Telekom Vectoring

Die Bundesnetzagentur erlaubt der Telekom, mit umstrittener Technik schnellere Internetzugänge zu schaffen. Die Konkurrenz warnt vor einem neuen Monopol. - Bild: Telekom

Das schreibt die Behörde in ihrem Entscheidungsentwurf. Die Telekom bleibe auch in Zukunft grundsätzlich dazu verpflichtet, ihren Konkurrenten den Zugriff auf die entbündelte Teilnehmeranschlussleitung, den "blanken Draht", zu gewähren.

Sie könne dies allerdings in der unmittelbaren Umgebung ihrer Hauptverteiler, den sogenannten Nahbereichen, verweigern, falls sie dort ihre Anschlüsse mit der VDSL2-Vectoring-Technologie erschließt. Das gilt jedoch nicht ausnahmslos: Ein Wettbewerber kann auch künftig in einem Nahbereich auf die "letzte Meile" zugreifen, wenn er sich in einem Gebiet bisher in stärkerem Maße bei der DSL-Erschließung von Kabelverzweigern, den grauen Schaltkästen am Straßenrand, und damit flächendeckender als die Telekom engagiert hat. Dort kann er die Nahbereiche selber mit VDSL2-Vectoring erschließen, um so sein Versorgungsgebiet zu vervollständigen. Hierfur muss er bis Ende Mai 2016 eine verbindliche Ausbauzusage vorlegen.

Breitbandinternetanschlüsse in Deutschland
Prognose zum Umsatz mit stationären Breitbandinternetanschlüssen in Deutschland von 2005 bis 2019 (in Milliarden Euro). - Quelle: Statista

Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass die Telekom ihre Investitions- und Ausbauabsichten für einen beschleunigten Breitbandausbau einseitig verbindlich macht, damit sie in der endgültigen Abwägungsentscheidung berücksichtigt werden kann. Das Gleiche gelte für Ausbauversprechen von Wettbewerbern der Telekom.

Konkurrenz läuft Sturm

Die Telekom hat angekündigt, eine Milliarde Euro ins Vectoring zu investieren. Damit sollen sechs Millionen Haushalte in deutschen Innenstädten bis 2018 einen schnelleren Internet-Zugang erhalten.

Die Konkurrenz ist Sturm gelaufen gegen den Telekom-Vorschlag. Sie fürchtet eine neue Monopolstellung der Telekom und sieht den Ausbau mit Glasfaberkabel, der noch schnelleres Internet bringen würde, nun behindert. In einem Brandbrief ans Kanzleramt sprachen die Wettbewerber von einer "zentralen Weichenstellung mit gesellschaftspolitischer Tragweite für die nächsten zehn Jahre" (Quelle: Spiegel Online).

Vectoring

Das sogenannte VDSL2-Vectoring ist eine Technologie, die es erlaubt, den Datendurchsatz von Kupferleitungen zu erhöhen. Man kann also ein höheres Datentempo erreichen, ohne die bestehenden Kabel beispielsweise durch Glasfaser zu ersetzen. In der Regel sollen durch Vectoring Geschwindigkeiten von mindestens 50 Megabit und bis zu 100 Megabit pro Sekunde möglich sein (Quelle: Spiegel Online)