Kolumnist Wolfgang Straßer ist Geschäftsführer des Sicherheitsdienstleisters @-yet. Bild: @-yet

Kolumnist Wolfgang Straßer ist Geschäftsführer des Sicherheitsdienstleisters @-yet. Bild: @-yet

“Manch ein Geschäftsführer wird wohl in letzter Zeit öfter mal über das Thema Facebook nachgegrübelt haben. Doch ist dies kein Zeichen dafür, dass soziale Netzwerke auch im geschäftlichen Umfeld ungemein beliebt geworden sind, eher im Gegenteil – es bleibt diesen einfach nichts anderes übrig, als sich damit zu beschäftigen: Denn teilweise gibt es Mitarbeiter, die sich ein Leben ohne den Austausch über soziale Medien nicht mehr vorstellen können und auch in der Firma keinesfalls darauf verzichten möchten. Überdies beschwören einige Medien zunehmend das Bild herauf, ein Unternehmen würde, (im besten Fall) den Anschluss verpassen, wenn es nicht auf Facebook wirbt. Oder könnte, (im schlechtesten Fall) gleich Insolvenz anmelden, weil ein Kontakt mit Kunden – besonders jenen aus der Generation Y – zukünftig gar nicht mehr möglich sei.
Die Frage, wo jetzt hier die Wahrheit liegt, ist tatsächlich nicht ganz so leicht zu beantworten. Doch unbenommen jeglicher (oft sehr platter, teils fast philosophischer) Diskussion über Sinn und Zweck kann eine Empfehlung mit gutem Gewissen ausgesprochen werden: Unternehmen sollten nicht übereilt die sozialen Medien nutzen, nur weil es jeder tut. Denn dies kann sie – in letzter Konsequenz – teuer zu stehen kommen. Warum? Trotz der unendlich oft ausgesprochenen Warnungen zeigt die Praxiserfahrung, dass Mitarbeiter immer noch einen bedenken- und manchmal sogar distanzlosen Umgang mit den sozialen Medien an den Tag legen.
Da werden auf dem beruflichen Netzwerk ‚Xing’ akribisch alle Informationen zum Karriere-Status ausgefüllt bis hin zur detaillierten Beschreibung der derzeitigen Aufgabenstellung; oder technische Probleme, die sich im aktuellen Projekt ergeben, mal eben in ein entsprechendes Diskussionsforum eingeworfen mit der Bitte, dass die anderen Mitglieder doch dazu ihre Lösungsvorschläge einbringen mögen. Aber auch Twitter und Facebook verführen Mitarbeiter zu unreflektierten Mitteilungen: das fängt an bei „mein Chef ist ein unbelehrbarer Besserwisser“, weil man sich gerade über ihn geärgert hat – bis hin zur Preisgabe geheimer Firmeninterna, nur um eine hübsche „neue Freundin“ bei Facebook mit seiner Wichtigkeit zu beindrucken. Fatal, denn mit jeder dieser Informationen kann auch der Wettbewerb eine Menge anfangen.
Folglich ein guter Rat zum Schluss: Wenn ein Unternehmen, nach Abwägung aller Für und Wider, aus strategischen Gründen tatsächlich in den sozialen Medien präsent sein muss, dann gilt es unbedingt vorab ein Konzept inklusive detaillierter Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln für die Mitarbeiter zu erstellen.”