Georg Kofler; CEO von Kofler Energies setzt beim Verkauf von Energie-Effizienz auf open books.

Georg Kofler; CEO von Kofler Energies setzt beim Verkauf von Energie-Effizienz auf open books.

„Die beste alternative Energie ist jene, die nicht verbraucht und daher erst gar nicht produziert wird.“ Darüber waren sich die rund 200 Teilnehmer der 3. Münchener Cleantech-Konferenz mit Georg Kofler einig.

von Verena Fahrion

Kein Wunder, denn das Thema der Münchener Konferenz lautete Energie-Effizienz. „Mit sparen allein schaffen wir dennoch kein grünes Wachstum, wir brauchen neue Strategien“, sagte Professor Dr. Maximilian Gege, Vorsitzender des Bundesdeutschen Arbeitskreises für umweltbewusstes Management. „Um grünes Wachstum voranzutreiben, brauchen wir viel mehr Kapital“, bekräftigte der Professor. Deshalb plädierte er für einen Zukunftsfonds. Dieser könnte in Anlehnung an das Konzept eines Bürgerfonds funktionieren. „Bei einem Geldvermögen von aktuell 4 800 Mrd Euro, das zum Teil mit einem marginalen Zinssatz angelegt sei, könnte ein einstelliger Prozentsatz in den Zukunftsfond investiert werden.“ Auch Energieversorger dürften die für den Bau von Kraftwerken vorgesehenen Milliarden-Investitionen in den Zukunftsfond einbringen, sagte der Professor.

Der Fonds soll finanzielle Mittel für Energie-Effizienzmaßnahmen, erneuerbare Energien und Sparprogramme vergeben. Die Refinanzierung ergebe sich aus den erzielten Einsparungen. Der Zukunftsfonds steht bereits in den Parteiprogrammen der SPD und Grünen. Allerdings hätten viele Ansprechpartner „Sorge, dass ihnen ihre Pfründe genommen werden“, sagte Gege mit Blick auf Unternehmer Georg Kofler.

Kofler stellte sein Geschäftsmodell Energie-Effizienz und Klimaschutz vor. Die größte Energie-Effizienz-Quelle Europas liege in Gebäuden, sagte Kofler. „40 % des Energieverbrauch entfallen auf den Gebäudebestand.“ Allein durch die Optimierung der energetischer Anlagen könnte dieser Energieverbrauch schon um 30 bis 40 % gesenkt werden. „Und 10 bis 20 % davon sogar ohne große Investitionen“, ergänzte Kofler. Deshalb ist sich der Manager sicher, dass Energie-Effizienz die zweite Säule der Energiewirtschaft werden wird.

Um die Verbraucher – private wie Geschäftskunden – zum Sparen zu bringen, setzt er auf „open books“, das heißt, 50 % des Spargewinns geht an den Kunden und 50 % an den Dienstleister Kofler Energies. So freue man sich gemeinsam über jede eingesparte Kilowattstunde“, verdeutlichte Kofler. Auch wenn Professor Fritz Vahrenholdt, CEO von RWE Innogy, für konventionelle Kraftwerke und Atomkraftwerke als unersetzliche Stabilisatoren der sicheren Stromversorgung plädierte, wurde deutlich, dass Energie-Effizienz viel stärker genutzt werden muss. „Der größte Teil des gesteckten CO2-Ziels – nämlich 54 % – kommt von der Energie-Effizienz, da ist die Diskussion um Kernkraft irrelevant“, sagt Stefan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der deutschen Energie Agentur.