LAS VEGAS (DJ/ilk). Auf der Unterhaltungselektronikmesse CES in Las Vegas führte der Softwarekonzern eine erste Version des neuen Windows vor und ließ sie auf Mikroprozessoren des britischen Herstellers ARM laufen. Dessen energiesparende Chips kommen in batteriebetriebenen Geräte wie Mobiltelefonen, dem iPad oder auch Digitalempfängern für Fernsehgeräte zum Einsatz. Wann die neue Windows-Version erhältlich sein wird, ist jedoch noch unklar. Das neue Betriebssystem werde auch mit neuen Miniatur-Chips der Hersteller Intel und Advanced Micro Devices (AMD) laufen. Auf deren Chips hatte Microsoft bislang gesetzt.

Am Markt war zuletzt befürchtet worden, Microsoft könne hinter die Konkurrenz zurückfallen und auf dem wachsenden Markt für Tablet-Computer keine bedeutende Rolle spielen. Diese Befürchtungen wolle der Konzern nun zerstreuen, sagte Bob O’Donnell, Analyst beim Marktforschungsinstituts IDC.

Die Tablet-Verkäufe gehen zu Lasten der Absätze herkömmlicher PCs, insbesondere von niedrigpreisigen Laptops, den sogenannten Netbooks. Vor allem die Apple Inc verzeichnet mit ihrem iPad große Erfolge und dürfte nach Schätzungen im vergangenen Jahr bis zu 14 Mio Stück verkauft haben. Einige Analysten prognostizieren für 2011 einen rasanten Absatzanstieg auf 50 Mio iPads. Aber auch neue Tablets mit dem Android-Betriebssystem von Google wie das Galaxy Tab von Samsung kommen in großen Zahlen auf den Markt. Eine Welle neuer Geräte wird in dieser Woche auf der CES präsentiert.

Einen konkreten Zeitplan für die Markteinführung der neuen Windows-Version wollte der Präsident der Windows-Sparte, Steven Sinofsky, nicht nennen. Der Entwicklungszyklus neuer Betriebssysteme liege bei zwei bis drei Jahren, sagte Sinofsky lediglich. Da die aktuelle Version Windows 7 im Oktober 2009 auf den Markt kam, könnte die neue Version folglich gegen Ende dieses Jahres oder 2012 eingeführt werden.