Cloud

Die Daten-Cloud: Bei vielen Unternehmen ungeliebt. - Bild: Pixabay-OpenClipartVectors

Cloud-Lösungen gelten als Türöffner für die Industrie 4.0. Nur mit der passenden Infrastruktur können digitale Produktion und Internet der Dinge Realität werden. Datenwolken werden bisher in Industrieunternehmen sehr unterschiedlich, teilweise begeistert, zögerlich oder gar nicht genutzt.

Beim Fahrzeugbauer C&S GmbH entschied man sich für eine private Cloud, die bezahlbar, sicher und leistungsfähig ist. Der IT-Verantwortliche, Alen Grdic wollte außerdem 15 EDV-Arbeitsplätze unter Windows und Apple integrieren. Die Migration der Daten und Emailkonten durfte dabei ohne Verluste zu keiner längeren Unterbrechung führen.

Für den Fall, dass ein Server ausfällt, ließ Grdic zwei dafür ausgelegte Rackserver, redundante Switche sowie einen gemeinsamen Hochverfügbarkeitsspeichercluster einbauen. "Durch die virtuellen Servervorlagen können wir künftig sehr schnell neue Server für neue Services unserer Partnerunternehmen bereitstellen. Und das ohne langwierige Hardwarebeschaffung und Installation."

IT-Leiter Patrick Petri vom Präzisionswerkzeugehersteller August Beck sieht in seiner Firma keinen Anwendungsbereich für die Cloud. "Wir produzieren an einem Standort. Deswegen ist das Arbeiten über eine Cloud-Lösung bei uns gar nicht nötig." Vernetzt gearbeitet wird bei ihm aber trotzdem. "Wir haben einen innerbetrieblichen Server, der Produktionsdaten fast in Echtzeit bereitstellt." Für Backups oder Software hat der IT-Experte ebenfalls gute Lösungen ohne die digitale Wolke gefunden. Cloud-Systeme haben seiner Meinung nach zu viele Nachteile: Hohe Kosten, langsame Übertragungsraten und mangelnder Schutz vor unerlaubtem Zugriff.

Beim Heiz-, Lüft- und Klimatechnikunternehmen Vaillant ist man großer Fan von Cloud-Lösungen, die zum Beispiel mit mobil verfügbaren CRM-Informationen helfen, den Service zu verbessern. Man differenziere sich vom Wettbewerb durch Service und bräuchte dafür agile Software, die über Clouds beispielsweise dem gesamten Vertrieb zur Verfügung stellen. Optimalen Informationsfluss gewährleistet Vaillant mit CRM Cloud-Computing Lösungen, auf die auch mobil zugegriffen werden kann. Mit dem sozialen Netzwerk Chatter ist das gesamte Sales-Team über die Cloud miteinander verbunden.

Hans Weigert vom Hersteller für Mess- und Sensortechnik Steinbichler ist ebenfalls von der Coud-Technologie überzeugt. "Wir können uns im internationalen Wettbewerb nicht nur mit unserer hervorragenden Technologie behaupten, sondern brauchen eine professionelle Vertriebsstruktur", sagt der Leiter für Vertrieb und Marketing. Das Familienunternehmen fand eine Cloud-Lösung mit niedrigen Investitionskosten und schneller Implementierung, die auch individuell anpassbar ist. So arbeitet er seit 2013 mit Salesforce1 und kann damit alle Informationen und Anwendungen mobil machen. "Damit wollen wir neue und internationale Unternehmenskunden in der Reifen-, Automobil- oder Luftfahrtindustrie gewinnen."

Internationale Vertriebsprozesse live abbilden und alle Niederlassungen in einem gemeinsamen System zusammenbringen. Das wollte die Prüftechnik-Unternehmensgruppe mit ihrer neuen CRM-Lösung. Leiter Business Development Michael Meiler legt Wert darauf, dass die Plattform gute Leistung bringt und keine Personalressourcen verschlingt.

Deshalb ließ er vor der offiziellen Einführung des Systems Tests über eine Woche mit Usern auf realer Basis laufen. "Durch die Konsolidierung der Daten sind unsere Erfolge inzwischen messbarer und transparenter geworden – auch im Marketing. Die Geschäftsführung bekommt tagesaktuelle Reportings auf Knopfdruck. Auch neue Mitarbeiter lassen sich schneller einarbeiten, weil ihnen die Prozesse und der Stand der Projekte in der Sales Cloud auf einen Blick deutlich werden."

 

So arbeiten Sie erfolgreich mit Cloud-Computing

  • Cloud-Lösungen gibt es inzwischen für fast alle Bereiche der IT. Machen Sie sich klar, ob für Sie eher Einzellösungen für den Vertrieb (CRM) und die Personalabteilung Sinn machen, oder ob Sie eine große Lösung wollen, in der auch Prozessdaten abgebildet werden.
  • IT-Experten sagen, dass Industrie 4.0 ohne Cloud-Lösungen nicht möglich sein wird. Investieren Sie also in zukunftsfähige und erweiterbare Systeme.
  • Achten Sie darauf, dass das neue System mit ihrer bisherigen IT-Infrastruktur kompatibel ist.
  • Legen Sie redundante Systeme an. So kann bei Ausfällen ein Systemteil das andere ersetzen.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Dienstleister eine schnelle Implementierung ohne Datenverluste zusichern.
  • Prüfen Sie, ob die von Ihnen eingekauften Cloud-Dienste auch mobil verfügbar sein sollten. Das macht vor allem bei CRM Sinn.
  • Überfrachten Sie Ihre Systeme nicht mit Funktionen. Ist die Oberfläche zu komplex, wird das System weniger benutzt.
  • Achten Sie auf die IT-Sicherheit: Cloud-Computing ist leichter auszuspähen als interne Server. Lassen Sie sich zu Daten- und Netzwerksicherheit beraten.