HUMMEL Denzlingen

Bei der im südbadischen Denzlingen ansässigen Hummel AG übernahm 2013 der damals 33jährige Holger Hummel, der seit 2007 in verschiedenen Positionen im Unternehmen beschäftigt war, die Geschäfte des 520 Mitarbeiter umfassenden und etwa 65 Mio Euro umsatzstarken Familienbetriebs. Für den bevorstehenden Change-Prozess und die Neuausrichtung inklusive einer neuen ERP-Lösung holte sich der Dipl.-Betriebswirt (BA) Hilfe von außen. - Bild: Hummel

Holger Hummel
Holger Hummel. - Bild: Hummel

Immer wieder läuten bei Verbänden und in der Fachpresse die Alarmglocken, wenn es um die Unternehmensnachfolge im Mittelstand geht. Schlagzeilen wie "Mittelständischen Unternehmen fällt es immer schwerer, einen geeigneten Betriebsnachfolger zu finden." oder "Dem Mittelstand geht der Führungsnachwuchs aus. Lage besonders eng in der Industrie." sind keine Seltenheit.

Nicht so bei der im südbadischen Denzlingen ansässigen Hummel AG. Dort übernahm 2013 der damals 33-jährige Holger Hummel, der seit 2007 in verschiedenen Positionen im Unternehmen beschäftigt war, die Geschäfte des 520 Mitarbeiter umfassenden und etwa 65 Mio Euro umsatzstarken Familienbetriebs. Für den bevorstehenden Change-Prozess und die Neuausrichtung inklusive einer neuen ERP-Lösung holte sich der Dipl.-Betriebswirt (BA) Hilfe von außen: Thomas Holzer | Consulting Coaching Mediation begleitete und coachte den Change-Prozess bei Hummel und legte schließlich mit einem innovativen Ausschreibungsverfahren den Grundstein für die erfolgreiche Installation und Implementierung einer neuen ERP-Software-Lösung.

Es war die wohl größte Herausforderung für Holger Hummel - der erst 2007 in das Unternehmen eintrat - als der damals 33jährige Dipl.-Betriebswirt (BA) Anfang 2013 die operative Verantwortung der Geschäftsführung der Hummel AG (Denzlingen) übernahm. Nach seinem Großvater und Gründer des Unternehmens, Anton Hummel, und nach seinem Vater, Helmut Hummel, nun also er. Ganz oben an der Spitze eines mittelständischen Unternehmens mit 520 Mitarbeitern und einem in der Gruppe konsolidierten Umsatz von 65 Mio Euro.

Die Hummel AG gliedert sich in 11 eigenständige ausländische Tochtergesellschaften, die das Leistungsspektrum optimal ergänzen. Von Amerika über Europa bis hin nach Asien bietet Hummel seinen Kunden schnelle und flexible Systemlösungen aus einer Hand und ein breites Spektrum an qualitativ hochwertigen Produkten, wie beispielsweise Kabelverschraubungen für Industrie und Explosionsschutz sowie Rundsteckverbinder und Kabelkonfektion für Automation und Antriebstechnik. "Hummel hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder ein verändert und bewegt.

Gerade in den letzten zehn Jahren haben wir sicherlich eine starke Entwicklung durchlaufen", sagt Vorstandvorsitzender Holger Hummel, und ergänzt: "Die größte Änderung und Herausforderung für mich - neben der auf die Zukunft gerichteten Umstrukturierung des in die Jahre gekommenen Unternehmens – ergab sich einfach daraus, dass wir auch die Unternehmensführung selbst und damit auch ein Stück weit die Unternehmenskultur verändert haben - und immer noch dabei sind , das zu verändern."

Hilfe geholt

Konkret sah das 2013 so aus: Mit Holger Hummel übernahm also zu Beginn des Jahres die dritte Generation den Vorstandsvorsitz im Familienunternehmen Hummel. Zur langfristigen Sicherung des Unternehmenserfolges wurde die erweiterte Geschäftsführung eingerichtet. Sie setzt sich bis heute neben den beiden Vorständen aus sechs weiteren Personen zusammen. Im Rahmen der langfristigen Ausrichtung wurde zudem der Geschäftsbereich ‚Medizintechnik’ ausgegliedert.

Im Rahmen dieses Change-Projektes und zur Unterstützung der bevorstehenden Neuausrichtung der Unternehmensgruppe entschied sich Holger Hummel seinerzeit für das Engagement eines externen Beraters und Coaches. Die Wahl fiel auf Thomas Holzer | Consulting Coaching Mediation: "Thomas Holzer hat mich als neuer Vorstandsvorsitzender eineinhalb Jahre sehr hilfreich begleitet und stand mir für einen Gedankenaustausch und Meinungsaustausch immer zu Seite. Das hat mir extrem viel geholfen. Das war für mich strategisches Coaching in Reinkultur. Wir haben gut harmoniert. Wir waren nicht immer einer Meinung, aber trotzdem war das eine sehr, sehr angenehme und konstruktive Zusammenarbeit. Die Zeit mit Thomas Holzer hat mir persönlich viel gebracht und hat dem Unternehmen sehr viel gebracht, weil ich gerade am Anfang in der operativen Verantwortung noch nicht der sattelfeste Geschäftsführer war", erläutert CEO Holger Hummel.

ERP-Erfahrung

Thomas Holzer verfügt neben seinem Berater- und Coaching-Knowhow auch über langjährige strategische und operative Erfahrungen als Mitgründer, Geschäftsführer und Vorstand beim Auf- und Ausbau von Organisations- und Führungsstrukturen im internationalen und multikulturellen Umfeld. Dazu kommen fundierte Erfahrungen bei der Entwicklung und Implementierung von Vertriebs- und ERP-Software sowie umfassendes Prozess- und Projektmanagement-Know-how.

Zu den Hauptaufgaben Holzers bei Hummel gehörte neben einer SWOT-Analyse auch das Einfangen und das Artikulieren von Missionen und Visionen der Führungsriege, dazu Holger Hummel: „Thomas Holzer hat auch sehr viele Sitzungen moderiert, denn es war mir wichtig, den Status quo aufzunehmen. Es herrschte damals viel Unzufriedenheit im Unternehmen - hier und dort. Das wollten wir alles anpacken. Dazu kamen viele Meinungsverschiedenheiten, viele persönliche Differenzen und Reibereien innerhalb der Führungsgruppe.

Und dabei war es extrem hilfreich, dass Thomas Holzer die Meetings und Sitzungen moderiert und immer auch aufgepasst hat, dass die Dinge nicht aus dem Ruder laufen. Zudem hat er auch immer seine Ansicht der Dinge eingebracht.“ Das hatte für den jungen Firmenchef den großen Vorteil, dass er dadurch selbst genügend Freiraum hatte, um auch selber an den doch teilweise sehr anspruchsvollen Meetings mitarbeiten zu können - anstatt die belastende Doppelfunktion ‚Moderator-Teilnehmer’ innezuhaben.

Werkzeugformenbau
Werkzeugformenbau bei Hummel. - Bild: Hummel

Das mittelständische Unternehmen war also mitten im Changeprozess, als die Verantwortlichen aber leidlich feststellen mussten, dass viele der neuen und auf die Zukunft des Unternehmens gerichteten Ideen mit dem vorhandenen IT-System nicht umgesetzt werden konnten oder anders ausgedrückt: Das vorherrschende ERP-System bot keine Unterstützung für die zwingende Neuausrichtung des Unternehmens. "Unsere alte Software stammte aus den 90er Jahren. Die gesamte IT-Landschaft wurde über all die Zeit durch unsere eigene IT-Abteilung weiterentwickelt. Das bedeutete aber mittlerweile ein immenses Risiko für uns hinsichtlich Dokumentation, Prozesssicherheit, Transparenz und Validität", erinnert sich Holger Hummel.

Im Zentrum der IT-Landschaft stand ein ERP-System. Diese ERP-Lösung wurde über Jahre hinweg von der Hummel-IT umfangreich modifiziert und immer wieder angepasst. Die weiteren umfangreich eingesetzten IT-Systeme waren mittels zahlreicher Schnittstellen eingebunden - Holger Hummel konstatiert. „In diesem Zusammenhang übernahm die damals 14 Mitarbeiter starke IT-Abteilung schleichend die Verantwortung für die Funktionen und Abläufe (Prozesse) der Fachabteilungen - ganz im Sinne ‚Wir wissen am besten, was die Anwender brauchen und wie es geht’ – und das wollten wir ändern, und zwar - auf die dringende Empfehlung von Thomas Holzer hin - mit einer neuen Software-Lösung.“

Hierzu sollte der Coach erneut den objektiven Blick auf den Status quo – dieses Mal - der IT werfen, wie Holger Hummel sagt: „Thomas Holzer verfügt auch über die entsprechenden Kenntnisse der IT-Prozesse und kann den gesamten Prozess moderieren, da unsere interne Sicht zwangsläufig begrenzt ist.“

Austausch ber bestehenden Systeme

Ganz konkret sah die Aufgabenstellung wie folgt aus: Innerhalb von drei Monaten sollte ein umfangreiches Anforderungsprofil an die neue ERP-Lösung mit den Fachabteilungen erstellt werden, mit dem dann eine Auswahl von ERP-Anbietern angeschrieben wird. "Sicher, die Zeitschiene von drei Monaten war ziemlich sportlich", wirft Holger Hummel ein, Hummel weiter: „Keiner im Unternehmen hatte Erfahrung bei solch einer wichtigen und zugleich komplexen Aufgabe. Es musste Wissen von vielen unterschiedlichen Abteilungen und Personen abgesaugt und zusammengetragen werden. Doch Thomas Holzer hat nicht nur das Anforderungsprofil innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmen erstellt, sondern das ganze Thema schematisch so aufgebaut, dass wir die Anbieter relativ einfach evaluieren konnten.“

Für den weiteren Ausbau der Hummel-Unternehmensgruppe sollten die bestehenden IT-Systeme durch ein neues, standardisiertes ERP-System ausgetauscht werden, das nicht wie bisher ‚Best of Breed’, sondern technologisch ‚Best of the Art’ ist und die Anforderungen der Branche ‚Elektrotechnik’ funktional mit ‚Best Practice-Lösungen’ unterstützt. Am Anfang stand zunächst eine Ausschreibung, die auf etwas über 100 Seiten das Anforderungsprofil an die neue ERP-Lösung enthielt. Dieses Anforderungsprofil wurde in Zusammenarbeit mit dem Projektteam, also mit den Verantwortlichen und Mitarbeitern der Fachbereiche Marketing Sales Produktmanagement, Produktion, Materialwirtschaft & Logistik, Finanzwesen sowie IT, und Thomas Holzer erstellt.

Ein entsprechendes Lead wurde in ‚Lead Machine’ (www.leadmachine.eu) eingestellt. Die Ausschreibung wurde dann Ende 2014 an die sogenannte Long List von 15 ERP-Anbietern versendet. Die Vorauswahl der 15 ERP-Anbieter wurde von Thomas Holzer vorgenommen. „Anfang Januar kamen die ersten Antworten zurück – als alle Anbieter reagiert hatten, haben wir das Material ausgewertet. Dazu wurden die Rückmeldungen von Thomas Holzer nach verschiedenen Kriterien aufbereitet. Pro Anbieter hatten wir jetzt die Erfüllungsgrade der geforderten Features und Funktionalitäten - weiterhin erste Grobschätzungen über die Kosten für Software, Wartung und Hotline.

Auf Basis dieser Informationen - einschließlich einer Übersicht über die externen Implementierungskosten - waren wir in der Lage, eine erste Budgetierung der Gesamt-Projektkosten vorzunehmen“, sagt Holger Kiessling, seit Anfang 2014 neuer Leiter IT & Organisation. Die Beantwortung des von Holzer konzipierten Anforderungsprofils erfolgte auf Basis eines Punkteschemas für die jeweiligen Antworten der Anbieter, dazu nochmals IT-Chef Kiessling: „Die Antworten wurden also ganz einfach nach Punkten bewertet - und der Deckungsgrad zwischen den Anforderungen und dem, was der Anbieter im Standard hat, wurde ermittelt. Dazu kamen Kriterien wie Größe und Internationalisierung der Unternehmen.“ Aus dieser Long List wurde dann eine Short List mit nur noch sechs Anbietern.

Kunsstoffspritzerei
Das vorherrschende ERP-System bot keine Unterstützung für die zwingende Neuausrichtung des Unternehmens (hier ein Blick in die Kunsstoffspritzerei). - Bild: Hummel

Diese verbliebenen sechs Anbieter wurden dann zu einem eintägigen Beauty Contest eingeladen, in dem die Unternehmen anhand des Anforderungsprofils ihre Lösung dem gesamten Projektteam präsentieren konnten. Übrig geblieben sind beim diesem vorletzten Schritt zwei Anbieter, nach einem weiteren Workshop dann der Anbieter der Wahl. Hummel entschied sich schließlich für APplus, die ERP-Softwarelösung der Asseco Solutions mit Sitz in Karlsruhe: „Uns überzeugte der Gesamteindruck des Unternehmens und der Vertriebsmitarbeiter, das Know-how der Vertriebsmannschaft sowie der hohe Deckungsgrad mit unserem Anforderungsprofil.

Dazu kommen die technischen Komponenten dieses sehr modernen, webbasierten Systems mit SQL-Datenbank, Link-Technologie und schneller Informationsbeschaffung. Auch die umfangreiche Recherche- und Auswertungsmöglichkeiten durch die Mitarbeiter selbst sowie die Nähe zum Standort Denzlingen und die stabile Konzernstruktur von Asseco Solutions waren die entscheidenden Kriterien für unsere Wahl“, fasst Holger Hummel zusammen. „Der hohe Grad an Usability sorgte zudem für eine starke Akzeptanz der neuen ERP-Lösung bei den Mitarbeitern.“ Das Unternehmen Hummel befindet sich heute in der Phase, bei der in Workshops Prozesse und Abläufe definiert werden.

„Oft können wir auf die Arbeit mit Thomas Holzer zurückgreifen. Viele Fragen und Aussagen bezüglich der neuen ERP-Lösung konnten wir Ende 2014 nicht nachvollziehen und stießen ein paar Mal auf Unverständnis. Heute verstehen wir diese Fragen und Aussagen von Thomas Holzer sehr gut.“