Hamburg soll laut dem VDMA der Standort für eine neue Messe der Windkraftbranche werden, doch der

Hamburg soll laut dem VDMA der Standort für eine neue Messe der Windkraftbranche werden, doch der Bundesverband Windenergie kritisiert die Entscheidung (Bild: Günter Menzl - Fotolia.com).

LANDSBERG (ks). Der VDMA Power Systems will die internationale Windleitmesse in (Nord-)Deutschland halten und ausbauen. Das verkündeten VDMA Power Systems und die Hamburg Messe und Congress GmbH auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. Dazu soll neben dem zwei-jährlichen Messeauftritt der Windbranche im Rahmen der Energiemesse in Hannover eine neue eigenständige Messe in Hamburg stattfinden, so der VDMA und die Messe Hamburg. Der Standort verfüge über ausreichend Ausbaupotenzial, um die wachsende Zahl internationaler Aussteller und Besucher der Boom-Branche aufnehmen zu können. Darüber hinaus biete die zeitliche Nähe zur Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft SMM in Hamburg zusätzliche Möglichkeiten, Schiffbauer, Reedereien, Häfen, Logistikunternehmen und die maritime Zulieferindustrie, ohne die der Offshore-Windenergiemarkt nicht realisierbar sei, für die Windleitmesse zu gewinnen.

Auf Ablehnung stößt das Vorhaben des VDMA allerdings bislang beim Bundesverband WindEnergie e.V (BWE). “Anders als der VDMA in seiner heutige Pressekonferenz vermitteln wollte, gibt es weder einen Konsens der Windenergiebranche über den Ort der Windenergiemesse in 2014 noch eine ausreichende Abstimmung mit den verschiedenen Messestandorten”, erklärte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie e.V. (BWE). Aus Sicht des BWE habe der VDMA mit seiner frühzeitigen Festlegung auf Hamburg dem Messestandort Deutschland eher geschadet als genutzt. Der VDMA nehme in Kauf, dass sich 2014 ein Teil der Branche in Husum und ein anderer Teil der Branche in Hamburg präsentiert. “Der Bundesverband WindEnergie e.V. hat ein grundlegendes Interesse daran, dass die internationale Leitmesse für die Windenergie auch künftig in Deutschland stattfindet. Das heutige Vorpreschen des VDMA gefährdet diese Strategie. Das ist weder im Interesse der deutschen Windindustrie noch der Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen”, heißt es in einer Pressemitteilung des BWE. “Es bleibt jetzt auch abzuwarten, wie sich die Husum WindEnergy im kommenden Jahr präsentieren wird.”

VDMA Power Systems möchte nach eigenen Angaben durch seine Initiative vor allem sicherstellen, dass die internationale Leitmesse der Windindustrie langfristig in Deutschland gehalten wird. „Dabei würden wir uns eine Fortsetzung der Kooperation zwischen den Messegesellschaften aus Hamburg und Husum wünschen, um die vorhandene Expertise optimal nutzen zu können“, sagte Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems. „Die Weiterführung und der Ausbau einer eigenständigen internationalen Windenergiemesse am Messestandort Hamburg sollte im jährlichen Wechsel mit dem Messeauftritt im Rahmen der „Wind“ innerhalb der Hannover Messe stattfinden. Daher wünschen wir uns auch eine Kooperation mit der DMAG. Zudem sind wir mit den Windverbänden in Deutschland und Europa im Gespräch, und streben eine breite Zusammenarbeit aller Beteiligten an. Die Tür steht offen“, so Herdan weiter.

Der VDMA hatte erklärt, das Vorhaben, eine international führende Fachmesse in der Hansestadt zu etablieren, stoße bei der Industrie auf breite Zustimmung. „Wir freuen uns auf eine neue Windleitmesse in Hamburg, die dem wachsenden Onshore- wie Offshore-Markt eine herausragende Plattform bieten wird“, sagte Rainer Bröring, Geschäftsführer GE Wind Energy GmbH. „Deutschland braucht eine internationale Leitmesse für Windenergie. Als Schaufenster der deutschen Windindustrie bietet Hamburg beste Voraussetzungen. Hamburg ist Sitz vieler großer Unternehmen aus der Windbranche, bündelt immer mehr Kompetenz im Offshore-Geschäft und bietet eine einwandfreie Infrastruktur in Bezug auf Hotels, Verkehrsanbindungen und ein hochmodernes Messegelände. Das macht Hamburg zum idealen Messestandort für eine internationale Leitmesse Wind“, sagte Thomas Richterich, Vorstandsvorsitzender der Nordex SE.

Felix Ferlemann, CEO der Siemens Wind Power Division erklärte: „Hamburg hat sich in den vergangenen Jahren als europäische Hauptstadt der Windenergie-Industrie etabliert. Aufgrund der hohen Attraktivität des Standorts haben wir das globale Hauptquartier unserer Windenergie-Division nach Hamburg verlegt. Aus unserer Sicht ist es der logische nächste Schritt, dass Hamburg auch der Standort der europäischen Leitmesse für Windenergie wird.“