Apple-Chef Tim Cook wird sich endgültig vom großen Apple-Gründer und -Übervater Steve Jobs

Apple-Chef Tim Cook wird sich endgültig vom großen Apple-Gründer und -Übervater Steve Jobs emanzipieren und mit der Apple Watch sein erstes ganz eigenes Produkt auf den Markt bringen. - Bild: Wonderful Engineering/Apple

Tim Cooks Reifeprüfung: Der IT-Gigant Apple hat am Montag seine lange erwartete Smartwatch vorgestellt, in die der Konzern hohe Erwartungen hat.

Die Apple Watch. Sie könnte zum nächsten großen Wachstumstreiber werden, der die Abhängigkeit des Konzerns von Smartphones verringern könnte. Für CEO Tim Cook ist es aber auch eine Chance zu beweisen, dass Apple immer noch die bahnbrechenden Produkte herstellen kann, die den Konzern unter seinem Vorgänger, dem Apple-Mitgründer Steve Jobs geprägt haben.

Die Uhr steht allerdings vor erheblichen Herausforderungen. Das Gerät muss sich in der Nähe eines iPhone befinden, um eine drahtlose Verbindung zu bekommen oder über ein Satellitennavigationssystem Standortinformationen zu sammeln. Damit wird die Uhr zum Zubehör eines Gerätes, das die meisten Aufgaben bereits gut erledigt.

Die Uhr liegt auch an der Grenze zwischen Schmuckstück und Verbraucherelektronik, das weckt unterschiedliche Erwartungen von Verbrauchern zu Qualität, Veralterung und Kauferfahrung.

Unterschiedliche Uhren zu unterschiedlichen Preisen

Um das alles abzudecken, plant Apple eine ganze Reihe von Uhren zu unterschiedlichen Preisen, beginnend mit 349 Dollar. Eine Edelstahluhr mit einer 38-Millimeter-Fassung soll ab 549 Dollar zu kaufen sein, die größere Variante mit einer 42-Millimeter-Fassung kostet 50 Dollar mehr. Die Batterie der Uhr soll 18 Stunden halten, zudem könne man auch damit telefonieren.

Laut Schätzungen von ABI Research dürfte Apple von der Apple Watch 2015 insgesamt 11,8 Millionen Exemplare verkaufen. Das wäre dann fast die Hälfte aller tragbaren Geräte, einschließlich von Fitness Trackern und Smartwatches mit anderen Betriebssystemen außer Android.

Bezahlsystem Apple Pay als Zugpferd?

Ein Zugpferd für die Apple-Uhr dürfte auch das noch junge Bezahlsystem Apple Pay sein. Es ermöglicht Kunden für ihre Waren zu bezahlen, indem sie ein mobiles Gerät an einen Kartenleser halten. Apple Pay ist derzeit auf die jüngste Version der iPhones beschränkt, aber der Dienst soll über die Apple Watch auch bei älteren Geräten funktionieren. Die Uhrträger können zudem kleinere Käufe tätigen, ohne ein iPhone dabei zu haben, zum Beispiel, wenn sie joggen und auf dem Weg ein Sportgetränk kaufen wollen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke