Jack Ma: "Vor 14 Jahren bin ich hierher gekommen, um chinesische Waren zu verkaufen. 14 Jahre

Jack Ma: "Vor 14 Jahren bin ich hierher gekommen, um chinesische Waren zu verkaufen. 14 Jahre später bin ich hier, um europäischen Unternehmen zu helfen, über das Internet Geschäfte mit China, mit der Welt zu machen." - Bild: vulcanpost.com

Nicht Technologien, sondern die Träume hinter der Technologie verändern nach Ansicht von Jack Ma die Welt. “Ich habe wenig Ahnung von Technologie oder dem Internet.”

Das sagte der Gründer und Chef des chinesischen Online-Händlers Alibaba am Sonntagabend auf der Eröffnungsveranstaltung der Technologiemesse CeBIT.

Dennoch könne er Deutschland und Europa helfen, die digitale Welt von morgen zu verstehen.

“Vor 14 Jahren bin ich hierher gekommen, um chinesische Waren zu verkaufen. 14 Jahre später bin ich hier, um europäischen Unternehmen zu helfen, über das Internet Geschäfte mit China, mit der Welt zu machen”, sagte Ma bei der Eröffnung der Computermesse CeBIT in Hannover. Die Messe steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der digitalen Wirtschaft. Und von diesem Thema ist es eben nicht weit bis zum Partnerland der diesjährigen CeBIT: China.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschäftigte sich bei der Eröffnung der CeBIT mit möglichen Maßnahmen zur Förderung der Digitalwirtschaft in Europa. Digitalisierung und Globalisierung bedingten einander. “Beides gehört zusammen”, sagte die Kanzlerin in Hannover. “Digitale Vernetzung der Industrieproduktion und darauf aufbauende Smart Services erscheinen unendliche neue Möglichkeiten zu bieten.”

Merkel unterstrich, Deutschland habe zahlreiche Maßnahmen auf seiner digitalen Agenda, und die Bundesregierung verfolge dazu zehn Handlungsschwerpunkte. “Wir wollen mit der digitalen Agenda zeigen: Deutschland kann das.” So solle der Breitbandausbau forciert und W-Lan im öffentlichen Raum vorangetrieben werden. Zudem werde auch die KfW Bankengruppe ihre Förderung von Wagniskapital neu ausrichten und erhöhen.

Ma sagte derweil voraus, dass Daten das neue Öl oder der neue Strom der Weltwirtschaft sein werden. Man solle von einer “data economy” anstelle von einer “digital economy” sprechen. Die Unternehmen müssten daher immer schneller und flexibler werden.

Genau deswegen sorgt sich Ma aber auch um die Nachhaltigkeit digitaler Geschäftsmodelle. „Es gibt nur wenig Internet Unternehmen, die in Frieden und Gesundheit länger als drei Jahre überleben.” Internet-Unternehmen machten sich stets Sorgen, von der Entwicklung überholt zu werden — egal ob es sich um Google, Facebook, Ebay oder Alibaba handele. “Wir müssen eine Lösung finden, damit Internet-Unternehmen so lange in Frieden und Gesundheit überleben können wie ein Mercedes-Benz fährt, nämlich 30 Jahre”, sagte Ma. Eine mögliche Lösung liegt für Ma in der Herstellung individualisierter Produkte nach Kundenbedürfnissen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke