Bracket Ariane

Mithilfe der Elise-Software und des Generative Engineerings entstand eine bionische Halterung für die Ariane 6. Bild - Elise

| von Thomas Masuch

Software ist in der Additiven Fertigung ein zugleich spannendes aber auch sehr herausforderndes Feld. Warum? Zum einen ist die Branche noch recht jung und noch nicht so konsolidiert wie das in andere Bereichen der Fall ist. Das bietet Chancen für junge Unternehmen mit innovativen Lösungen. "In der Additiven Welt ist man erfahrungsgemäß recht offen für neue Produkte“, so Dr. Moritz Maier, Mitbegründer und Geschäftsführer des jungen Software-Entwicklers Elise.

Gleichzeitig bietet die Additive Fertigung mit ihren fast unbegrenzten kreativen Möglichkeiten auch Raum für ganz neue Ansätze und Verfahren. Da verwundert es nicht, dass auch auf der Formnext, der weltweit bedeutendsten Fachmesse für Additive Fertigung und moderne industrielle Produktion, die Zahl der Aussteller aus dem Software-Bereich von Jahr zu Jahr weiter wächst.

Auf der Formnext wächst der Anteil der Software-Anbieter

Allein für den Bereich CAD/PLM stellten auf der Formnext 2019 mehr als 40 Unternehmen aus zahlreichen Ländern ihre Lösungen vor. Die Unternehmen sind so vielfältig wie die benötigten Lösungen: Einerseits zeigen sich hier Schwergewichte, die auch in anderen Industriebereichen aktiv sind, wie Autodesk, Dassault Systèmes, Hexagon, Machineworks oder Siemens.

Aber auch kleinere mittelständische Unternehmen wie CAD/CAM Systeme Datentechnik Reitz oder IKOffice haben neben ihrem bisherigen Portfolio spezialisierte Softwarelösungen für den 3D-Druck entwickelt. Abgerundet wird das Bild von meist jungen Unternehmen wie etwa 3YourMind, die sich auf 3D-Druck spezialisiert haben und sich mit ihren innovativen Lösungen den aktuellen Herausforderungen der Branche widmen.

3D-Druck als Wachstumsmarkt

Für Anbieter von Software, auch mit dem bisherigen Schwerpunkt in den traditionellen Industrien, bietet die Welt der Additiven Fertigung mit ihren hohen Wachstumsraten enorme Chancen. Welche Chancen der Bereich Software für das Verfahren des additiven Fertigung bietet, zeigt das Unternehmen Materialise. Vor 30 Jahren im belgischen Leuven gegründet, hatte sich das Unternehmen neben der Additiven Fertigung für den Gesundheitsbereich früh auf Software-Lösungen für die industriellen 3D-Druck spezialisiert. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen rund 2.000 Mitarbeiter, ist an der Börse in New York notiert und hat eine Marktkapitalisierung von rund einer Milliarde Dollar.

Welche Software ist die richtige?

Eine große Herausforderung für viele Anwender ist derzeit nicht unbedingt die Wahl des richtigen Druckers, sondern die benötigte Vielzahl an Software-Lösungen im Produktionsprozess für ein zu fertigendes Teil. Denn industrieller 3D-Druck ist oftmals so komplex, dass vom Design bis zur Bauteilsimulation und zum 3D-Druck selbst nicht selten eine ganze Hand voll oder noch mehr verschiedene Software-Lösungen zum Einsatz kommen.

Für jeden Prozessschritt gibt es mehrere Anbieter und Lösungen – dazu erfordern unternehmerische Rahmenbedingungen und die eingesetzte Technologie eine individuelle Lösung. Für Anwender ist es deshalb nicht einfach, den Überblick zu er- und behalten.

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Alles, was der Drucker braucht

Neben den CAD-Software-Programmen für das Bauteildesign kommen in der Regel unterschiedliche Programme für Topologieoptimierung, das Erstellen von Stützstrukturen, die Umwandlung der Daten in STL-Dateien, die Vorbereitung des Baujobs, sowie Fertigungs- und Bauteilsimulationen zum Einsatz.

Die Daten durchlaufen also eine Vielzahl von Schritten, und wenn am Ende festgestellt wird, dass das Design des Bauteils noch einmal geändert werden muss, beginnt der Prozess von vorn. Und wem das an Rechenaufgaben noch nicht reicht, der kann sich zum Beispiel zusätzlich noch eine Software ins Haus holen, die mit möglichst wenig Stützstrukturen druckt oder bestehende Bauteile im Unternehmen Stück für Stück dahingehend prüft, ob die Produktion auf dem 3D-Drucker sinnvoll ist.


Ein weiterer wichtiger Trend ist auch das Computational Engineering beziehungsweise Generative Design, bei dem Designer nicht mehr von Hand designen sondern „nur“ noch bestimmte Anforderungen an das Bauteil definieren. Eine passende Software generiert daraus ein druckfähiges Datenmodell.

So wird der Drucker zum unkomplizierten Tool

Aus diesem Grund beschäftigen sich innovative Start-ups damit, diesen komplexen Prozess im 3D-Druck zu vereinfachen sowie effizienter und benutzerfreundlicher zu gestalten. Das amerikanische Start-up Dyndrite beispielsweise verspricht Kontrolle über den "CAD-to-Print-Workflow“, und auch das norddeutsche Unternehmen Elise hat eine Softwareplattform entwickelt, die sämtliche Tools ansteuert und verbindet.

Bisher kommt die Lösung in einer Betaversion schon bei namhaften Unternehmen wie Ariane, BMW oder Premium Aerotec zum Einsatz. Ende des Jahres soll die Software dann auf den Markt kommen. Für Geschäftsführer Maier sind die Einsatz-Möglichkeiten dabei nicht nur auf Additive Fertigung beschränkt. "Wir sehen auch Bedarf in anderen Industrien, in die wir unsere Innovation aus der Additiven Fertigung übertragen können. Das Potential ist wirklich groß.“

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Software für den 3D-Druck macht Branchenneulingen den Einstieg leicht

Für Neueinsteiger unter den Anbietern bietet der Bereich Software beim additiven Verfahren auch deshalb große Chancen, weil "die Hürden für den Einstieg recht gering sind, und sich Software leicht skalieren lässt“, so Matthias Schmidt-Lehr, vom auf Additive Fertigung spezialisierten Beratungsunternehmen Ampower.

Wer allerdings international wachsen möchte, benötigt Partner und Mitarbeiter für Vertrieb und Schulungen weltweit. Und dafür braucht man dann in der Regel entweder finanzstarke Investoren oder bereits etablierte Partner. Beides findet man übrigens auch auf der Formnext, vom 10. – 13.11.2020 in Frankfurt am Main.

Der Eintrag "freemium_overlay_form_pro" existiert leider nicht.