischerweise etablierte Marktführer. Aus Sicht der Unternehmensleitung sind meist externe Auslöser an dieser Krise Schuld. Die wahren Gründe finden sich jedoch in der überbordenden Komplexität. Entscheidungen dauern zu lange, niemand ist für das große Ganze zuständig. Häufig ist die Mission abhandengekommen, die das Unternehmen im Kern zusammengehalten hat.

Das Wachstum im Kernmarkt geht rasant auf null zurück, die Finanzen erodieren und das Management scheint die Kontrolle verloren zu haben. Das Unternehmen hat verlernt, sich anzupassen, ein Geschäftsmodell der zweiten Generation gibt es nicht. Die Hälfte der Firmen, die diesem freien Fall entkommt, schafft dies nur durch eine Restrukturierung mit radikaler Neuausrichtung.

Nach Einschätzung von Sinn werde der Ansatz der Gründermentalität einen festen Platz im strategischen Denken erfolgreicher Unternehmen einnehmen. Denn die typischen Unternehmenskrisen seien in der Regel vorhersehbar. Und sie könnten überwunden werden, bevor sie ein Unternehmen zu Fall bringen.

Das auf der Studie basierende Buch „The Founder’s Mentality“ belegt und illustriert die Elemente der Gründermentalität sowie die drei Wachstumskrisen anhand zahlreicher Beispiele. Dazu gehören der Kreuzfahrtanbieter Norwegian Cruise Line, Starbucks, der Kamerahersteller Leica und die Brauerei Anheuser-Busch InBev.