Anlagensteuerung ThyssenKrupp Rasselstein Atoss Industrie 4.0

ThyssenKrupp Rasselstein setzt auf eine bedarfsorientierte, nachfragespezifische Produktion. Ein flexibler Betriebspunkt stellt sicher, dass im Bedarfsfall schnell und kostenoptimiert reagiert werden kann. Das erfordert eine agile Organisation und den effizienten Einsatz aller Ressourcen. Bild: ThyssenKrupp Rasselstein

Die Zukunft der Industrie ist geprägt durch starke Individualisierung und eine hoch flexibilisierte, vernetzte Produktion, die auf die Anforderungen von disruptiven Märkten reagiert. Das Management steht vor der Herausforderung, Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden und Partner in die Geschäftsprozesse zu integrieren und schnell auf Auftragsschwankungen zu reagieren. Langfristig werden nur Unternehmen bestehen, deren Produktivität und Agilität sich auf Spitzenniveau befindet. Dafür muss jedoch die wertvollste und zunehmend knappe Ressource, der Mensch im Arbeitsprozess, optimal in die Wertschöpfungskette eingebunden werden, berichtet Atoss. Transparente Abläufe, lückenlose Kommunikation, agile Prozesse und hohe Flexibilität spielten auch im Personalumfeld eine große Rolle.

Innovative Unternehmen wie Allgaier, Globalfoundries, Ritter Sport, RWE, Schmitz Cargobull, medi, ThyssenKrupp Rasselstein oder Vetter zeigen tagtäglich, dass sich Arbeitszeiten hochflexibel und kundenorientiert gestalten lassen, ohne das Interesse der Mitarbeiter aus den Augen zu verlieren, heißt es. Eine bedarfsoptimierte Personaleinsatzplanung berücksichtige produktionsrelevante Faktoren, Gesetze, Tarife und die individuellen Faktoren der Belegschaft. Über Workflows, Apps, Tauschbörsen, Wunschdienstpläne und Self Services werden die Mitarbeiter aktiv einbezogen. Ermöglicht werde diese Flexibilität durch professionelle IT-Lösungen für Workforce Management, die Personalbedarf und Personaleinsatz synchronisieren, hochkomplexe Einsatzszenarien simulieren und die optimale Planung berechnen.

ThyssenKrupp Rasselstein, eine Tochter der ThyssenKrupp Steel AG, gehört laut Atoss zu den drei größten Verpackungsstahlproduzenten Europas und ist der einzige Weißblechhersteller in Deutschland. Im rheinland-pfälzischen Andernach stellen rund 2.400 Mitarbeiter jährlich etwa 1,5 Mio t verzinntes oder spezialverchromtes Feinstblech für 400 Kunden aus 80 Ländern her. Das innovative Werk setzt auf eine bedarfsorientierte, nachfragespezifische Produktion. Ein flexibler Betriebspunkt stellt sicher, dass im Bedarfsfall schnell und kostenoptimiert reagiert werden kann. Das erfordert eine agile Organisation und den effizienten Einsatz aller Ressourcen. „Mittels flexibler Schichtmodelle erreichen wir eine optimale Belegung der Produktionsaggregate und können wirtschaftlich produzieren. Ein flexibler, kostenoptimierter Personaleinsatz ist für uns Grundvoraussetzung dafür, die atmende Fabrik in die Realität umzusetzen“, sagt Klaus Höfer, Leiter Industrial Engineering bei ThyssenKrupp Rasselstein. Rund 1.800 gewerbliche Mitarbeiter werden über eine Workforce Management Lösung geplant und gesteuert. Neben gesetzlichen, tariflichen und betrieblichen Rahmenbedingungen fließen Qualifikationen, Arbeitszeitmodelle und spezielle Arbeitszeit- und Gruppenregelungen in die Planung ein. Mit seinem innovativen Arbeitszeitkonzept erreiche das Unternehmen mehr Flexibilität in der Organisation, kürzere Reaktionszeiten bei Nachfrageschwankungen, eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit und langfristig mehr Wettbewerbsfähigkeit.

Der agile Umgang mit Kapazitäten ist in der Industrie 4.0 zwingend notwendig, so Atoss. Demnach unterstützen professionelle Lösungen für Workforce Management Produktionsunternehmen aller Größenordnungen bei der Arbeitszeitflexibilisierung und einer ressourceneffizienten Produktion. Damit entstehe eine solide Basis für ein Arbeitsumfeld, das den Herausforderungen der Zukunft gewachsen sei.

Beste Qualität und eine schnelle Time-to-Market sind auch für Ritter Sport erfolgskritisch. Denn Frische ist entscheidend für das Geschmackserlebnis. Nach einer intensiven Prozessanalyse war klar: Im flexiblen Personaleinsatz steckt viel Potenzial. Das hat das Familienunternehmen mit rund 1.000 Mitarbeitern voll ausgeschöpft und die Produktions- und Personalkosten am Standort Waldenbuch nachhaltig optimiert, so Atoss weiter. Das Ergebnis: 80 % weniger Rückfragen in der Personalabteilung, 70 % weniger Planungsaufwand in der Produktion und 4 % mehr produktive Arbeitszeit bei den flexiblen Mitarbeitern. Heute erstellt das Unternehmen seine Einsatzpläne kostenoptimiert und berücksichtigt dabei sortenbezogene und saisonale Bedarfsschwankungen. Die Mitarbeiter werden über Self Services aktiv in das Workforce Management eingebunden. Ein regionaler Pool von rund 50 Fachkräften federt Arbeitsspitzen ohne Qualitätsverlust ab. Und auch für die Zertifizierung nach IFS Food V6 ist Ritter Sport mit der integrierten Zutrittslösung bestens gerüstet. Aktuell führt das Unternehmen ein ergänzendes Tool für das Weiterbildungsmanagement ein – und gewinnt damit noch mehr Zeit und Know-how für die Herstellung der Schokoladenquadrate.