Electronic Document Interchange API Axway

Die Art und Weise, wie Unternehmen mit ihren Partnern, Kunden und Zulieferern interagieren, verändert sich stetig. Heute geht es in den Unternehmen um direkte Kontrolle und größtmöglichen Komfort für die Geschäftspartner. Bild: iStock

Herzlichen Glückwunsch EDIFACT. Vor 30 Jahren begannen die Arbeiten an der Standardisierung des elektronischen Dokumentenaustauschs (EDI, Electronic Document Interchange) mit diesem Nachrichtenformat. Das Versenden von Dokumenten mittels EDI ist also ein für die Informationstechnologie ungewöhnlich langlebiges Verfahren. Formate wie EDIFACT und VDA sind heute die De-Facto-Standards in Branchen wie der Automobilindustrie, der Fertigung oder der Logistik. Anfangs ging es darum, die zeitaufwändigen ‚Papierprozesse’ durch die deutlich schnellere Datenverarbeitung mit dem Computer zu ersetzen. Denn der Austausch von Dokumenten per Briefpost konnte im internationalen Geschäftsverkehr schon mal eine Woche dauern.

Dieser Zeithorizont ist heute kaum mehr vorstellbar. Die Anforderungen haben sich bis auf Echtzeit-Verarbeitung hochgeschraubt. In modernen Großunternehmen wird das Netzwerk an Zulieferern, Banken, Herstellern und Kunden immer komplexer. Immer mehr Partner müssen eingebunden werden, die Datenvolumen werden immer größer und neue branchenspezifische Compliance-Protokolle halten Einzug. Hinzu kommen Cloud-basierte Anwendungen, mobile Geräte sowie das Internet der Dinge.

Die Art und Weise, wie Unternehmen mit ihren Partnern, Kunden und Zulieferern interagieren, verändert sich stetig. Heute geht es in den Unternehmen um direkte Kontrolle und größtmöglichen Komfort für die Geschäftspartner. Ein Beispiel: Ein deutscher Maschinenbauer liefert per Überseecontainer hochwertige CNC-Fräsen für den asiatischen Markt. Nun hat der Auftraggeber festgestellt, dass er irrtümlich eine Maschine zu wenig bestellt hat, er möchte die Liefermenge ändern. In den EDI-Standards ist der Umgang mit solchen Sonderfällen nicht ohne weiteres möglich. Denn ob diese Korrektur einer Bestellung ausgeführt werden kann, hängt vom aktuellen Status der Bestellung ab. Wenn sie noch nicht verpackt ist - kein Problem. Doch wenn der Container schon unterwegs ist? Will der Kunde dann noch eine Fräse separat und zu zusätzlichen Transportkosten geliefert haben?

Die Manager beim Hersteller und beim Kunden müssen den Telefonhörer in die Hand nehmen, denn an diesem Punkt kann EDI nichts mehr für sie leisten. Mit einer API (Application Programming Interface) lässt sich so eine Situation jedoch ‚digitalisieren’. Die API gibt einen definierten Zugriff auf die internen Systeme eines Unternehmens. Sie kann zum Beispiel genutzt werden, damit Kunden die Daten in ihre eigenen Systeme integrieren können. Ein gutes Beispiel sind Tracking-Informationen, die Logistik-Provider zur Verfügung stellen. Es ist inzwischen guter Standard, dass sowohl Absender als auch Empfänger jederzeit herausfinden können, welchen Status die Sendung gerade hat. So könnte zum Beispiel der Auftraggeber in seinem Bestellsystem eine Rückmeldung erhalten, ob eine Änderung der Menge noch möglich ist. Die einfachste Lösung ist es, dem Geschäftspartner API-Zugriff zu geben. Nun kann er eine Integration in seine internen Systeme entwickeln und besitzt damit Möglichkeiten, die mehr leisten als EDI. Vorteile einer API sind die Geschwindigkeit des Datenaustauschs oder die Möglichkeit, auch Sonderfälle zu berücksichtigen, die über EDI-Nachrichten hinausgehen.

Es gibt allerdings auch einen Nachteil: APIs sind längst nicht so standardisiert wie EDIFACT & Co. Wenn ein Unternehmen mit mehreren Logistikanbietern zusammenarbeitet, muss es im Zweifel mehrere Schnittstellen in seine Systeme integrieren. Das klassische EDI-Verfahren wird auch weiterhin seine Position behaupten. Die zunehmende Marktdynamik erfordert jedoch von den Unternehmen kreative und individuelle Servicelösungen, um sich von den Wettbewerbern abzuheben: Last-Minute-Änderungen, Tracking-Informationen oder mobile Zugriffe. Das wiederum ist die Domäne einer API.