Google Android

Die Hardwarehersteller und Mobilfunkanbieter könnten laut Google entscheiden, wie sie Android nutzen, und die Kunden haben das letzte Wort darüber, welche Apps sie auf ihren Geräten nutzen wollen. - Bild: Google

Wettbewerbskommissarin Margrete Vestager sagte, es werde sehr genau untersucht, ob Google bei seinen Verträgen mit Smartphoneherstellern und Telekommunikationsanbietern Rivalen aussperrt. Es geht dabei um die Forderung des US-Konzerns an die Hersteller, die Smartphones vorab mit Google-Apps zu bestücken.

Die EU-Kommission hatte im April letzten Jahres eine formale Untersuchung in Bezug auf Googles Umgang mit dem Android-System eingeleitet. In einem separaten Fall wurde dem Unternehmen vorgeworfen, bei den Ergebnissen der Suchmaschine bevorzugt auf die eigenen Shopping-Angebote zu verweisen.

Zu der Zeit sagte Vestager, dass die Kommission die Anschuldigungen prüfen würde, nach denen Google den Smartphone- und Tablet-Herstellern abverlangt, die komplette Bandbreite von Google-Apps für Nachrichten, Suche, Mail und andere auf den Geräten vorzuinstallieren, selbst wenn sie nur eine davon haben wollen. Außerdem geht es laut Vestager um die Vorwürfe, dass Google die Hersteller daran hindert, modifizierte Versionen des Android-Systems zu entwickeln, obwohl der Konzern stets betont, dass Android eine offene Entwicklungsplattform ist.

Zwang zur Vorinstallation von Apps?

Am Montag jedoch erwähnte Vestager nur den ersten Aspekt. "Unsere Sorge besteht darin, dass Google, indem es die Hersteller und Betreiber zur Vorinstallation der Apps zwingt statt ihnen die Entscheidung selbst zu überlassen, möglicherweise einen der wichtigsten Vertriebswege abgeschnitten hat, über den neue Apps die Kunden erreichen."

Ein Google-Sprecher sagte: "Jeder kann Android mit oder ohne Google-Apps nutzen." Die Hardwarehersteller und Mobilfunkanbieter könnten entscheiden, wie sie Android nutzen, und die Kunden haben das letzte Wort darüber, welche Apps sie auf ihren Geräten nutzen wollen.