ERP-Software steuert in vielen Firmen geschäftskritische Abläufe und Prozesse (Bild:

ERP-Software steuert in vielen Firmen geschäftskritische Abläufe und Prozesse (Bild: imago/blickwinkel)

AACHEN (ilk). Die Anbieter der Lösungen mit weit überdurchschnittlichen Zufriedenheitswerten pflegen meist eine offene und vor allem sehr intensive Kommunikation mit ihren Kunden. Ein weiterer Vorteil dieser Anbieter ist, dass Systementwicklung, Systemintegration – also Einführungsdienstleistungen – und zum Teil auch die Betreuung in der Betriebsphase meist buchstäblich „aus einer Hand“ kommen. Und im Idealfall passt die Lösung wie ein Maßanzug zu den Geschäftsprozessen des Anwenders.

Diese Kombination findet man vor allem bei Branchenlösungen, die sich klar auf bestimmte Zielgruppen konzentrieren wie z.B. work … for all!, MAJESTY, X-Trade oder WinWeb-Food. Aber auch etwas breiter positionierte mittelständische ERP-Anbieter schaffen es, ihre Kunden mit einer gelungen Kombination aus gutem Service und passender Software zu überzeugen. Hier finden sich Lösungen wie FEPA, MegaPlus, FibuNet oder GODYO P/4. Auch oxaion kann nach erheblichen Verbesserungen zu dieser Gruppe aufschließen.

In der Kategorie der Lösungen für die „Großen“ schneidet im Jahr 2010 erneut SAP (R/3 bzw. SAP ERP) überdurchschnittlich gut ab. Lawson M3 (ehem. Movex) verbessert sich in dieser Kategorie ins Mittelfeld, wo sich auch Infor ERP LN findet. Schwächer schneiden aktuell vor allem Lösungen ab, um deren Zukunftsperspektive es zuletzt Diskussionen gab oder deren Projekt- und Betriebssupport aufgrund von Kapazitätsengpässen spürbar gelitten hat.

Die Aspekte, die überduchschnittlich stark kritisiert werden, sind vor allem systembezogene Aspekte wie „Formulare und Auswertungen“, die „Schnittstellenfähigkeit“, die „Ergonomie“ sowie die resultierende „Release-Fähigkeit“ der ERP-Software. Daneben kritisieren Anwender klassische Projektkenngrößen wie „Einhaltung des Budgets“, „Einhaltung des Terminplans“ und „erforderlicher Personalaufwand“. Ebenfalls im Fokus der Kritik stehen Support-Services wie das „Schulungs- & Informationsangebot“ und die „Unterstützung bei Updates/Release-Wechseln“.

Dabei zeigen sich gerade bei einer Reihe von vielfach kritisierten Schwachstellen wie z.B. „Formulare & Auswertungen“ und „Flexibilität/ Anpassbarkeit der Software“ sowie beim „Engagement der Consultants im Projekt“ und der „Stabilität der Software“ spürbare Verbesserungen der Zufriedenheit im Vergleich zum Jahr 2008. Offenbar setzt sich der bereits in 2008 zu verzeichnende Trend fort, dass sich die Anbieter um mehr Flexibilität ihrer oftmals als „Korsett“ empfundenen ERP-Lösungen bemühen.